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X. Protzen Open Air - Ein magisches Wochenende

Schon die äußeren Umstände im Vorfeld deuteten auf ein gelungenes Festivalwochenende hin. Für das Wochenende 8.-10.06.07, an dem das X. Protzen Open Air stattfand, war für die Region rund um Neuruppin schönstes Wetter vorhergesagt, keine Band sagte kurzfristig ab und auch die weiteren Vorbereitungen liefen, laut den Organisatoren, reibungslos. Wie großartig, wunderbar und erfolgreich – ja fast schon magisch - das Jubiläumsfestival allerdings wirklich werden würde, hätte sich dann doch kaum jemand vorstellen können.

Bereits vor dem offiziellen ersten Tag, fanden sich am Donnerstagabend einige Feierwütige auf dem Gelände des Dead Land e.V. in Protzen ein, bauten Zelte auf und feierten eine kleine aber feine Warm-up Party am Lagerfeuer. Am Freitag, bei gut und gerne 30 Grad, ging es dann auch musikalisch zur Sache. Den, eigentlich nicht so beliebten, Platz des Openers hatten die Berliner Damned Division inne. Gespannt, von der doch schon recht gut gefüllten Halle, einem alten Flugzeughangar, in dem die Bühne steht, wurde der neue Sänger der Combo, Marcel erwartet. Die Erwartungen der Freunde, Fans und Interessierten wurden nicht enttäuscht. Marcel machte seine Sache so gut, dass ausschließlich positive und begeisterte Stimmen laut wurden und Zugaben forderten. Die, ebenfalls aus Berlin stammenden, Herren von Secretum zockten Ihr Set routiniert von der Leber weg, wie man die Thrasher eben kennt.

Fast einen reinen Berlintag bekamen die Besucher des POA diesen Freitag geboten, denn auch die folgenden Melodic Deather Unsoul stammen aus der Hauptstadt. Gleich zwei wunde Punkte der Besucher traf Sänger Dennis mit seiner Ansage zu "Dance your legs of": Er forderte die am Rand sitzenden Metaller und Metallerinnen auf, gefälligst aufzustehen, denn: "Sitzen ist wie duschen auf einem Festival: Kein Heavy Metal!" Bei geschätzten 50 Grad in dem Blech-Hangar war man allerdings bereits vom Sitzen so durchgeschwitzt das eine kalte Dusche aber mal richtig Metal gewesen wäre. Allen Bands, die in dieser Sauna wirkliche Höchstleistungen vollbracht haben, muss man an dieser Stelle wirklich den allerhöchsten Respekt zollen! In dieser Hitze-Hölle rockten dann auch Crowd und Korades und zeigten keinerlei Schwächen. Einen Schnellkurs in Sachen irischer Geschichte gaben die Berliner Death Urgesteine Harmony Dies. Denn außer den bekannten und beliebten Songs wie "Chain to die", "Narcotic" oder "Execution", präsentierten sie einen neuen Song mit dem gälischem Titel "Cuthach An Chon" in dem es um Cú Chulainn geht, einem großen Krieger der irischen Mythologie, der sich im Kampf verwandelte und in diesem Zustand sieben Finger an jeder Hand, sieben Zehen an jedem Fuß und sieben Pupillen in jedem Auge hatte.

Bei Harmony Dies Sänger Christoph war jedoch keines der oben genannten Symptome zu erkennen, obwohl das sicher mal eine gelungene Showeinlage gewesen wäre. Durch Harmony Dies stimmungsmäßig auf die richtige Temperatur gebracht, wurden Postmortem von Anfang an mit einem fetten Moshpit gefeiert. Außer mit Ihren power- und energiegeladenen Songs wie zum Beispiel der altbekannte "Der Totmacher" aber auch jüngere Titel von dem hoffentlich bald erscheinenden neuen Album der vier "Suffer" oder "Lobotomy" überzeugten die Hauptstädter mit einem Kanister frisch angesetztem Schnaps der Brutz & Brakel Crew, die jedes Jahr auf dem PartySan Open Air Ihren berühmten und berüchtigten Cocktailstand haben und dessen Crew zum großen Teil aus den Bandmitgliedern von Postmortem besteht. Immer mehr leere Becher wurden dem Sänger, der selbst bei dieser Hitze nicht ohne die obligatorische Wollmütze auftrat, zwischen den Songs unter die Nase gehalten und er fühlte sich dann doch noch einmal verpflichtet, den Leuten zu erklären, das es sich nicht um Orangensaft sondern um hochprozentigen Schnaps handelt. Keine Gnade durch die Fans gab es auch für Postmortem und ohne zwei Zugaben wurde das Quartett nicht entlassen.

 

Als Cowboys From Hell und Pantera Coverband waren sie angekündigt und so manch skeptische Stimme wurde vor dem Auftritt der Band, deren Name eigentlich Ganymed ist, laut denn wer um alles in der Welt sollte Pantera covern? Genau diese Stimmen, verstummten bei den ersten Tönen alter Pantera Klassiker ganz, oder schwenkten von Skepsis zu ehrfurchtsvollem "Er klingt wie Phil Anselmo, mach die Augen zu und du bist bei Pantera!" staunen. Und wirklich, Sänger Christian Friedel und die Band ließen mit Songs wie "Walk", "5 Minutes Alone", "I'm Broken" den Blechkasten beben und die Meute moshen, tanzen und pogen wie keine Band vor Ihnen. Ein Wahnsinnsauftritt und eine Wahnsinnsstimmung die noch bis weit nach dem Auftritt der Pantera Coverband anhielt.

Mittlerweile war die Sonne blutrot hinter den Hügeln unter gegangen und das traditionelle Lagerfeuer brannte auch schon seit einigen Stunden mitten auf dem Platz und die Party ging mit Mukke aus der Konserve von DJ Keksgrinder, Cocktails von Pilles Cocktailstand rund um das Feuer und die aufgestellten Partyzelte bis in die frühen Morgenstunden weiter.

X. Protzen Open Air - Ein magisches Wochenende Seiten 1 2

 

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Baja
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