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Turisas - Von bulgarischer Hochzeitsmusik und stinkenden Fellen

Die nordeuropäischen Länder haben schon unzählige Folkmetal-Bands hervorgebracht. In diesem Wust an Bands nicht unerkannt unterzugehen ist schon eine Leistung für sich. Wenn man dann auch, wie Turisas im letzten Jahr, die Aufmerksamkeit der größeren Metalgemeinde auf sich zu ziehen versteht, muss man schon was besonderes bieten. Dass Turisas live ein Erlebnis sind, ist sicherlich ein Faktor, wovon sich ein jeder ab nächster Woche auf der Headliner-Tournee der Finnen selbst überzeugen kann. Frontmann und Turisas-Chefdenker Mathias Nygard stand uns im Interview Rede und Antwort und berichtete über den langen Entstehungsprozess zum aktuellen Album "The Varangian Way", seine Ansichten zum Image der Band und die mangelnde Geruchsneutralität der Bühnen-Felle.

"The Varangian Way" war eine der positiven Überraschungen des vergangenen Jahres. Ein mitreißendes, episches, vielseitiges und im besten Sinne opulentes Musikerlebnis. Doch wie so oft bei großen Werken, war der Entstehungsprozess weit weniger glanzvoll als es das Endergebnis vermuten lässt. So klingt Mathias' Bericht von seiner Vorbereitungsarbeit auch viel eher nach typischer Studenten-Plackerei als nach spannendem Metaller-Dasein. "Ich habe verdammt viel gelesen. Es war eines der Themen, bei denen man an irgendeiner Stelle anfängt und zunächst gar nichts verstehst, weil man es nur mit Quellenangaben zu tun hat. Also muss man sich durch all diese Quellen durcharbeiten und bekommt schrittweise ein breiteres Verständnis von der Sache. Zunächst habe ich mich durch Primärquellen wie isländischen Sagas und Chroniken gearbeitet. Von einigen Büchern habe ich die einzigen in Finnland erhältlichen Exemplare in die Finger bekommen, die in irgendwelchen staubigen Bibliothekskellern lagen. Ich habe aber auch versucht historische Romane zu finden, die sich mit dieser Epoche beschäftigen. Diese Sachen lassen sich viel leichter lesen und man muss nicht so viel denken; man kann gleich in die Story hineinspringen und sich alles viel besser ausmalen. Ich bin auch rumgereist und war zum Beispiel in Istanbul unterwegs."

Schon bei dieser Beschreibung wird deutlich, dass Mathias bei "The Varangian Way" nur wenig dem Zufall überlassen hat und lange vor den Aufnahmen zum Album bereits ein ziemlich genaues Bild von dem hatte, was erreicht werden sollte. "Es gibt Maler, die einfach anfangen, ein Bild zu malen und dann sehen, was dabei rauskommt." Mathias jedoch setzt seine Pinselstriche nach einem Plan: "Ich bervorzuge es, mit einer Idee anzufangen, bei der man weiß, was man am Ende erreichen will, wie die Farben und Kontraste im Bild aussehen sollen. Ich erarbeitete mir eine Grundstory, eine Art roten Faden. Dann suchte ich mir die Aspekte aus, über die ich schreiben wollte und begann die Musik zu schreiben, als eine Art Soundtrack zu einer Story, die nur in meinem Kopf existierte. Die Texte kamen zuletzt; sie sind für mich immer dem Rhythmus untergeordnet; die Musik kommt zuerst, die Texte müssen dann dazu passen. Es ist aber auch immer ein großer Kompromiss, wenn man an die zwei Jahre Nachforschung denkt: man hat so viele Informationen, die in der Musik transportiert werden, aber nur wenige Zeilen Text und die müssen dann auch zum Rhythmus der Musik passen."

 

Was "The Varangian Way" von der großen Zahl an Pagan-/Viking-/Folkmetal-Alben abhebt, ist die Verwendung vielfältiger und auch authentisch wirkender (süd-)osteuropäischer Folklore, welche den Hörer auf eine akustische Entdeckungstour durch diesen Teil der Welt mitnimmt. Auch hier war intensive Recherche das Zauberwort: "Ich habe mich mit allem von bulgarischer high-speed Hochzeitsmusik bis hin zu alten jüdischen Volkliedern beschäftigt. Normalerweise halte ich keine zwei Stunden von solcher Musik am Stück aus, aber in kleinen Dosen ist es sehr interessant," gibt Mathias aber auch unumwunden zu. "Ich habe mir solche Musik angehört und sie analysiert, in Teile zerlegt, um die Elemente erkennen, die den jeweiligen Sound und die Stimmung dieser Stile kreieren. Dann habe ich versucht, diese Elemente dort einzubauen, wo ich diesen bestimmten Sound oder das Gefühl aus dramatischen Gründen haben wollte." So standen die zahlreichen musikalischen Werke über Rhein und Donau Pate beim Song "The Dnieper Rapids". "Das beste Beispiel ist sicher 'In The Court Of Jarisleif', mit diesem starken Balkan-Feeling," erläutert Mathias das Vorgehen der Band am Exempel. "Wir haben da nicht sehr rumexperimentiert, damit es traditionell klingt, aber es war auch nicht so, dass wir eine ungarische Band einfach kopiert haben. Wir haben allerdings genau studiert, wie sie diese Art von Musik erschaffen."

Hört man Mathias über den Aufwand sprechen, der in die Entstehung von "The Varangian Way" floss, erscheint es umso absurder, dass die Band ausgerechnet mit einer launigen Party-Hymne wie dem Boney M.-Cover "Rasputin" ihren bislang größten Hit hatten. Befürchtungen, dass damit falsche Assoziationen geweckt werden, hinter der die mühsame Arbeit am letzten Album verschwindet, hat er allerdings keine. "Wenn wir uns über Branding unterhalten, würde ich diese Band als chaotisch bezeichnen", beginnt Mathias seine Ausführungen zu seiner Sicht auf das Thema Band-Image. "Wenn man sich ein Image aufbauen will, wird man alle Aspekte, die gegen dieses Image sprechen, versuchen beiseite zu schieben. Bei uns ist das anders: wir machen das eine und wenn wir eine andere Idee haben, machen wir einfach was anderes, auch wenn es der ersten Sache zuwider läuft. In diesem Sinne sind wir schon etwas schizophren. Denk nur an unsere Live-Shows mit all der Farbe im Gesicht und den Fellen. Ich halte es für dumm, wenn die Leute so was zu Ernst nehmen und denken, dass wir tatsächlich irgendwelche Super-Krieger sind. Um so ein Image zu pflegen, dürfte man nie irgendwelchen dummen Sachen machen. Aber uns geht es nicht darum, so ein Image aufzubauen, wir wollen einfach Dinge machen, die uns interessieren. Ich denke am Ende ist es auch ein Zeichen von Stärke, wenn man sich traut auch mal gegen ein Image zu agieren."

Und so ist es für ihn auch ein Leichtes abschätzige Bemerkungen über Turisas wie "Asterix-Metal" mit einem Schulterzucken abzutun. "Es ist schon komisch, wie manche Sachen als unernst und witzig wahrgenommen werden, während andere Sachen genauso absurd sind, aber als leidenschaftliche dunkle Kunst verstanden werden. Aber es ist uns egal wie wir von anderen Leuten und den Medien gesehen werden; wir sind nicht da unser Image zu beschützen. Nicht alles was wir tun, trägt dazu bei, dass wir als ernstzunehmende Band angesehen werden. Alle Bands machen mal Blödsinn, einige machen sich halt mehr Gedanken darüber, was sie nach außen lassen können und was sie besser für sich behalten sollten."

Turisas - Von bulgarischer Hochzeitsmusik und stinkenden Fellen Seiten 1 2

 

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Antal
© 03/2008 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Turisas

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- Turisas

Artikel:
- Turisas - Von bulgarischer Hochzeitsmusik und stinkenden Fellen
- Norther und Turisas - Blau-Weiß siegt in Karlsruhe

Rezensionen:
- Battle Metal
- The Varangian Way
- A Finnish Summer With Turisas
- Stand Up And Fight
- Turisas2013


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