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In Extremo - Sieben Köche und ein großer Topf

Die sieben Haudegen von In Extremo sind aus der deutschen Rocklandschaft nicht mehr wegzudenken, seit ihnen vor neun Jahren mit "Verehrt und angespien" mit ihrer Symbiose aus mittelalterlichen Melodien, harten Riffs und einer gehörigen Portion Humor der Durchbruch gelang. Mit den letzten drei Alben und dem Live-Mitschnitt "Raue Spree" folgten Platzierungen in den Top Ten der deutschen Albumcharts - große Erfolge also, an die die Band auch mit ihrem neuen Album "Sängerkrieg" anknüpfen will. Gute zwei Monate vorher fanden für die neugierigen Pressevertreter bereits Listening Sessions statt, in deren Rahmen Sänger Michael "Das Letzte Einhorn" Rhein Rede und Antwort stand.


In der Musikindustrie sind derartige Events keine Seltenheit, doch für In Extremo war es das erste Mal, dass ein Album in dieser Form vorab promotet wurde. Zwar gab es deshalb auch Bedenken, doch die erwiesen sich als unbegründet: "Ist ein Album erst mal fertig gestellt, entwickelt man einen gewissen Abstand dazu. Du hast so lange daran gearbeitet, dass du gar nicht mehr genau weißt, ob etwas gut oder schlecht ist. Wenn dann erstmals Außenstehende das Material zu hören bekommen und die Resonanzen, wie jetzt bei 'Sängerkrieg', durch die Bank positiv sind, freut einen das natürlich." Stichwort Albumtitel. Der mutet nämlich äußerst kryptisch an und lässt einen aggressiven Unterton mitschwingen: "Zunächst einmal ist 'Sängerkrieg' ein markantes Wort, das aber auch einen historischen Hintergrund besitzt. Im 13. Jahrhundert gab es tatsächlich solche Sängerwettstreite auf der Wartburg im thüringischen Eisenach, und das war für uns ein sehr interessantes Thema."

Das letzte Album "Rasend Herz" stand 16 Wochen in den deutschen Albumcharts und markierte den bis dato größten Erfolg von In Extremo. Man könnte also meinen, die Band hatte damit ihren Zenit erreicht, doch Das Letzte Einhorn sieht eine deutliche Weiterentwicklung im Vergleich zum Vorgänger: "Es ist sehr rockig - anders als 'Rasend Herz' und die Alben zuvor, aber man hört trotzdem genau, dass es immer noch In Extremo ist. Und das ist für uns sehr wichtig. Es gibt viele Leute die sagen 'Macht doch mal wieder so eine Platte wie 'Weckt die Toten!''. Die brauchen wir aber nicht zu machen, schließlich existiert sie schon. Für uns ist es wichtig, sich weiterzuentwickeln und morgens noch in den Spiegel schauen zu können." Der erste Eindruck des Albums schien der zu sein, dass der Rockanteil deutlich hochgefahren wurde, während die Mittelalter-Elemente eher ein wenig in den Hintergrund getreten sind, doch dem widerspricht der Frontmann: "Eher im Gegenteil. Es ist einfach viel besser integriert als früher. Es gibt nicht mehr den Rockpart und dann den Mittelalterpart, wir haben das ganze zusammengefügt, damit es eine Einheit ist."

Der Opener "7 Köche" zeigt In Extremo nicht nur von ihrer humorvollen Seite, er zeigt auch augenzwinkernd, was hinter den Kulissen passiert: "Es geht darum, wie bei uns eine Platte entsteht. Da ist ein großer Suppentopf in der Mitte und jeder schmeißt seine Ideen rein. Dann wird umgerührt und was herauskommt ist In Extremo." Und manchmal entsteht dabei ein Stück wie "Mein liebster Feind", das einen deutlichen Hang zum Rock n' Roll besitzt. Wäre solch ein Song vor 10 Jahren denkbar gewesen? "Nein. Also eigentlich ja, aber wir waren damals noch nicht so weit. Da hat man halt lieber das Palästinalied genommen, aber inzwischen haben wir uns weiterentwickelt. Jede Platte von uns ist Spaß pur und spiegelt zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung auch den Stand von In Extremo wieder. Da wir alle sehr offene Musikliebhaber sind, kommen mit der Zeit natürlich auch neue Einflüsse hinzu." Man könnte allerdings auch vermuten, dass ein gewisser Druck von außen existiert. Traditionelle mittelalterliche Stücke wie das "Palästinalied" sind inzwischen derart ausgelutscht, dass fast kein Weg daran vorbei führt, neue Wege zu gehen. "Das sehe ich nicht so, es gibt ja nach wie vor mehr als genug traditionelle Lieder, auch wenn wir viele mittelalterliche Melodien selbst schreiben. Klar, wenn eine Band zum Fünfzigsten Mal das Palästinalied macht und nur einen Trommelstock mehr dazu nimmt, ist es keine Weiterentwicklung, sondern Faulheit."

Wenn eine Band über einen so langen Zeitraum erfolgreich Musik macht wie In Extremo, kommen zwar auch gelegentlich Phasen, in denen in kreativer Hinsicht gar nichts geht, doch die sieben Köche haben im Vergleich zu anderen Acts damit scheinbar nicht so große Probleme: "Natürlich gibt es sowas, aber die Kunst dabei ist, immer offen für neue Einflüsse zu sein. Wenn man die Angst zulässt, bleibt man irgendwann stehen." Bringt der große Erfolg neben den vielen Annehmlichkeiten eigentlich auch Einschränkungen mit sich, die in den Anfangstagen nicht gegenwärtig waren? "Nein, überhaupt nicht. Wir leben von Anfang an von In Extremo, auch wenn es manchmal schwer war oder gar nicht ging. Aber eingeschränkt sind wir nicht, eher im Gegenteil. Wir kommen so viel herum und erweitern dadurch unseren Horizont, dass wir einfach nur 'danke' sagen können."

Mit steigender Popularität sind In Extremo auch zunehmend stärker in PR-Aktionen eingespannt. Doch als störend empfindet man das ganz und gar nicht: "Nein, wir machen ja in dem Sinne Werbung für unsere Band und wären ja bekloppt wenn wir das nicht wahrnehmen würden. Jeder Musiker möchte seine Musik ja auch in gewisser Weise unters Volk bringen. Für Leute, die dann mit dem Mainstream-Argument kommen, habe ich in dieser Hinsicht kein Verständnis. Man möchte wahrgenommen werden. Du willst ja als Journalist auch, dass deine Zeilen gelesen werden. Wenn man wie wir ein Label im Rücken hat, dessen Möglichkeiten noch etwas vielfältiger sind, ist das umso schöner."

 

Das Mainstream-Argument kam von einigen Seiten auch, als auf der Bonus-CD der Best Of "Kein Blick zurück" eine Coverversion des Songs "Die Gier" von Silbermond zu finden war. "Da haben viele Leute gefragt 'Wie könnt ihr denn sowas machen?'. Mensch, die waren damals 19 oder 20 Jahre alt, und als die das Stück im Studio eingespielt haben, ist mir die Kinnlade heruntergeklappt. Wir waren mit 20 Jahren musikalisch ganz sicher noch nicht so weit, deswegen gebührt Silbermond absoluter Respekt. Und sie wollten das unbedingt machen, weil sie unsere Musik schätzen, und sowas ist doch klasse." Abgesehen davon hat es sicher etwas für sich, Zuspruch von Kollegen zu bekommen, die sowohl musikalisch als auch vom Alter aus einer völlig anderen Ecke kommen. "Ja, dieses Spartendenken zu überwinden erweitert auch den Horizont. Was haben wir damals Kritik einstecken müssen, als wir Rea Garvey von Reamonn als Gastsänger für 'Liam' mit an Bord holten... Warum? Ich meine, dieser Mann hat sechs Jahre auf der Straße Musik gemacht, das ist für mich mehr Rock und Heavy Metal als einer, der ein Nietenhalsband trägt. Das ist auch irgendwie typisch deutsch, dieses Vorurteilsdenken, und da muss man einfach drüberstehen." Wird denn in Deutschland generell mehr herumgemeckert als in anderen Ländern? "Auf jeden Fall. Ich möchte damit niemandem auf den Schlips treten, aber das ist uns Deutschen in gewisser Weise angeboren. Und davon ist man selbst auch oft nicht ganz frei, daran arbeitet man selbst im Alter noch. Aber man sollte die Hoffnung nie aufgeben, dass sich das von Generation zu Generation ein wenig verbessert."

Die bereits angekündigte Tour zu "Sängerkrieg" hinterließ zunächst einige fragende Gesichter, denn auf dem Plan stehen keine Großstädte, sondern Burgen und Schlösser in dünner besiedelten Regionen. "Das bietet sich im Sommer einfach an und wir freuen uns schon auf diese Kulissen. Wir werden aber im Spätherbst mit einer ausgedehnten Weihnachtstour beginnen, die uns auch in die größeren Städte führen wird. Keine Region wird ausgelassen, nur keine Angst!" Da werden viele Fans sicher beruhigt sein. Eine etwas weitere Anfahrt kann man dennoch jedem wärmstens ans Herz legen, denn In Extremo auf einer Burg in den "Sängerkrieg" ziehen zu sehen, besitzt in punkto Stimmung und Atmosphäre nochmal einen ganz eigenen Charme.


 

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© 05/2008 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: In Extremo

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Rezensionen:
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