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Doch man wurde eines besseren belehrt. Nach gut einer dreiviertel Stunde Wartezeit, die durch Freibier oder sonstige Getränke jeglicher Wahl versüßt wurde, verkündete der Promoter von Sony/BMG einzeln dem gemeinen und vor sich hin rauchenden Pressevolk, dass die Band gerade in Tempelhof gelandet sei und tatsächlich in zirka zehn Minuten das Silverwings betreten würde. Wie bitte? Die Foo Fighters, Dave Grohl, der mehr Rockgeschichte auf dem Buckel hat als ein Haifisch Zähne, sollte gleich mal eben mit seiner Band vorbeischauen, um die Ehre zu gewähren, ein weiteres Foo Fighters Album vorzustellen? Mit Verlaub, aber sicherlich trieb allein die Vorstellung dieser Tatsache einigen die Herzfrequenz in schwindelerregende Höhen und ein seltsames Leuchten von Vorfreude in den Augen (nicht nur bei den Ladies) durchfloß die Reihen. Denn vor Dave, Ex-Schlagzeuger von Nirvana, der sich auch bei den Queens Of The Stone Age auf deren Album "Songs For The Deaf" verewigte, hat irgendwie jeder Respekt. Dass er seine Vorliebe für Tenacious D gerne in Interviews gekundet, zeigt nicht nur seinen Sinn für skurrilen Humor, sondern lässt ihn weitere Sympathiepunkte sammeln, die das Bild eines Besserrockstars mit Moral noch bestätigten. Vielleicht ist Dave so etwas wie der Dalai Lama des Rock'N'Roll.
Als man nach ein paar Minuten wieder genug Gelegenheit hatte, seinen Puls einigermaßen zu beruhigen, betraten die Foo Fighters den Raum. Taylor, der Drummer der Band, fragte uns nach Feuer, womit wir schnell Abhilfe schaffen konnten. Ziemlich schnell, wie er es als Frontsänger wohl gewohnt ist, ergriff Dave das Wort und erklärte, dass das neue Album eher ein Zufall sei. Eigentlich hätten sie sich nach den Konzerten und Festivals gerne erst einmal ein Jahr Pause gegönnt. Doch irgendetwas juckte in den Fingern und deswegen habe man sich noch einmal für ein neues Werk im Studio getroffen. Zu seinem Geburtstag hätte ihm auch jemand ein Piano geschenkt und der klangliche Einfluss dieses neuen Instruments sei auch deutlich auf dem Album zu hören. Das habe er sich nicht nehmen lassen. Mit der Produktion von Gil Norton, der auf "Echoes, Silence, Patience And Grace", so der Name des neuen Foo Fighters Albums, sei Dave sehr zufrieden gewesen. Er habe es wirklich geschafft, den Songs einen völlig einzigartigen Klangkosmos zu geben. Soviel zu der Ansprache von Dave, bevor nun das neue Album der Foo Figthers zum ersten mal in Deutschland der Presse vorgestellt wurde.
Ohne zu viel zu verraten, es klingt tatsächlich etwas ruhiger und macht seinem Namen alle Ehre. Explosionsartige Stücke wie "Best Of You" des letzten Studioalbums "In Your Honor" sind nicht zu hören. Dafür einige Songs, die fast schon an die gute Laune so mancher Beatles Stücke erinnern. Aber mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Das Album erscheint ja schließlich erst Ende September.
Nachdem man Zeuge der zwölf neuen Songs der Foo Fighters wurde, trat Dave erneut vor die Pressemeute, die sichtlich entspannt die letzten 50 Minuten genossen hatten und fragte: "Und, wie fandet ihr's?". Vor versammelter Mannschaft wollte dazu niemand wirklich etwas sagen, aber da die Band noch für einen Augenblick blieb, war es zumindest möglich, Dave mit einem schmunzelnden Auge zu sagen: "Das Album ist echt schön, aber ich kann nur hoffen, dass Dir zu Weihnachten niemand eine Flöte schenkt!"
Vorläufige Tracklist (Änderungen möglich)
The Pretender
Let It Die
Erase/Replace
Long Road To Ruin
Come Alive
Stranger Things Have Happened
Cheer Up, Boys (Your Make-Up Is Running)
Summers End
Ballad Of The Beaconsfield Miners
Statues
But, Honestly
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