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Communic werden ja gerne als Proggressive-Metal-Band eingestuft und nicht zuletzt aufgrund des Gesangs von Oddleif oft mit Nevermore verglichen. Fragt man aber nach den musikalischen Einflüssen der Jungs aus Kristiansand, fallen jedoch ganz andere Namen. "Wir sind unterschiedlich alt und haben auch deswegen verschiedene musikalische Vorlieben, die von klassischem 70er-Jahre Hardrock bis zu modernem amerikanischem Heavy Metal reichen", beschreibt mir Oddleif die Vorlieben der Bandmitglieder. "Ich persönlich bin ein großer Fan der ersten Thrashmetal-Bands wie Testament, Metallica, Megadeth. Wenn man all diese Einflüsse zusammen bringt, kommt am Ende Communic dabei heraus."
Der Sänger und Communic-Schlagzeuger Tor Atle Andersen spielten zuvor beide bei Scariot, fanden dort aber kein künstlerisches zu Hause, wie mir Oddleif erklärt. "Ich hatte Angst in einer Band gefangen zu sein und niemals voran zu kommen. Wir spielten Shows und all das, aber machten einfach keine Fortschritte. Ich wollte etwas anderes machen und hatte zu Hause auf meinem Computer einen Haufen Songs. Also taten Tor und ich uns zusammen, nahmen Erik (Mortensen, Bassist, Anm. d. Verf.) mit dazu, probten gemeinsam und merkten, dass es das ist, was wir tun sollten. Wir nahmen ein Demo auf und damit bekamen wir einen Vertrag mit Nuclear Blast. Nur ein Sänger zu sein, hat mir keinen Spaß gemacht, es war sogar im Verlauf der Zeit regelrecht langweilig. Und in meiner alten Band konnte ich auch nicht meine eigenen Ideen umsetzen. Da stellte ich irgendwann fest, dass ich meine eigene Musik machen musste, etwas, dass mir wirklich Spaß macht."
Aus dieser Herzensangelegenheit sind bislang zwei Alben hervorgegangen - "Conspiracy In Mind" von 2005 und "Waves Of Visual Decay" von 2006. Beide Alben wurden von Presse und Fans gleichermaßen nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. Dass sich damit auch die Erwartungshaltung ändert, ist der Band natürlich bewusst. "Die positiven Reaktionen waren großartig, aber wir fragten uns auch: 'wie kann es von hier aus weitergehen?' Wir haben ja so ziemlich jeden Soundcheck in jedem Metalmagazin gewonnen und müssen von dort aus jetzt weiterschauen. Aber so lange wir im Proberaum das Gefühl haben, dass die Songs, an denen wir arbeiten, gut sind, dass wir sie gerne live spielen würden, so lange sind wir zuversichtlich. Wir haben nach wie vor das Gefühl, dass wir mit Communic weiter reifen, sowohl als Band als auch als Personen."
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Eine weitere Bestätigung des Status' von Communic innerhalb der Szene war auch der Gastbeitrag von Oddleif auf der Compilation "Into The Light" der "Nuclear Blast Allstars", für die Victor Smolski (Gitarrist bei Rage) die Songs schrieb. Oddleif ist ziemlich Stolz auf seinen Beitrag. "Ich bekam eine Email von Nuclear Blast mit der Frage, ob ich auf einem Song von Victor Smolski singen will und da habe ich natürlich ja gesagt. Victor hat mich dann persönlich gefragt, ob ich für die Aufnahmen nach Deutschland kommen kann, aber das ging leider nicht wegen meinem Job. Also schickte er mir den Song per Email, ich nahm meinen Gesang hier in Norwegen in einem Studio auf und schickte ihm den Song zurück. Ich bin mit dem Resultat sehr zufrieden, es ist ein großartiger Song und auch gute Werbung für Communic." Oddleif ist sich also auch der finanziellen Bedeutung eines solchen Gastbeitrages bewusst. Verständlich, denn trotz des Erfolges von Communic in der Metal-Szene reichen die Einnahmen aus der Musik nicht aus, um ein sorgenfreies Leben zu führen. "Wir haben alle reguläre Jobs. Dann kommt es schon mal vor, dass man nach einem Festival sechs Uhr morgens mit der Fähre in Norwegen ankommt und um acht auf Arbeit geht, aber so läuft es halt. Man muss halt seinen Urlaub für Tourneen und Festivals nutzen. Für mich ist es etwas einfacher, da ich eine eigene Design-Firma habe. Aber ich weiß auch, dass ich jedesmal wenn ich wieder nach Hause komme, mehr Arbeit auf mich wartet. Bislang können wir nicht allein von dem leben, was Communic einbringt, auch weil in Norwegen die Lebenserhaltungskosten sehr hoch sind. Aber wir haben eine tolle Zeit und für Bier reicht das Geld immer", zeigt sich der blonde Sänger und Gitarrist bescheiden und auf das Wesentliche fokussiert.
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