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Viele Fans und Kritiker hatten ein Werk dieser Machart nicht erwartet, sondern eher einen zweiten Aufguss des Erfolges in Form von "The Silent Force". "Warum?" lacht Sharon. Keine Ahnung, weil dies wohl die Gesetze des Marktes sind. Ihr habt das nicht gemacht, sondern wieder ein härteres Album abgeliefert, dass sich gitarrenmäßig an das Debüt erinnert, vom Bombast an "Mother Earth" und in Punkto Dramatik mit "The Silent Force" verwandt ist. Gibt es also diesbezüglich eine Art Befriedigung, es den Unkern gezeigt zu haben? "Dieses Album ist für mich eines meiner Favoriten, nicht weil es das neue Album ist, sondern weil wir mehr als Band klingen und so klingen wie wir es wollten. Bei dem letzten Album war das nicht so, wir wollten wieder mehr Gitarren. Bei "The Silent Force" haben wir das erste Mal mit einem großen Orchester zusammen gearbeitet und als wir den finalen Mix gestartet haben merkten wir, dass die Gitarren mit dem Orchester irgendwie kollidierten. Deswegen mussten wir die Gitarren zurücknehmen und es kam ein etwas softeres Album heraus. Es war zwar ein düsteres und auch heavy Album, aber nicht so, wie wir es wollten. Diesmal haben wir alle Erfahrungen verarbeitet, mit dem Orchester anders gearbeitet als beim ersten Mal, mit unterschiedlichen Methoden und natürlich auch mit unterschiedlichen Songs. Deswegen klingt das Album auch anders als sein Vorgänger, es ist gitarrenorientierter, druckvoller und ich habe auch anders mit meiner Stimme gearbeitet. Wir haben mehr experimentiert und ich denke, dass Ergebnis ist auch gut geworden. In dieser Art und Weise können wir auch das nächste Album in Angriff nehmen." erklärt die dunkelhaarige Schönheit, wie es zu den Veränderungen kam.
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Dennoch dürfte es nicht leicht gewesen sein, sich für diesen Schritt zu entscheiden, den erfolgreichen Weg zumindest teilweise zu verlassen und ein härteres Album nachzuschieben. "Diesen Druck haben wir eigentlich nach jedem Album gehabt. "Mother Earth" war ein sehr erfolgreiches Album und auch "Enter" in seiner eigenen Weise. Druck verspürst Du eigentlich nur in künstlerischer Hinsicht wegen der Dinge, die Du nicht beeinflussen kannst. Im Endeffekt muss man aber gegenüber Leuten, die Dich kritisieren, groß genug dastehen und für sich selbst sagen können, dass es das ist, was man machen möchte. Man sollte sich nur selbst zufrieden stellen mit einem neuen Album, das ist was zählt." stellt Sharon klar. Dennoch brachte der künstlerische Erfolg von "The Silent Force" eine Menge Vorteile mit, die auch den Beteiligten schmecken. "Wir mussten erstmals nicht unser Album wieder veröffentlichen, sondern konnten es zeitgleich überall herausbringen. Wir konnten es also in einem Rutsch promoten und hatten so mehr Zeit für das Songwriting und kamen auch daher schneller nach anderthalb Jahren mit einem neuen Album daher." beschreibt Sharon die Situation nach der Veröffentlichung von "The Silent Force". Gitarrist Ruud stellt sich inhaltlich hinter diese Aussage: "Ich habe nichts hinzuzufügen, haha.". Die Frontfrau macht aber noch andere Gründe für die Veränderungen aus: "Wir wollen natürlich auch immer wieder ein anderes Album veröffentlichen und uns nicht wiederholen. Deswegen klingt "The Heart Of Everything" neben der Produktion auch anders als "The Silent Force", für uns ist dieses Album ein großer Schritt." Und wieder nickt Ruud zustimmend: "Nothing to add, hahaha".
Viele Bands haben mit einem Orchester zusammen gearbeitet, kehrten dann aber wieder zu ihrem angestammten Sound zurück. Within Temptation dagegen setzen ihren eingeschlagenen Weg eindrucksvoll fort, klingt das neue Werk doch homogener und miteinander verwobener als der Vorgänger. "Ich weiß nicht, ob es nun perfekt ist, aber wir haben viel während des Produktionsprozesses bei "The Silent Force" gelernt. Warum wir das Orchester wieder benutzt haben? Nun, wir mögen es und auf "The Silent Force" wurde für uns ein Traum wahr. Wir hatten das Gefühl, dass wir soviel gelernt haben, dass wir es diesmal viel besser benutzen können." hat Ruud diesmal hinzuzufügen und lacht zufrieden. "Wir haben ja auch schon auf "Mother Earth" Orchestersamples benutzt, die zwar aus der Konserve kamen, aber da waren. Es ist natürlich auch eine Sache des Budgets. Erfolg bringt die Möglichkeit, etwa bessere Aufnahmemöglichkeiten zu realisieren, deswegen sind wir auch so glücklich damit." so Sharon.
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