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Franz Ferdinand - Die Rückkehr des Art School-Rocks

"Diese Band wird euer Leben verändern", versprach der NME im Januar und setzte Franz Ferdinand auf den Titel. Zwar sind die NME-Redakteure mit solchen Lobhudeleien leicht zur Hand, doch im Fall von Franz Ferdinand könnten sie, wieder einmal, recht haben. Seit die Strokes ihr Debütalbum veröffentlichten, hat man einen solchen Aufruhr nicht mehr erlebt – und selbst hierzulande haben sich von Fast Forward über den Spiegel bis zum Frühstücksfernsehen sämtliche Redaktionen auf Franz Ferdinand eingeschossen.

Ende des Jahres 2001 spielte sich in Alex Kapranos` Küche folgende Szene ab. Ein Freund hatte Alex gerade einen Bass geschenkt mit der einzigen Auflage, damit irgend etwas brauchbares anzustellen. Die Wahl fiel auf Robert Hardy:

"Do you want to learn to play the bass then, Bob?"
"No, I'm an artist, not a musician."
"It's the same thing."
"OK then."

Und dies war der Anfang von Franz Ferdinand. Leider ist diese kleine Geschichte eigentlich zu schön, um wahr zu sein... aber sie illustriert wunderbar, aus welchem Umfeld die vier jungen Schotten kommen, die die Musikszene so gründlich aufmischen und von nicht wenigen als die aufregendste Band des Jahres bezeichnet werden. Teile von Franz Ferdinand entstammen nämlich der Kunstschule in Glasgow und bezeugen durch ihr Auftreten eine Haltung zur Musik, die man im UK schon länger nicht mehr gesehen hat. Schon die Legende, zu der sie ihre Anfangsjahre stricken, ist ebenso unterhaltsam wie selbstironisch. Auf der Suche nach einem Drummer rekrutierte Alex den in München aufgewachsenen Nick McCarthy, der dreist behauptete, diese Aufgabe erfüllen zu können, letztendlich jedoch seinen Platz bereitwillig mit den eigentlich als Gitarristen eingestiegenen Paul Thomson tauschte. Paul stellte nur eine Bedingung: Er wollte weiterhin singen dürfen und niemals "rack toms" benutzen müssen, da die Zuschauer ihn dahinter nicht mehr würden sehen können. Das Quartett war nun komplett und formulierte seinen Anspruch charmanterweise folgendermaßen: "To make music that girls can dance to."

Dieses Vorhaben brachte der Band auch den ersten Gig ihres Lebens auf einer Ausstellung mit dem Titel Girl Art, organisiert von der GSA, ein. Laut offizieller Bio beschlossen Franz Ferdinand nach diesem Gig ein leerstehendes Lagerhaus zu besetzen, es The Chateau zu taufen und ungeachtet verschiedener kleiner Widrigkeiten mit der Band zu proben, weitere Ausstellungen zu organisieren und legendäre Themen-Parties zu feiern. Ein aufwändiger Polizeieinsatz erforderte es, die Zelte abzubrechen und sich ein neues Schloß zu suchen, denn "anything can be the Chateau, if it seems right. It is even suspected that there are parts of the Capithole (London) that could be the Chateau too." Zu diesem Zeitpunkt war es augenscheinlich geworden, dass sich unter den Gesichtern, die man auf Franz Ferdinand-Gigs sah, auch nicht-schottische befanden, und die Band freundete sich mit der Vorstellung an, doch auch mal "südlich der Grenze" aufzutreten. Und wie das Leben so spielt, lief ihnen in London neben einer ungezählten Menge von koksenden A&R-Typen mit Laurence Bell der Gründer von Domino Records über den Weg.

 

Wo sonst könnte eine Band wie Franz Ferdinand besser aufgehoben sein als bei diesem "letzten Independent-Mann" des Business? Im Juni 2003 unterschrieben sie bei Domino Records, debütierten im September mit "Darts of Pleasure" und ernteten begeisterte Reviews. Kaum ein Journalist konnte es sich verkneifen, auf die Art School-Herkunft der Band hinzuweisen, es kam Franz Ferdinand jedoch zugute, dass die britischen Medien die Rockstarposen von The Darkness mittlerweile schon wieder leid waren. Als Kunststudenten hätten die Mitglieder von Franz Ferdinand normalerweise als Zielscheibe journalistischen Spottes dienen dürfen, ist es im britischen Musikbiz doch keine Seltenheit, dass schon ganz "normale" Collegestudenten als Bettnässer und Wichser bezeichnet werden. Zwar hatten die britischen Art Schools schon immer aufregende Musiker hervorgebracht, begünstigt durch ein lockeres, kreatives Klima, in dem Stipendien, Proberäume und Auftrittsgelegenheiten zur Verfügung standen. Als ein Beispiel für einen Mann, der immer auch künstlerische Impulse in seine Alben einfliessen liess, sei David Bowie genannt. Die Kehrseite dieser Herkunft äußert sich im (manchmal sicherlich auch berechtigten) Vorwurf, Kunststudenten seien snobistisch, faul, und auf jeden Fall zu verkopft, um wirklich Musik machen zu können. Das Gegenteil haben Franz Ferdinand mit ihrem selbstbetitelten Debüt gerade bewiesen.



Wer die EP "Darts of Pleasure" mit den Zeilen "ich heiße Super-fantastisch, ich trinke Schampus mit Lachsfisch" hörte, glaubte vielleicht noch irrigerweise, es mit einer deutschen Band zu tun zu haben, aber der Nachfolger "Take Me Out" machte es deutlich: Hier tritt eine Band auf, die deutlich in der Tradition britischen Pops steht und zur gleichen Zeit dem, was man vor zehn oder fünfzehn Jahren gemeinhin unter Britpop verstanden hätte, gelangweilt den Rücken kehrt.

Für Franz Ferdinand müssen neue Kategorien erfunden werden, denn die bloße Bezeichnung "Rock mit Punk-Einschlag" wird ihren funkigen, tanzbaren Songs nicht gerecht. Machen sie Dance Punk? New Art Wave? Schon die ersten Sekunden von "Take Me Out" schmeicheln dem Ohr, aber nach einem gewagten Tempowechsel mitten im Song richtet man sich auf der Couch auf, blinzelt und denkt, die trauen sich was! Und besser noch, sie machen es fantastisch. Auch das Video ist künstlerisch herausragend und hebt sich von der üblichen MTV-Masse wohltuend ab.

Letztlich sind es neben Songs, Videos und Cover-Artwork auch ihre selbstbewussten Live-Auftritte und ihre teils ziemlich dandyhafte Kleidung, die klarstellen, dass Franz Ferdinand Stil haben und ihren Kopf einsetzen. Sie achten mit ebenso viel Sorgfalt darauf, welche Frisuren und Hemden sie tragen, wie sie auch auf ihre Songs verwenden, und nicht nur deswegen werden immer wieder Vergleiche mit Pulp laut. Auch Franz Ferdinand haben Anspruch und verpacken diesen auf ihrem selbstbetitelten Debüt in mitreißenden Songs mit Ohrwurmqualität, Melodien und Rhythmen, die jeden auf die Tanzfläche kommandieren, und Texten, deren Ironie und Charme begeistert. Insofern hat die oben zitierte NME-Headline nicht zuviel versprochen: Franz Ferdinand machen Musik, in die man sich beim ersten Hören verliebt, und sind eine Band, der man sich voll und ganz hingeben will.


 

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Birte
© 02/2004 whiskey-soda.de
 


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