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Sonntag. Nach soliden, aber nicht weiter ins Gewicht fallenden Auftritten von Jingo De Lunch und The Draft (Boozed fielen aus) betreten die unscheinbaren Madsen die Bühne und rocken was das Zeug hält. Mit ihrem direkten und kraftvollem Rock gehören sie zu dem besten, was es zur Zeit an jungen, deutschsprachigen Bands gibt, daran gibt es nichts zu rütteln. Songs wie "Ein Sturm" und "Die Perfektion" werden vom Publikum mit ausgelassenem Mitsingen und Tanzen belohnt, was die Band wiederum dazu anstachelt Coversongs wie "99 Problems" von Jay-Z auszupacken. Und schon ist man wieder wach und bereit für den letzten Festival-Tag. Auch wenn es wohl regnen wird. Gigantische Wolkenberge türmen sich über dem mitlerweile lieb gewonnenem Flugplatz auf.
Sparta können unter Festivalbedingungen dann leider nicht begeistern. Tolle Musik, ohne Zweifel, aber letztendlich doch zu eintönig. Da gönnt man sich lieber noch ein Pils und starrt angstvoll auf den Himmel. Vielleicht zieht's ja vorbei...
...And You Will Know Us By The Trail Of Dead gehören zu den erklärten Lieblingsbands des Autors dieser Zeilen, aber dennoch muss deutlich gesagt werden: An diesem Sonntag enttäuschen sie selbst die größten Fans. Wer die Band diesen Sommer in Köln live gesehen hat weiß, zu welch unglaublich intensiven und grandiosen Shows diese Band fähig ist. Umso trauriger ist es, dass am heutigen Tage diese Genialität nur ganz selten ("Caterwaul" und "Will You Smile Again For Me?") heraussticht. Ansonsten verlieren sich ...Trail of Dead vor allem gegen Ende in ermüdenem Free-Jazz-Gefrickel. Schade.
Wie durch ein Wunder sind die Wolken tatsächlich vorbeigezogen und man ist bereit sich von Mando Diao die eingeschlafenen Füße wecken zu lassen. Die Band liefert ein Best-Of Programm erster Güteklasse, bleibt dabei allerdings ziemlich gelangweilt und routiniert. Der guten Stimmung im Publikum tut das keinen Abbruch. Könnte man sich bei schmissigen Hits wie "Sheepdog" oder "Long Before Rock'n Roll" aber auch kaum vorstellen.
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Kaum haben Mando Diao wort- und zugabenlos die Bühne verlassen baut sich eine knisternde Spannung über dem Festivalgelände auf. Werden wir sie gleich wirklich mit eigenen Augen sehen? Die Antwort lautet ja, auch wenn sie sehr lange auf sich warten lassen. Wie sagte es Benjamin Kowalewicz, Sänger von Billy Talent, gestern noch so treffend: "The mighty Tool"
Und mächtig, das sind sie. Kein Adjektiv könnte passender sein. Bedrohlich flackern die vier gigantischen Videoleinwände,die hinter den Musikern postiert wurden, sodass diese nur als Silhouetten zu erkennen sind. Kein noch so eingefleischter Prog-Hasser dem in den ersten Momenten dieser furiosen Licht- und Klang-Performance nicht der Mund offen steht und das Grinsen gefriert. Man muss diese Band nicht mögen. Aber man muss sie erlebt haben.
Nach dem monumentalen Opener "Jambi" kommt "Stinkfist" geradezu poppig daher, aber von einzelnen Songs kann hier sowieso kaum noch die Rede sein. Gesamtkunstwerk Tool.
Ein würdiger Abschluss eines tollen, kleinen Festivals, das vor allem dank des extrem prominenten Line-Ups punkten konnte. Etwas größer darf das Ganze im nächsten Jahr schon noch werden, aber eines ist in diesen drei Tagen klar geworden: NRW braucht das Area4 Festival. Möge es von nun an alljährlich den Westen zum Rocken bringen!
Fotos wurden geknipst von hansvrijmoed.
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