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Maximo Park - Zwischen Pflicht und Nervenkitzel

Promo-Interviews, die deutlich vor dem Erscheinen des Albums (und der Chance zum Probehören) stattfinden, sind immer ungünstig. Andererseits kann man sich die Chance natürlich nicht entgehen lassen, mit Paul Smith zu sprechen. Zwar führten die ausschweifenden Antworten des charismatischen Maximo Park-Frontmanns dazu, dass innerhalb der vorgegebenen Zeit gar nicht alle vorbereiteten Fragen gestellt werden konnten, aber dennoch erfuhren wir einiges über die Hintergründe des neuen Albums "Our Earthly Pleasures", die Entstehung der Band, dass Paul Smith um ein Haar nicht einmal mit dem Singen angefangen hätte und einiges mehr.


Nachdem wir uns geeinigt hatten, wer mit der ersten Frage beginnt, konnte es mit dem Gruppeninterview losgehen. Zur Einstimmung wollte ich erst einmal erfahren, wie es Maximo Park auf großer Fahrt denn so ergangen ist.

WS: Wie war es, mit "A Certain Trigger" auf Tour zu sein? Ihr wart ja fast auf der ganzen Welt unterwegs.

Paul Smith: Das ist genau das Ding. Es ist alles verschwommen, aber trotzdem habe ich an jedes einzelne Konzert irgendeine Erinnerung. Alles in allem habe ich schon das Gefühl, dass wir etwas erreicht haben, aber es ist auch noch sehr früh für uns. Am Ende der Tour dachte man 'Wir haben einiges geschafft', aber jetzt stehen wir wieder am Anfang, mit einer Tour vor uns. Was die Tour mit "A Certain Trigger" angeht: Jedes Mal wenn wir eine Auswahl der Songs irgendwo gespielt haben, haben wir alles gegeben. Das ist etwas, worauf wir stolz sind, aber es ist auch etwas, was die Songs verdienen. Die Erschöpfung auf Tour hat mich niemals davon abgehalten aufzustehen und Dankbar für die Möglichkeit zu sein, so viel von der Welt zu sehen. Wenn wir in kleinen Städten sind, will ich sehen wie sie funktionieren. Oder als ich in Sydney herumgelaufen bin und nach etwas gesucht habe... und plötzlich vor dem Opernhaus stand. Jede Stadt hat ihre eigenen Straßen, in jeder Stadt gibt es ein Gebäude oder sonst etwas, dass man woanders nicht zu sehen bekommen hätte. Abgesehen von dem offensichtlichen Staunen über die Tatsache, dass immer mehr und mehr Leute kommen, um unsere Band zu sehen, gibt es also auch einen persönlichen Aspekt bei der Sache. Ich bin an Plätzen gewesen, die ich sonst nie gesehen hätte. Und dafür bin ich sehr dankbar.

WS: Viele Bands schauen sich die Städte in denen sie spielen ja gar nicht an. Nachdem das Konzert gespielt ist, setzen sie sich in den Tourbus und es heißt 'Next day, next city'. Das ist bei euch offenbar anders.

PS: Um ehrlich zu sein würde ich mir vorkommen wie ein Huhn im Käfig. Früher war es so, dass du von deinem Job, den du nicht magst, nach Hause kommst und die Musik am Abend ist deine Befreiung. Heutzutage bekommen wir [beim Umherstreifen] eine Befreiung von der Musik, und haben die Möglichkeit, unseren Horizont zu erweitern. Das muss gar nicht mal bildungsmäßig sein. Ich bin einfach an mehr Sachen als Trinken und Schlafen interessiert. Wobei diese Dinge natürlich auch fein sind. (allgemeines Gelächter).

An den langen Antworten merkt man bereits zu beginn, dass dieses Interview anstrengend werden könnte. Paul Smith hat etwas zu sagen, keine Frage (auch wenn er mit dem Gedanken kokettiert, siehe unten). Er könnte es nur manchmal vielleicht etwas direkter auf den Punkt bringen. Eine weitere Nervenprobe bei diesem Gruppeninterview (insgesamt wird Paul Smith von vier Leuten umzingelt) stellt der im Hintergrund laufende Fernseher dar. Die Tochter des einen Mitinterviewers darf auf Paul Smiths Hotelbett sitzend, Comics anschauen.

 



WS: Was steht eigentlich in diesem roten Buch, dass du immer mit auf der Bühne hast?

PS: Es ist ein Notizbuch. Darin sind meine Gedanken, Zeichnungen, Fotographien and stuff. Manchmal fallen die auch raus, wenn ich vergesse sie herauszunehmen, bevor wir auf die Bühne gehen. Anfangs brauchte ich es sogar, weil ich die sich wiederholenden Lyrics von "Once A Glimpse" nicht behalten konnte. Aus der Notwendigkeit kam dann die Idee, sie niedergeschrieben mit auf die Bühne zu nehmen. Erst dachte ich 'Sieht das protzig oder dämlich aus?' Aber dann dachte ich 'Nein'. (Gelächter) Ich könnte die Sichtweise zwar verstehen, aber ich dachte 'Lasst uns mutig sein und etwas tun, dass un-rock'n'roll ist'. Wir nehmen ein Buch mit auf die Bühne und lassen die Leute wissen, dass diese Band anders ist, dass sie sich nicht einfach nur eine weitere Band anschauen.

X: Aber es ist auch Teil der Show...

PS: Ich stimme zu. Man denkt natürlich darüber nach, wie man agiert, wenn man auf die Bühne geht, oder was man anzieht. Ich möchte, dass die Leute die Show genießen. Visuell genauso wie musikalisch. Aber da ich nun mal kein gutaussehender Movie Star sein kann, versuche ich anders und individuell auszusehen und mich auszudrücken. Diese Geste mit dem Buch sagt dir was über mich. Sie sagt nicht 'Lest Bücher' sondern sagt 'Vielleicht steckt da noch mehr hinter der Musik und die Lyrics zu dem Song sind wichtig'. Es zieht die Aufmerksamkeit an und regt dazu an sich Gedanken darüber zu machen. Ich denke auf vielen Rock-Konzerten macht man sich keine Gedanken und bekommt visuelle Botschaften über Dinge die man schon weiß. Wenn der Frontmann 'Yeah!' macht (reckt die Faust in die Luft), dann soll man sich uplifted fühlen. Oder man soll die Arme in die Luft heben. Den Leuten wird gesagt, was sie zu tun haben. Ich möchte, dass die Leute ihr eigenes Ding machen und Spaß haben und sich selber bewusst machen, warum sie dort stehen.

Nach dem recht ausführlichen Vorgeplänkel wollten wir dann natürlich über das neue Album "Our Earthly Pleasures" sprechen, ohne es allerdings zum Zeitpunkt des Interviews gehört zu haben.

PS: Das ist sehr schade. Ich dachte das mittlerweile alle das Album gehört haben, oder zumindest Teile davon. Ich entschuldige mich im Namen von jemand anders. Ich will natürlich, dass die Leute es hören. Also ich empfinde das Album als heavier. Die Leute verbinden das bei Gitarrenmusik immer mit einem bestimmten Sound, irgendwas Metallisches. Aber so meine ich das nicht. Es fühlt sich an, als hätte es mehr Gewicht - auch lyrisch. Die Emotionen des ersten Albums sind noch da, aber in einem anderen Kontext. Musikalisch gesehen ist das Album offener. Das erste war sehr tight. Ra ta ta. Sehr straight, ohne Zeit zu verschwenden. Das machen wir immer noch nicht, aber wir haben auch keine Angst einen Moment zu strecken, um seinen ganzen Reichtum zu zeigen. Eine Gitarrenphrase zum Beispiel. Ich denke es klingt immer noch wie ein Maximo Park-Album, aber wie ein Schritt nach Vorne. Die Lyrics decken etwas andere Themen ab, sind aber immer noch sehr persönlich. Am Anfang denkt man noch 'Was ist das Thema, wie soll der Titel lauten'. Und je mehr man sich die Sache anschaut, desto offensichtlicher wird es. Jeder Song wurde separat von den anderen geschrieben, und dennoch sieht man plötzlich die links. Sie handeln von Sehnsüchten, Thrills, die Jagd des Lebens, die Art wie man die ganze Zeit versucht etwas Anderes und Befriedigendes zu finden. Musik ist auch so ein Ding. Du kaufst mehr und mehr Platten und manche bleiben bei dir, andere nicht. Musikalisch hat das neue Album mehr Schattierungen, mehr Dynamik. Die lauten Teile sind wirklich laut, die leisen Teile sind introspektiv und zerbrechlich.

X: Wie sieht's aus mit den Gitarrensolos?

PS: Still no solos! (Gelächter) Wir sind aber relaxter geworden, was die Tracklänge angeht. Ein Journalist hat mich darauf hingewiesen, dass "Karaoke Plays" über vier Minuten lang ist. Beim ersten Album hätten wir vielleicht noch gesagt 'Zu lang, wie können wir das ändern?'. Wir wollten die Energie von "A Certain Trigger" erhalten, wir wollten, dass die Leute thrilled und bewegt von diesem Album sind. Nicht einfach nur dastehen 'Hey, das ist ganz o.k. Ich könnte mal Teewasser aufsetzen'. Ich möchte, dass die Leute sich aktiv mit dem Album auseinandersetzen, im Klub oder mit Kopfhörern. Einige der Choruses sind diesmal heavier, mit Melodien darunter. Zwei Gitarren machen etwas, das Keyboard macht etwas, manches ist subtiler. Einige der Lücken sind nicht gefüllt, sondern einfach offen gelassen. Ich denke wir haben eine Platte geschaffen, die die Leute sich mehrmals anhören können, mit mehr Schichten. Vielleicht gibt es weniger Slogans als auf dem ersten Album. Das wird die Zeit zeigen. Andererseits: Als wir "Your Urge" in Newcastle vor 100 Leuten in einer der alten Locations gespielt haben, dachte ich bei den Zeilen "The weekend is a Godsend, the nightline is a lifeline" 'Hey, da ist ein Slogan'. Oder "Have we become the unshockable, have we become the sadened". Das könnte man auf T-Shirts drucken. (Gelächter) Dann realisiert man erst, dass solche Stücke auf dem Album sind. Es geht in dem Song mehr um uns als Menschen. Um den Widerspruch, dass Dinge, die in den Nachrichten kommen und für uns als Menschheit wichtig sind, nicht notwendigerweise für mich persönlichen das Wichtigste sind.

Maximo Park - Zwischen Pflicht und Nervenkitzel Seiten 1 2

 

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Tobiohnebo
© 04/2007 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Maximo Park

Homepage:
- Maximo Park

Artikel:
- Maximo Park - Fit For Fun im Postbahnhof
- Maximo Park - Zwischen Pflicht und Nervenkitzel
- Maximo Park - Till My Breath Runs Out...
- Paul Smith - Der George Michael von Maximo Park?

Rezensionen:
- Missing Songs
- Our Earthly Pleasures
- Quicken the Heart
- The National Health
- Too Much Information

Kurzinfos: Rolling Stones

Homepage:
- Rolling Stones, The

Rezensionen:
- A Bigger Bang
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