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Battle Of Metal: Wir sind nicht in Bayern - wir sind in Franken! (1)

Geiselwind ist ein idyllisch gelegenes Nest irgendwo in der fränkischen Pampa. Und trotzdem bricht dort, etwa 60 km von Nürnberg entfernt, über den Sommer verteilt regelmäßig die Hölle aus. Ob Bikertreffen, Böhse Onkelz-Fanzelten oder das Battle Of Metal Open Air - es wird gefeiert bis das Bier zur Neige geht.


Der Freitag avancierte zu einem verspäteten Anreisetag. Und dank eines Unfalls - auf der Gegenfahrbahn - gingen über 3 Stunden für lächerliche 200 km Autobahn drauf (vielen Dank hierfür an die Gaffer vom Stau München in Richtung Nürnberg, wegen euch habe ich Behemoth verpasst!!!!).

Endlich angekommen bietet sich dem geneigten Metalfan eine fantastische Location: Ein gigantischer Rastplatz mit allem was das Herz begehrt. Der "Strohofer" liegt direkt an der Autobahn und bietet mit einer Burger King-Filiale, zwei großen Tankstellen, einem riesigen Parkplatz und einem nur einen Steinwurf von den Bühnen entfernten Campingplatz das logistische Nirvana. Besser geht es nicht.

Die kleinere der Bühnen befindet sich in einer Halle mit großer Bar und Essensausgabe. Es spielten bereits Eisregen. Treffender Weise fühlt man sich auch als wäre man in einen eben solchen geraten, als man aus dem Sonnenschein spazierte und schlagartig in den Fängen von Michael „Blutkehle“ Roth landete. Die leid- und Zensurgeprüften Dark Metaller spielten hauptsächlich Lieder ihrer neuen Platten, was wohl auch an dem Übereifer der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien lag. Diesem Haufen ist es zu verdanken, dass Eisregen nicht viel klassisches Material für den Auftritt zur Verfügung stand. Es machte auf dem Festival das Gerücht die Runde, dass die "deutschen Cradle of Filth" vor ihrem Auftritt von Zivilpolizisten in der Garderobe ausgiebig zu ihrem geplanten Programm befragt wurden. Fest steht, dass während der Show alles seine Ordnung hatte. "Alphawolf", "Schneuz den Kasper", "Schlachthaus-Blues", "Elektrohexe" und eine Stripperin als optische Auflockerung dürften dem Auge des Gesetzes kein Dorn in selbigem gewesen sein.

Ein kurzer Sprint in Richtung Hauptbühne lässt wenigstens noch die Highlights des Kataklysm-Gigs miterleben. "Crippled and Broken", "In Shadows and Dust" und "Manipulator of Souls" (vom sagenhaften Epic-Album) holzten brachial aus den Boxen. Die Überschneidungen wären unnötig, wenn der Festival-Tag nicht erst nachmittags, sondern ein wenig früher anfingen. Doch so war nach kaum fünf Liedern Schluss für mich und es ging erneut in die Halle - diesmal zu den Deathstars.

Der Auftritt der schwedischen "Death Glam"-Metaller hatte etwas Bizarres an sich. Mit einer Mischung aus Marilyn Mansons Präsenz, Pete Dohertys Allüren sowie Tokio Hotels Garderobe und Make-up standen sie da auf den Brettern in gleißend hellem Licht. Groß, hager, blass und mit einer abwechselnd manisch und depressiven Show. Die Setlist war durch nur zwei zur Auswahl stehende Alben ein wenig monoton. "New Dead Nation", "Semi-Automatic", und "Synthetic Generation" sind getrennt betrachtet aber richtige Kracher, die auch live ordentlich Laune machen. Zum Glück gab es keine BMI-Kontrolleure auf dem Battle Of Metal. Denn zumindest in Mailand hätten die Herren um Sänger Whiplasher mit einem derartigen Untergewicht nicht auflaufen dürfen. Merkwürdig; ich finde diese Köttbullar äußerst lecker.

 

Wieder hieß es im Eilschritt zur Mainstage hechten, denn Satyricon hatten schon angefangen. Mit neuem Gitarristen an Bord wurden vor allem aktuelle Hits zelebriert. "Now, Diabolical", "Fuel for Hatred" und "With Ravenous Hunger" sind das Beste was Norwegen zu bieten hat. Dass es nach Mother North (incl. Mitsing-Intro) keine Zugabe gibt, sollte inzwischen jedem klar und auch verständlich sein. Denn jeder weitere Song würde nach der Über-Hymne des Black Metal blass aussehen. Und alles andere als Perfektion kann den Ansprüchen von Satyricon nicht gerecht werden. Die Setlist war von höchster Güte, die Songs an sich sind ohnehin der Hammer - der Auftritt bekommt aber nur ein "passabel". Es fehlte der Elan oder auch nur das gewisse Quäntchen Extraklasse, das man von der Band erwartet. Und als große Frage bleibt: warum lässt sich Satyr bei dem schnellen Tonlagen-Wechsel im K.I.N.G.-Refrain nicht helfen? Beim Versuch beide Stimmen unmittelbar hintereinander zu singen, kam er etwas zu sehr außer Atem und noch mehr aus dem Rhythmus.

Die Sisters of Mercy waren langweilig und wurden ihrem Headliner-Status nicht gerecht. Ein lauer Tagesabschluss ohne Spielfreude und Erwähnenswertes. Dadurch wurde die Nachtruhe spontan ausgedehnt (um fit zu sein für Samstag).


 

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tasso
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