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Als hätte ihn die Ausführung zur politischen Problematik zusätzlich erschöpft, scheint Villart von eine neue Welle der Müdigkeit attackiert zu werden. Er versucht das Gähnen zu unterdrücken, verliert aber den Kampf. Man kann sich gut vorstellen, dass dieser Mann nach der Tour nie wieder einen Fuß aus seinem Bett setzt. Als die Frage nach der nahen Zukunft fällt, bestätigt er die Befürchtung. "Ich bin so verdammt müde! Ich werde vermutlich erstmal für zwei Wochen ins Bett gehen und meine Katze vorm Fernseher streicheln. Dann ist ja auch bald Weihnachten, mit Familie sehen und so. Es gibt nicht wirklich Pläne im Moment. Ich hoffe, wir bekommen noch eine Amerika-Tour oder so. Das ist zwar relativ hart und sehr teuer, aber ziemlich nötig. Wir waren lange nicht mehr dort. Jeden Tag bekommen wir Nachrichten über Myspace. "Wann kommt ihr nach Amerika?" und so weiter. Es wird langsam Zeit, dass wir es auch tun."
Scheinbar ist viel los im Myspace-Netzwerk. Ist die steigende Popularität der Band vielleicht sogar mit dem Massen-Phänomen Myspace verbunden? "Wir haben momentan viel Resonanz auf die neue Platte. Ständig bekommen wir Nachrichten mit allen möglichen Fragen und man versucht so viele wie möglich zu beantworten. Trotzdem bin ich nicht sicher, ob Myspace wirklich Bands zur Bekanntheit verhilft. Ich meine, wieviele Bands schicken einem permanent Nachrichten wie: "Hey, check out our Page! Check out our new Song!". Ich tu es absolut niemals! Man kann es sich zeitlich doch gar nicht leisten, zu sagen: "Okay, ich verbringe jetzt eine halbe Stunde meines Lebens damit, mir fünf Bands anzuhören." Zwei von denen werden ohnehin totaler Scheiß sein! Ich habe da keine Zeit für. Auf dem Papier ist das sicher die beste Art, neue Musik zu finden. Aber die Wahrheit sieht so aus, dass man sich dabei durch so viel Mist graben muss. Absolut Schrecklich, dieser Spam-Mist! Ich bin da heute erst durch. Ein Typ schickte mir vier verdammte Nachrichten. "Hey, Check out our 3-Track-EP!" Weil er mir die gleiche Nachricht gleich so oft schickte, werde ich sicher gehen, das ums Verrecken nicht zu tun. Zum verzweifeln!"
Bevor Vennart der Vorbereitung zum anstehenden Konzert im überfüllten Magnet-Club überlassen werden kann, versuche ich herauszufinden, ob Oceansize noch übrige Songs in der Hinterhand haben, die auf einem nächstes Studioalbum landen könnten. "Nein, wir haben absolut nichts. Es gab zwar noch ungenutztes Material, aber das ging mit einer abgestürzten Festplatte unter. Es ist wahrscheinlich ohnehin besser, neu zu starten. Erstmal werden wir aber die aktuelle Platte melken, so lange wir können."
Der sympathische Fronter erhebt sich zum Abschied aus dem Sofa. Wir bedanken uns gegenseitig für das gemütliche Interview, dann geht er. Vor ihm liegt ein ausverkauftes Konzert, das er souverän abreißt, ohne auch nur eine Spur von Müdigkeit zu zeigen. Noch zwei Wochen wird der Tour-Alltag regieren, bis ihn endlich der verdiente Schlaf erwartet.
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