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Der Freitag avancierte zu einem verspäteten Anreisetag. Und dank eines Unfalls auf der Gegenfahrbahn, gingen über 3 Stunden für 200km drauf (vielen Dank an die Gaffer vom Stau München in Richtung Nürnberg, wegen euch hab ich Behemoth verpasst!!!!).
Endlich angekommen bietet sich dem geneigten Metalfan eine fantastische Location: Ein gigantischer Rastplatz mit allem was das Herz begehrt, direkt an der Autobahn mit der Filiale einer bekannten Fastfood-Kette und Campingplatz nur einen Steinwurf von den zwei Bühnen entfernt.
Die kleinere der Bühnen ist in einer Halle mit großer Bar und Essensausgabe. Es spielen gerade Eisregen und treffender weise fühlt man sich auch als wäre man in einen selbigen geraten, wenn man aus der Sonne in die Fängen von Michael „Blutkehle“ Roth gelangt.
Die leid- und Zensurgeprüften Dark Metaller spielten hauptsächlich Lieder ihrer neuen Platten, was wohl auch an dem Übereifer der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien lag. Selbigen ist es zu verdanken, dass Eisregen nicht viel klassisches Material zur Verfügung steht. Es machten auf dem Festival Gerüchte die Runde, dass die deutschen Cradle Of Filth vor ihrem Auftritt von Zivilpolizisten in der Garderobe ausgiebig zu ihrem geplanten Programm befragt wurden. Und so hatte alles seine Ordnung. Alphawolf, Schneuz den Kasper, Schlachthaus-Blues und während Elektrohexe noch eine Stripperin dazu, dürften auch dem Auge des Gesetzes kein Dorn in selbigem gewesen sein.
Ein kurzer Sprint in Richtung Hauptbühne lässt einen wenigstens noch die persönlichen Highlights des Kataklysm-Gigs miterleben. Crippled and Broken, In Shadows and Dust, As I Slither und Manipulator of Souls vom sagenhaften Epic-Album stimmen schon wieder friedlich, wenn man bedenkt, dass die Überschneidungen nicht nötig wären, finge der Festival-Tag nicht erst um halb zwei sondern nur ein wenig früher an. Doch so war nach kaum fünf Liedern Schluss und es ging erneut in die Halle - diesmal zu den Deathstars.
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Der Auftritt der schwedischen "Death Glam"-Metaller hatte etwas unwirkliches, bizarres an sich. Wie eine Mischung aus Marilyn Mansons Präsenz, Pete Dohertys Allüren und Tokio Hotels Garderobe und Make-up standen sie da auf den Brettern in gleißend hellem Licht. Groß, hager, blass und mit einem abwechselnd mahnisch und depressiven Gesichtsausdruck. Aus zwei Alben war es schwer eine abwechslungsreiche Setlist zu gestalten. Aber "New Dead Nation", Semi-Automatic, und "Synthetic Generation" sind getrennt betrachtet richtige Kracher und machen auch live ordentlich Laune. Zum Glück gab es parallel zu den Zivilpolizisten keine BMI-Kontrolleure. Denn in Mailand hätten die Herren um Whiplasher mit einem derartigen Untergewicht nicht auflaufen dürfen. Komisch - ich find die Köttbullar bei IKEA äußerst lecker. Vielleicht zuviel Wasa?
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Wieder hieß es im Laufschritt zur Mainstage hechten, denn Satyricon hatten schon angefangen. Mit neuem Gitarristen werden alte und aktuelle Hits zelebriert. Now, Diabolical, Fuel for Hatred, With Ravenous Hunger sind das Beste was Norwegen zu bieten hat. Das es nach Mother North (incl. Mitsing-Intro) keine Zugabe gibt, sollte inzwischen verständlich sein. Jeder weitere Song würde nach der Über-Hymne des Black Metal blass erscheinen und das würde den Ansprüchen von Satyricon nicht gerecht. Die Setlist war super, die Songs sind der Hammer - der Auftritt war aber nur passabel. Und als große Frage bleibt: warum lässt sich Satyr bei dem schnellen Tonlagen-Wechsel im K.I.N.G.-Refrain nicht helfen? Dort kam er doch etwas außer Atem und noch etwas mehr aus dem Rhythmus.
Die Sisters of Mercy waren langweilig und wurden ihrem Headliner-Status nicht gerecht. Ein lauer Tagesabschluss ohne Spielfreude und Erwähnenswertes.
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