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“Während der Aufnahmen zu einem Sampler kam Karl Walterbach und hatte wohl die Befürchtung, dass wir nicht in der Lage seien, ein komplettes Album einzuspielen und wollte uns daher überreden, doch erst einmal eine Maxi zu machen. Wir bestanden auf unseren Vertrag und nahmen das nicht unerfolgreiche Album "Heavy Metal Breakdown" (1984, A.d.V.) auf. Damals noch auf 16 Aufnahmespuren!!! Außerdem hatten wir nur genau die Songs im Gepäck, welche auch auf dem Album sind. Heute wollen die Plattenfirmen immer Songs zur Auswahl haben.“ erinnert sich Herr Boltendahl an die Aufnahmen zum legendären Debüt und der gleichnamigen Hymne. Als Teil der 1983/84 durchstartenden deutschen Heavy Metal Szene klang das Album wie "Accept auf Speed". Ein Einfluss? “Ja, natürlich. Ebenso wie die Scorpions, Deep Purple, Iron Maiden und andere Bands der 70er Jahre. Sehr gut gefallen hat mir das erste Live Album der Scorpions "Tokio Tapes".“. Und wie sieht er aus heutiger Sicht das Debüt, das immer noch zeitlos ist? “Es ist ein Klassiker. Damals im Studio wurde nicht viel nachgedacht, wir spielten munter drauf los, es wurde gesoffen und ab ging die Luzie.“
Nach etlichen Quälereien und Bandauflösung nach der gefloppten, unter dem Namen Digger veröffentlichten Platte "Stronger Than Ever" (1987) meldete sich die Band 1993 mit "The Reaper" wieder zurück. “Unser "Wir Sind Wieder Agressions"- Album. Die Wut aus 5 Jahren Plattenabstinenz, geballt auf einer CD. Die Gesangsaufnahmen dauerten nur 2 Tage...! Irgendwie ging bei dieser Platte alles sehr schnell. Warner Chappell prognostizierte damals 50.000 verkaufte Einheiten. Wir haben nur gelacht und sagten, wenn wir 5.000 verkaufen, sind wir schon glücklich. Bis heute sind wir weit über den 50.000.“ erzählt Chris.
Das geniale "Tunes of War"-Album 1996 stellte dann für die Band die Weichen endgültig auf Erfolg. “Der Beginn der Trilogie und der Beginn des größer werdenden Erfolges. Wir tourten in Japan, Südamerika und Europa und überall schallten uns Dudelsäcke entgegen. Ich glaube, dass der Erfolg dieser Platte auch etwas mit dem Erfolg von "Braveheart" zusammenhing. Die ganze Welt war auf dem Schottentrip. Mit dieser Platte wurden wir auch Ehrenmitglieder des Clans auf Cavanaugh - einem der letzten großen schottischen Clans.“ blickt der Sänger zurück.
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Mit dem letztjährigen Opus „Rheingold“ wagten sich die Grabschaufler dann an Richard Wagners „Ring der Nibelungen“, bei dem die Band auf Chöre, klassische Arrangements sowie ihre ureigenen Tugenden setzt. “Wir hatten große Hilfe durch unseren Keyboarder H.P. Katzenburg, er ist studierter Musiker und hat die klassischen Parts arrangiert. Die Idee zu diesem Projekt hatten wir schon länger, nur passte es bisher nicht. Wir haben uns stark mit dem Thema beschäftigt, wir besorgten uns Bücher über Wagner und besuchten Opern von ihm. Das interessante an dem ganzen war, wie schaffen wir die Balance zwischen der Klassik und unserem Metal Sound. Uns war klar, das wir keine "Klassik meets Metal" Platte machen wollten. Es sollte ein Metal Album werden, wo wir mit den Wagner Zitaten Atmosphäre schaffen wollten. Wir haben uns an Wagners Texten zum "Ring Der Nibelungen" orientiert. Wir haben Samples zu einem richtigen Orchester zusammengebaut.“ beendet Chris den Rückblick auf die Vergangenheit in Kurzform.
Doch auch einige andere interessante Fakten aus der Vergangenheit ließen sich „Olle Bolle“ entlocken. “Ich war mit 14 Jahren im Internat und da gab es eine Deep Purple-Coverband. Die haben mich begeistert und da hat mich die Musikleidenschaft gepackt. Seitdem wollte ich immer "Rockstar" werden.“ lacht der Sänger, der zudem früher Bass spielte. “Ja, ich war Grave Diggers erster Bassist, ich habe von 1980-83 den Bass bedient (und später bei der "Witchhunter" Produktion hat er mit Peter den Bass eingespielt, A.d.V.). Dann wollte Peter nicht mehr singen, sondern sich auf die Gitarre konzentrieren und ich habe den Gesang mangels Alternativen übernommen. Den Bass habe ich abgegeben, weil ich beides zusammen nicht auf die Reihe bekommen habe.“ verrät Chris.
Davon, dass dies der richtige Schritt war, um so die ausdrucksstarke Stimme besser in Szene zu setzen, könnt ihr euch dieser Tage überzeugen.
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