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Schon im zarten Teenie-Alter begannen Amber Webber (Gesang), Matt Camirand (Bass), Jeremy Schmidt (Keyboards), Joshua Wells (Schlagzeug) und Stephen McBean (Gesang, Gitarre) mit dem Musikmachen. Heute sind fast alle in den Dreißigern und Teil einer großen Familie, die sich als die Black Mountain Army bezeichnet - es handelt sich hier aber nicht um ein Kollektiv oder eine fest definierte Gruppe, sondern um eine nur schwammig umrissene Gemeinschaft befreundeter und gleichgesinnter Künstler, die sich gegenseitig inspirieren und ergänzen.
Aus diesem Kreis gründete Stephen McBean, heute 38, schon in den Neunzigern die Band Jerk with a Bomb, bei der bereits Joshua Wells und später auch Amber Webber mitwirkten. Mit drei Alben und unzähligen Konzerten feierten sie besonders in und um Vancouver beachtliche Erfolge und schufen sich eine kleine feine Indierock-Fan-Gemeinde.
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2004 wurde daraus Black Mountain in der jetzigen Besetzung und mit frischer musikalischer Ausrichtung. Ihr erstes selbstbetiteltes Album wurde im Sommer 2006 veröffentlicht und avancierte flugs zum Insider-Tipp. Nun steht das Nachfolgewerk in den Startlöchern: "In the Future" erscheint im Januar 2008 "und ist anders als die erste CD. Damals war die Band noch ganz neu. Jetzt dagegen sind die Songs kollaborativer entstanden, und es ist wirklich ein episches Werk, nämlich ein Doppel-Album!"
Spaciger Stoner-Prog-Rock mit Folk, Blues und Punk, so die Essenz der Kategorisierungsversuche, und zunächst großspurig wirkende Vergleiche mit Pink Floyd, The Velvet Underground, Led Zeppelin und Black Sabbath treffen am Ende gar nicht so daneben. Die Musik von Black Mountain ist psychedelisch-rockig-düster, mal schläfrig-dumpf, mal schwebend elegisch; sie erzählt von Sex & Drugs & Rock'n Roll, und Ambers Gänsehaut-Stimme schlängelt sich vibrierend leise, aber messerscharf über und unter die Instrumentalmelodien. Amber (27) ist übrigens keine ausgebildete Sängerin; sie hat den Gesang von Kindesbeinen an geliebt, und obwohl sie Gitarrespielen gelernt hat, blieb das Singen - zum Glück für Black Mountain und die Hörerschaft - immer ihre erste Priorität.
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Auch wenn Black Mountain momentan das erfolgreichste Projekt der Kanadier ist, gibt es noch genug kreative Energie für diverse side projects - von Stephens Pink Mountaintops bis hin zu Lightning Dust (Amber, Joshua) und Matts Blood Meridian. Die ominöse Black Mountain Army scheint wirklich ein Pool von rastlos schaffenden und unprätentiösen Talenten zu sein. Wer allerdings glaubt, es handele sich nur um entrückte Hippies, die zufällig Erfolg haben mit ihren drogengeschwängerten Tüfteleien, der irrt gewaltig. Stephen, Matt, Joshua und Amber sind eigentlich Sozialarbeiter in Vancouver. Für die Plattenaufnahmen und für Tourneen haben sie aber - dank eines verständnisvollen Chefs - eine Auszeit genommen und freuen sich, dass sie auch von der Musik gut leben können. "Im Moment arbeiten wir nicht in unseren normalen Jobs, weil wir die ganze Zeit ins Musikmachen investieren. Wir haben wirklich Glück, dass unser Chef selbst ein Ex-Punkrocker ist und außerdem ein Freund."
Dennoch gehen ihnen nach wie vor die sozialen Probleme ihrer Heimatstadt nahe, und sie haben durchaus einen nüchternen Blick auf die Möglichkeiten zur Weltverbesserung:"Wir arbeiten mit Drogenabhängigen. Drogensucht ist ein großes Problem in Vancouver. Die kanadische Regierung geht damit nicht besonders gut um. Die Einrichtung, in der wir arbeiten, geht eher den europäischen Weg, ähnlich wie in Holland. Die kanadischen Behörden glauben nicht daran. Sie meinen, es bringt was, wenn man mehr Polizei einsetzt und Gefängnisse baut und die Leute vor der Gesellschaft versteckt. Wir können wenigstens ein bisschen was tun, indem wir saubere Nadeln verteilen und dafür sorgen, dass nicht mehrere Leute dieselben Nadeln benutzen."
Und eines möchte Bassist Matt gern noch loswerden, um die Gerüchteküche ein- für allemal zum Schweigen zu bringen: "Dass die Leute denken, wir würden in einer Kommune leben, ist schon ein Running Gag bei uns in der Band. Also: Wir leben nicht in einer Kommune!"
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