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Der Morgen und Vormittag des folgenden Samstags steht ganz im Zeichen des neuen deutschen bzw. deutschsprachigen Punks. So werden die „Frühaufsteher“ mit den sehr gelungenen Performances von Itchy Poopzkid (die definitiv den Preis für die jüngsten Fans abräumen), Turbostaat und vor allem Muff Potter belohnt. Letztere präsentieren ihr neues herausragendes Album „Steady Fremdkörper“. Besonders zu überzeugen weiß der genial getextete Song „Wunschkonzert“. Ein echtes Feuerwerk!
Danach heißt es erstmal Abstand von der Bühne halten und sich ein kaltes Gezapftes genehmigen. Denn auch wenn man Hardcore vielleicht laut hören sollte: Der Sound, der bei From Autumn To Ashes von der Stage schallt, foltert durch unmenschliche Lautstärke die Ohren auf grausamste Art und Weise. Den Die-Hard-Fans ist es egal, vor der Bühne wird ordentlich gemosht. Alle andern blicken währenddessen skeptisch gen Himmel: Ob sich das Wetter hält?
Vorerst ja, und neben Spitzenalben wie „Aerial View“ ist es auch der Sonnenschein, der viele Menschen dazu bringt, sich vor der Bühne auf Blackmail zu freuen. Dass die Indie-Urgesteine dann auch noch den Kracher „Couldn’t Care Less“ als Opener gewählt haben, macht die Stimmung perfekt. Weiterhin überzeugen Blackmail dann allerdings weniger durch ihre Musik, die immer mehr zur gigantischen Jam-Session wird, als durch die Bier- und Jägermeister-bedingten Ansagen des Sängers Aydo Abay. „Ich sauf' mich heute richtig weg und mach mir Juliette Lewis klar!“ Schon hat er das laut johlende Publikum auf seiner Seite. Neben einigen anderen Aussprüchen, die die Area4-Besucher zu wahren Lachattacken hinreißen, bleibt vor allem ein Ausspruch im Gedächtnis: „Komisches Festival hier... aber auch schön!“
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Humoristisch geht es dann auch direkt weiter. Die Spaßvögel um Eddie Argos, Art Brut, stehen auf der Matte und machen sich das Area4 Untertan. Wahnsinn, mit welcher Energie Songs wie „My Little Brother“ oder „80.000 Lira“ von der Bühne brettern, dabei aber immer noch so locker und cool wie auf den Alben der Briten klingen. Das liegt aber auch nicht zuletzt an der ausgelassenen Performance von Mr. Argos. Bei einem Song springt er gar von der Bühne nur um wie ein Wilder durch die Zuschauer zu laufen, die ihm begeistert auf die Schultern klopfen. Auch die Songs des neuen Albums werden kommen gut an. Ein absolutes Highlight!
The 69 Eyes kann man sich schenken, dass wird schon nach den ersten Tönen klar. Der Goth-Rock will einfach nicht zum Rest des Line-Ups passen und nervt schon nach wenigen Minuten. Da gönnt man sich lieber noch eine Pause, man will ja schließlich sehen, ob da gleich wirklich was geht mit Juliette und Aydo... Aber leider geht da nichts bei Juliettes Auftritt. Die Erwartungen waren groß und auch wenn Juliette Lewis über eine ungeheure Bühnenpräsenz verfügt, vermag das nicht darüber hinweg zu täuschen, dass die Songs größtenteils ziemlich öde sind. Eine Augenweide ist es trotzdem, wie die Dame mit Federschmuck über die Bühne tobt.
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Nach enorm langen Umbauarbeiten betritt dann der Stil in Person die Bühne: The Hives! Wie immer in schwarzen Anzügen feuern die Schweden einen punkigen Hit nach dem nächsten ins Publikum. Auch vom neuen Album, das im Oktober erscheint gibt es schon was zu hören. Trotz der gigantischen Show zeigt sich das Publikum jedoch erstaunlich wenig frenetisch, verglichen mit den Reaktionen die diese Band z.B. auf dem letzten Hurricane Festival hervorgerufen hat. Sichtlich verärgert verziehen sich die Hives nach erstaunlich kurzer Zeit wieder hinter die Bühne. Der Funke wollte heute leider nicht überspringen. Aber man muss auch die guten Seiten sehen: Trotz Bewölkung bleibt es trocken in Lüdinghausen!
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Bei Billy Talent ist dann von Zurückhaltung zum Glück nichts mehr zu merken. Eine ordentliche Masse an Menschen feiert zum unvergleichlichen Stilmix der coolen Kanadier. Der Sound ist glasklar und die Lichtshow eine optischer Hochgenuss. Egal ob „This Suffering“ oder „River Below“, Songs beider Alben werden mit tosendem Jubel entgegen genommen. Und das völlig zu Recht. Billy Talent sind live einfach eine Macht und wer da abfällig „Teenieband“ grummelt hat nichts, aber auch gar nichts verstanden. Beim großen Finale „Red Flag“ scheint es, als würde der ganze Flugplatz Borkenberge hüpfen und tanzen. Ein würdiger Headliner!
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