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Deutlich kleiner war es dieses Jahr, wobei auch die letzten Festivals unter dem Banner Fuck The Commerce eher unter der erwarteten und erhofften Besucherzahl lagen. Für die Anwesenden, die laut verschiedener Quellen zwischen 700 und 1000 zählten, hat sich das allerdings positiv zu Buche geschlagen. Kurze Wege, keine Schlangen, saubere Sanitäranlagen und reichlich Platz ließen die Stimmung steigen. Das Billing, das weniger auf einen Haufen Größen, sondern mehr auf bewährte Underground-Vielfalt und einige um so bestechendere Headliner baute, wurde dem Namen mehr als gerecht. Durch den Abbau der üblichen Mittwochabend-Show im (diesmal äußerst klein geratenen) Partyzelt sowie die insgesamt sehr sparsame Ausstattung in Sachen Fressmeile und Zeltplatz wirkte das Fuck The Commerce X wie ein Kleinformat der letzten Jahre. Viele Stimmen aus Kreisen der Fans und Bands äußerten sich allerdings positiv: Das Festival hat zu seinen Wurzeln zurückgefunden.
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Diese wurden am Donnerstag ausgehoben von Fallen Saints, die die Ehre hatten, das Jubiläum der Extraklasse zu eröffnen. So viele Melodien ist man ja kaum gewohnt auf dem Fuck The Commerce, trotz Beschwerden im Publikum ("Dat muss blasten, Alta!") waren die Deather eine gemütliche Einstimmung in ein langes Metal-Wochenende.
Das Wetter tat sein übriges. Wie die meisten der vom Veranstalter vollmundig angeküngigten Vorhersagen bewahrheitete sich auch diese: Perfektes Festivalwetter. Nostalgiker trauerten sogar den Schattenplätzen im guten alten Neiden nach.
Despise aus Tschechien waren zum ersten Mal dabei und boten dickes Gerumpel mit Elektrosamples. Die ausgesprochenen Devourment-Fans waren trotz immernoch bescheidener Präsenz des Publikums dankbar, dabei sein zu dürfen. Godphobia, deren Namen von Besuchern ironisch als "Ahja, also gottesfürchtig oder was?" interpretiert wurde, vertraten als einzige Schweden eher erfolglos ihr in Metallerkreisen vielgerühmtes Land und Epitome fielen auf Grund gebrochener Gliedmaßen auf Seiten des Felldreschers ganz aus. Ein bisschen polnisches Gerumpel hätte allerdings gut getan, denn mit Tombthroat und Ars Mortis gab's dann wieder Death-Thrash auf den Deckel.
Wojczech, ebenfalls aus deutschen Landen, sorgten wieder Grindcore par Excellence. "Ab heute möchte ich gern euer Freund sein" war ein Motto, das sicher viele Besucher erwiderten. Die gut aufgebaute Stimmung nutzen die Belgier von Punished Earth, um den ersten Abend einzuläuten und mit Viral Load wurde das Fuck The Commerce vom gemütlichen Metalpicknick endlich zum Festival. Die Amis haben eindeutig ihre Muttis fürchterlich lieb und neben Suffocation oder Dying Fetus- beeinflusstem gut gemachten Todeststahl gabs den einen oder anderen enthusiastischen Kommentar in typischer Mundart (also mit dem liebevollen F-Wort vor so ziemlich jedem Substantiv).
Devourment, die heimlichen Headliner des Abends, kamen ebenfalls über den Teich und boten Brutal Death, der sich gewaschen hat. Pit, Party, alles prima.
Disbelief waren wenige Wochen zuvor als Ersatz für Denial Fiend eingesprungen, die wohl ihre Einreiseerlaubnis verbummelt hatten. Von den meisten Besuchern zunächst nicht als würdiger Ersatz betrachtet, bespielten die Jungs allerdings ein zu nächtlicher Stunde gut gefülltes Gelände. "Navigator" heißt das neueste Scheibchen und ein zweites Hinhören haben Disbelief wohl so Einigen näher gebracht.
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Sekundärtugenden wie Schlafen oder Essen sind massiv überschätzt, wie sich nach der ersten Nacht im kleinen, aber umso heimeligeren Partyzelt herausstellte. Gerade gegen Ende des noch kühleren Donnerstags fand auch das Lagerfeuer großen Anklang und die Party konnte am nächsten Morgen quasi genau da einsetzten, wo sie noch gar nicht recht ausgeklungen war.
Perverse aus Polen zogen die Gruselmasken-Show mit Gebolze ab, die Italiener von Blashphemer erzählten an gleich drei Mikros Geschichten von der Mafia und spielten nebenbei noch tiefsten Grind. Prima Start. Die Deathgrinder von Squash Bowels hatten einen neuen Sänger im Gepäck, der seine erste Show gleich auf dem Fuck ablieferte. Das aktuelle Album mit dem hervorragenden Titel "Love Songs" hatte der gute Mann aber bestens drauf. Es folgten melodischere Töne mit Torturized, deren recht ansehnliche Show ihnen allerdings bald vom ersten umherspringenden Nackten geklaut wurde.
Damit war dann auch die Frau von der Security getröstet, die sich nach etlichen Jahren Fuck The Commerce-Erfahrung schon Sorgen gemacht hatte, dass wirklich "alle Freaks zu Hause gelieben" seien. Und sind wir mal ehrlich, was ist schon ein Death'n'Grind-Fest ohne den obligatorischen FKK-Mosher?
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