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Wer noch nie in der "Amme" (liebevolle Abkürzung der Amnesie) war, der weiß auch nicht was Publikumsnähe bedeutet. Wirklich nicht viel größer als ein Wohnzimmer, mit einer Bühne die gerade einmal Sofaausmaße vorweisen kann und Raumtemperaturen wie im Hochsommer, verlangt es den Musikern doch schon eine ganze Menge ab. Die zur Feier geladenen Ascaris konnten bei diesen Verhältnissen auch noch nicht allzu viel Bewegung in den Laden bringen, denn auch ohne bewegen floss der Schweiß in Strömen. Martini die Stimme der Gastgeber Turbolover störte das, zumindest zu Beginn des Auftritts wenig. Im Laufe der Zeit entledigte er sich dann allerdings erst seines T-Shirts und wünschte sich, als das Bier in fast dem gleichen Tempo wieder ausgeschwitzt wurde, als getrunken, dann fast nichts mehr, als ein Handtuch das ihm dann auch eine aufmerksame Besucherin besorgte. Trotz des beengten Raums und der Hitze schafften es FrankT und Sören mit Bass und Gitarre ein glamourmetalwürdiges Posing hinzulegen. Respekt!
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Auch Turbolover hatten leichte Schwierigkeiten ihr Publikum zum Mitmachen und Tanzen zu bewegen und obwohl für die ersten beiden Mutigen, zwei Flaschen kaltes Bier als Preis ausgeschrieben waren und Martini schon mit "Jetzt stellt ihr Euch alle im Halbkreis auf und wippt einfach mit dem Fuß...so...!" zufrieden gewesen wäre, scheinen auch die Punkrocker so langsam in die Jahre zu kommen. Nichts desto trotz sah man vielleicht nicht viele Tanzen, aber doch durchweg zufriedene Gesichter, die, obwohl es das Album "Brot für die Welt" ja noch gar nicht so lange gibt, schon textsicher die Titel wie den Titelsong "Brot für die Welt" oder "Skinheads und Heroin", "Zickenbart-Prolet" und "Hartkernherz", um nur einige beim Namen zu nennen, mitsingen konnten. Fast alle Werke der neuen Langrille wurden vorgetragen, auch wenn dem Zuständigen für Außendarstellung und Körperkultur der Truppe die Unterstützung durch den weiblichen Part, der auf der CD zu hören ist, fehlte. Auch ließen es sich Turbolover nicht nehmen den ein oder anderen Song des Vorgängerwerkes "Zum Letzten Fisch" noch einmal zu zum Besten zu geben und so freuten sich die Fans zum Beispiel über "Mitte-Boys", "Salat" und vor allem über "Metropa Meeting", ein Stück der ehemaligen Band Martinis Goyko Schmidt. Mit dem Song "Bundesrepublik" coverten die Berliner ein mehr als politkritisches Stück der Gruppe Schleimkeim, wohl inspiriert von einem Besucher, der ein T-Shirt dieser Band trug: "Der Song ist nur für dich hier vorne!" Zum Abschied gab es dann noch eine BFC Dynamo Hymne bei der deutlich wurde, für welchen Verein die Herzen der meisten Anwesenden schlugen: Emotional und lautstark würde mitgegröhlt und der Sänger unterstützt, der nämlich vor dem Song betonte: "Jetzt müsst ihr aber singen, ich kann den Text nicht!"
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Damit war der offizielle Teil der Geburtstagsfeier für "Brot für die Welt" dann auch beendet und man ging zum gemütlichen Teil über. Die Besucher verteilten sich gleichmäßig um die Biertheke herum und es wurde mit und über die Band und ihr neues Album gequatscht, die ein oder andere Gerstenkaltschale vernichtet und es einfach genossen, dass man an diesem schönen Abend nicht umgeben war von "lauter Vollidioten, Ignoranten, Dummköpfen und feigen Hunden ohne Mumm und Männerherz, ohne Fantasie, ohne Format; ein paar vollgefressene Fettsäcke, erbärmliche Schlappschwänze!" (Anm. d. Red.: Intro "Brot für die Welt")
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