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Nick Cave & The Bad Seeds - Lazarus und das Spiel mit den Gegensätzen

Fuffzig ist er geworden, der Nick Cave. Aber von Alterserscheinungen keine Spur - ganz im Gegenteil. Mit "Dig, Lazarus, Dig!!!" erschien dieser Tage nach "Grinderman" und dem Soundtrack zu "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" sein drittes Album innerhalb von zwölf Monaten. War der Vorgänger-Opus "Abattoir Blues / The Lyre of Orpheus" etwas überladen, so wird nun wieder ganz straight gerockt.


Gerade mal fünf Sommertage haben Nick Cave & The Bad Seeds 2007 in den State of the Ark-Studios in London zugebracht, um "Dig, Lazarus, Dig!!!" einzuspielen. Nach so vielen gemeinsamen Jahren ist die Truppe ein eingespieltes Team, so dass konkrete Vorstellungen auch entsprechend schnell umgesetzt werden können. Die sahen bei der neuen Scheibe so aus: "Ich wollte eine akustik-orientierte Platte machen, die gleichzeitig aber auch elektrisch ist. Der Basissound mit Gitarre, Drums und Bass diente als Grundgerüst, über das dann der schwere elektrische Klang gelegt wurde. Somit hat das Album diese Zerbrechlichkeit einer Akustik-Scheibe und nicht unbedingt die Heaviness eines Rock-Albums." Bei dieser Beschreibung könnte man fast meinen, dass die "Grinderman"-Platte ihren Anteil dazu beigetragen hat. "Sie hatte enorme Auswirkungen. Wir waren in der Lage, raus zu gehen, weg von den Bad Seeds, und einfach Musik zu machen. Von dieser Arbeitsweise haben wir einiges mitgenommen, um es dann auch mit den Bad Seeds umzusetzen. Die größte Gemeinsamkeit zwischen beiden Alben ist die Anzahl der Leute, die gleichzeitig spielen. Auf 'Dig, Lazarus, Dig!!!' ist die Band wieder viel kleiner als bei 'Abattoir Blues'. Der gesamte Sound ist in gewisser Weise also reduzierter."

Das hört sich fast so an, als wäre es richtig befreiend gewesen, mit weniger Leuten zu spielen. "Auf jeden Fall. Es war alles ein wenig aus den Fugen geraten. Die Band wurde immer größer; wann immer ich mit einem Song gekommen bin und ihn gespielt habe, haben sich alle auf ihre Instrumente gestürzt und sind mit eingestiegen. Es war somit sehr schwierig, den Song in einer anderen Weise zu hören, als mit allen gleichzeitig spielend. Das macht es viel schwieriger Instrumente rauszunehmen, als sie nachträglich hinzuzufügen." Man merkt dem Album deutlich an, dass deutlich mehr auf Percussion gesetzt wurde. Das hatte seinen besonderen Reiz: "Man braucht nicht unbedingt wissen, wie man das spielen muss. Du nimmst einfach einen Sound, der dir gerade einfällt, und beginnst Krach zu machen. Ich singe eine Passage, schnappe mir irgendeinen Gegenstand und lasse es scheppern... Wie bei einem kleinen Kind, das Lärm macht. Das klingt verdammt gut. Als wir alle zusammen gespielt haben, waren diese ganzen Percussion-Instrumente um uns herum. Jemand griff sich plötzlich irgendwelche Schellen oder etwas ganz exotisches, von dem er nicht einmal wusste, wie es benutzt wird oder welchen Klang es erzeugt. Der ganze Aufnahmeprozess lief sehr spontan ab." Daran lässt sich ungefähr erahnen, dass die Zeit im Studio und der gesamte Aufnahmeprozess zu "Dig, Lazarus, Dig!!!" sehr locker war und mitunter sogar richtig Spaß gemacht hat: "Ganz genau. Für mich persönlich ist die Arbeit sowieso getan, sobald wir ins Studio gehen. Das härteste liegt hinter mir und das ist nunmal das Songwriting. Das Aufnehmen selbst ist dann im Vergleich dazu immer etwas sehr Angenehmes. Jeder macht soviel Krach, wie es geht - unter der Prämisse des bestimmten Songs - und das ist unglaublich aufregend."

Der Abstand zwischen der Grinderman-Platte und "Dig, Lazarus, Dig!!!" war nicht sehr groß. Dadurch war es für Nick Cave selbst nicht ganz einfach, zwischen beiden Bands die Trennlinie zu ziehen: "Die neue Scheibe war schwierig zu schreiben, es hat sehr lange gedauert - vor allem die Lyrics. Es hat mich allein einen Monat gekostet, in mir drin aufzuräumen, die Grinderman- und alten Nick Cave/Bad Seeds-Einflüsse loszuwerden, um schließlich etwas zu machen, das sich von den bisherigen Sachen unterscheidet. So etwas geht nicht über Nacht. Es ist wie ein Exorzismus der Vergangenheit in der Hoffnung, über etwas neues zu stolpern, von dem man nicht angenommen hätte, es zu schreiben. Ein spannender Prozess, denn wenn das passiert, fügt man noch etwas ähnliches hinzu und hat plötzlich einen Song, der dich in eine Richtung führt, die man nie zuvor eingeschlagen hat. 'Today's Lesson' zum Beispiel ist ein Stück aus der frühen Entstehungsphase des Albums, der textlich klingt, als käme er direkt von mir. Dennoch schlägt er einen völlig neuen Weg ein, und das beeinflusste dann auch andere Songs." Insgesamt scheint es also deutliche Unterschiede im Songwritingprozess zu früheren Alben gegeben zu haben. Vom ursprünglichen Thema abzuschweifen war dabei das Wichtigste überhaupt: "Bis zu einem gewissen Grad habe ich das auch in der Vergangenheit getan. Aber ich ließ es zu, einen Gedanken für eine Weile zu verfolgen, um dann abzuschweifen und in eine völlig neue Richtung auszuscheren. Am Ende hat man eine ganze Reihe Songs, die alle verschieden Wege einschlagen. Sobald du weißt, was ein Stück gerade darstellt, scheint es sich anders zu entwickeln. Du bist eigentlich zufrieden damit, aber es entwickelt plötzlich eine ganz eigene Dynamik. Dadurch verändert sich der Grundgedanke eines Songs; es lässt sich nicht mehr sagen, dass es darin um eine bestimmte Sache geht."

 

Auch die Arbeit am Soundtrack zu "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" hatte einen großen Einfluss auf "Dig, Lazarus, Dig!!!": "Durch den Soundtrack gibt es eine starke Bindung von mir zu Warren Ellis. Wir arbeiten die ganze Zeit zusammen, wodurch die Songs natürlich auch in erheblichem Maße seine Handschrift tragen. Bei einigen Stücken, bei denen wir am Grundgerüst arbeiteten, entstanden die ersten Ideen nicht durch bestimmte Akkorde, sondern vielmehr durch eine musikalische Dissonanz, also eher aus einer Atmosphäre heraus. Besonders, wenn er mir irgendwelche Loops schickt, entstehen auf deren Grundlage ganze Songs. Nicht nur auf dem Soundtrack, auch auf dem Grinderman-Album und 'Dig, Lazarus, Dig!!!'". Doch die Arbeit an der Filmmusik hatte auch noch weitreichendere Effekte auf das aktuelle Album: "Als wir mit John Hillcoat an 'The Proposition' und mit Andrew Dominik für den Jesse James-Film arbeiteten, stellten beide am Anfang klar, dass sie keine 'manipulative' Musik wollten - also zum Beispiel traurige Musik in einer traurigen Szene. Vielmehr wollten sie, dass das Gegenteil passiert; John Hillcoat macht das schon sein ganzes Leben lang, und auch im Jesse James-Film hatte das einen großartigen Effekt. Während der Ermordung von Jesse James, quasi dem Highlight des Streifens, läuft diese liebliche Piano-Melodie, und solche Gegensätze gibt es auch auf unserer aktuellen Platte. Die Lyrics sind machmal sehr emotional, doch die Musik appelliert nicht zwangsläufig an dieses bestimmte Gefühl. 'Moonland' zum Beispiel hat einen sehr bedrückenden Text, doch durch den hohen Percussion-Anteil wandelt sich der Song eher in etwas funkiges, was sehr trügerisch ist - wohltuend trügerisch."

Nick Cave & The Bad Seeds - Lazarus und das Spiel mit den Gegensätzen Seiten 1 2

 

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Kurzinfos: Nick Cave & The Bad Seeds

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