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Für die Berliner Bohème, die sich am Donnerstag im Postbahnhof einfand, ist die Band Beirut aus Santa Fe in New Mexiko wahrscheinlich so etwas wie eine Offenbarung. Sie haben das gewisse Urwüchsige und Naturverbundene, nach dem sich ein jeder noch so glühende Großstädter an kalten und verregneten Tagen sehnt.
Zudem sind sie größere Kosmopoliten als die gesamte Prenzlauer Saniert-und-Dielen-Bevölkerung in der Summe. Das umspielt sie mit dem Heiligenkranz des Besonderen und Bewundernswerten, denn das ist der Zeitgeist. Ukulelen und Akkordeons sind gerade ungefähr so en vogue wie Synthie-Keyoards und Schulterpolster in den Achtzigern. Bands wie The Arcade Fire haben es vorgemacht und Beirut folgen den Spuren und nehmen doch einen anderen Weg.
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Wenn Zach Condon seine Gefährten zu neuen kleinen Wundertaten animiert und dabei so euporisch wirkt wie ein Fußballer der Equipe Tricolore beim Singen der Marseilleise, dann waren das schon denkwürdige Momente am vergangen Donnerstag. Getragen durch die Phantasie eines osteuropäischen Folktraums und französischer Chanson-Liebeleien.
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Daran ist zwar nichts wirklich authentisch und echt, aber der Schein stand im Vordergrund. Da scheint es auch nur folgerichtig, dass die argen technischen Probleme, die nicht durch die Band verschuldet wurden, einfach mit einem kräftigen Schluck aus der Flasche kompensiert wurden.
Wirklich ernst war das wohl alles nicht und deswegen ist es auch fraglich, ob ein Beirut-Konzert jemals zu diesen Erlebnissen gehört, derer man sich in Jahrzehnten erinnern möchte und denken will: "Damals gab es sie noch, diese wahrhaftigen Momente..."
Trotzdem war die Illusion streckenweise auch eine sehr schöne. Vor allem, wenn die neunköpfige Band samt Bläserensemble, Geige und unglaublich charmanter Musiker vor lauter Tanzfreude einem gelöst-euphorischen Chaos auf der Bühne frönte.
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Für zwei Zugaben ließ sich die Band zurück auf die Bühne bitten. Erstere war der Höhepunkt des Abends und wäre einem würdigen Ende gleichgekommen. Tragisch genug, dass es sich hierbei um eine Neuinterpretation von „Siki, Siki Baba“ des Kocani Orkestars handelte. Trotzdem tragisch schön. Aber eine Illusion sollte eben nicht ewig dauern. Wo kämen wir denn da hin?
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