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Artifact - Hier in Stavanger tragen wir alle Corpsepaint

Dass aus Norwegen nicht nur Black Metal kommt, ist eigentlich kein großes Geheimnis. Und trotzdem ist es immer wieder schön zu sehen, wenn eine Band aus dem skandinavischen Staat auf sich aufmerksam macht, die sich nicht der nordischen Raserei verschrieben hat. Im Falle von Artifact und ihrem Debütalbum "The Only Salvation" kann man sogar davon sprechen, es mit ganz außergewöhnlichen Newcomern zu tun zu haben, die es geschickt verstehen, harte Elektronik und wuchtige düstere Gitarrensounds miteinander zu kombinieren. Ganz zu schweigen vom herausragenden Gesang des Fronters Tor Arne, der sich in stimmlichen Sphären bewegt, die eigentlich nur einem Carl McCoy oder Pete Steele vorbehalten sind.


Dabei sah es für Tor Arne zunächst gar nicht danach aus, als würde sein Hauptaugenmerk auf Artifact fallen. Die von ihm gegründete Metalcombo This Negative Karma verließ er zwar 2004 zugunsten seiner neuen Band, doch dass diese schnell eine bedeutende Rolle spielen sollte, ahnte er nicht: "Anfangs waren Artifact für mich eher ein Nebenprojekt, aber es zeichnete sich bereits nach kurzer Zeit ab, dass ich mich darauf fokussieren will. Für mich persönlich war es eine echte Herausforderung dieses Album einzusingen, vor allem die cleanen Parts. Das war früher nicht gerade mein Stil, aber ich bin froh, dass ich es getan habe." Da werden ihm die Hörer zweifelsohne beipflichten, denn mit "The Only Salvation" ist den Norwegern ein musikalisches Highlight gelungen, das sogar von der Presse in höchsten Tönen gelobt wurde und bei Soundcheckteilnahmen große Namen hinter sich ließ: "Wir waren gleichermaßen überrascht und stolz als wir erfuhren, dass man uns beispielsweise im Zillo zum Newcomer des Monats krönte und unser Album die neuen Scheiben von Tiamat und Moonspell übertraf. Ich meine, wir sind riesige Fans von beiden Bands und haben deren CDs zuhause im Regal stehen. Nun vor ihnen zu stehen fühlt sich irgendwie seltsam an."

Bevor dieses Erfolgsdebüt jedoch entstand bzw. veröffentlicht wurde, fanden einige Line-Up-Wechsel im Artifact-Lager statt. Inzwischen hat sich die Formation gefestigt und zu einem eingespielten Team entwickelt, dessen Mitglieder Gitarrist Pal so beschreibt: "Tor Arne ist ein Metalhead und darüber hinaus ein riesiger Elvis-Fan! Komische Mischung, oder? Wie auch ich ist er eher schüchtern, was auf der Bühne allerdings komplett verschwindet. Bjornar besitzt seine Wurzeln im Death Metal und ist der tighteste Rhythmus-Gitarrist, dem ich je begegnet bin. Unser Drummer Svein Harald stieß vor etwa einem einem Monat zu uns. Er kommt eher aus der Prog/Power-Metal-Ecke, was nun wirklich nicht mein Fall ist. Aber die vielen Jahre technisch anspruchsvolle Musik zu spielen haben definitiv einen exzellenten Schlagzeuger aus ihm gemacht." Und wie steht es mit Pal selbst? Tor Arne sieht den Bandkollegen so: "Pal ist ein großartiger Gitarrist. Er besitzt ein unglaubliches Verständnis für Musiktheorie, wovon ich überhaupt keine Ahnung habe. Ich glaube, er hat sogar einen Abschluss von irgendeiner Musikschule. Er könnte wahnsinnige Solos spielen wenn er wollte, aber ebenso wie ich legt er auf so etwas keinen großen Wert im Artifact-Sound."

Was den besagten Artifact-Sound angeht, so besteht dieser zu einem großen Teil aus einer Mixtur, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut: Elektronik und Rock/Metal. Doch während es etlichen Acts nicht gelingt, daraus etwas Interessantes und Innovatives zu erschaffen, vereinen Artifact diese beiden unterschiedlichen Musikstile zu einem harmonischen und mitreißenden Ganzen. "Ich stand schon immer auf harte Gitarren," erklärt Pal, "aber ich finde, es ist schwierig, ausschließlich mit Gitarren einen knackigen Sound zu erzeugen. Es ist einfacher, neue und aufregende elektronische Klänge zu erschaffen, obwohl ich auch der Meinung bin, dass rein elektronische Musik dazu tendiert, schnell langweilig zu werden. Beides hingegen zu verbinden führt zu einer außergewöhnlichen Mischung, die einem darüber hinaus als Musiker mehr Möglichkeiten eröffnet."

 

Klingt einleuchtend. Thematisch scheint das Debüt "The Only Salvation" angesichts des Albumtitels und Songs wie "New Messiah" religiöse Wege zu beschreiten, doch das stimmt nur zum Teil. "Die Texte sind eher eine Reflexion der heutigen Welt, so handelt 'New Messiah' beispielsweise von einem religiösen Fanatiker, der für seine Überzeugung Menschen tötet," führt Tor Arne aus. "Es ist mir völlig egal, welcher Religion jemand angehört, solange sie mich nicht konvertieren wollen. Unter den Christen tummeln sich viele Heuchler. Sie sind wie alle anderen Sterblichen, mit allen schlechten Taten und Eigenschaften. Aber hey, ihnen wird sowieso vergeben, nicht wahr?" Andere Songs hingegen, wie zum Beispiel "Weeping For A Suicide" und "Senseless", schlagen sowohl musikalisch als auch textlich einen deutlich melancholischeren Ton an: "Ersterer versucht die Botschaft zu vermitteln, dass es immer eine Alternative zum Selbstmord gibt, andere Möglichkeiten, um mit einer Depression fertig zu werden. Der Beginn ist sehr tragisch, findet aber ein hoffnungsvolles Ende. 'Senseless' handelt von einer nahestehenden Person mit einem Drogenproblem. Es ist, als stünde man daneben und denkt: 'Ich sehe, dass es dir schlecht geht und dass du versuchst, da rauszukommen. Ich würde dir gern helfen, aber du musst dich selbst dazu durchringen.'"

Angesichts solcher Themen stellt sich natürlich die Frage, ob Norwegen generell bzw. eine Stadt wie Stavanger mit ihrer Vielzahl an düsteren Bands automatisch zu einem solch dunklen Sound führen muss, wie ihn sich Artifact und andere Acts zu eigen gemacht haben. "Hier in Stavanger tragen wir alle Corpsepaint, fackeln Kirchen ab, vergewaltigen Priester wenn wir nichts besseres zu tun haben, also führt eigentlich kein Weg daran vorbei, dunkle Musik zu machen, haha. Nein, im Ernst, ich weiß nicht woran es liegt. Vielleicht daran, dass es hier soviel regnet. Manche Leute sagen, Norwegen besitzt die Form einer Gitarre und dafür gibt es einen Grund. Aber ich selbst habe schon immer Metal gehört. Das erste Tape schenkte mir mein Babysitter, als ich noch ein Kind war - 'British Steel' von Judas Priest."

Auf der Website von Artifact findet man eine äußerst gelungene Download-Version des Depeche Mode-Hits "Never Let Me Down Again". Warum hat der Song nicht den Weg auf das Album gefunden? "Pal wollte das Stück unbedingt auf der Platte haben. Ich kann nur für mich sprechen, aber ich finde, die Tracks auf der Scheibe sind alle besser. Es gab auch noch andere Songs, die es nicht auf das Album geschafft haben, wir mussten uns einfach für die besten entscheiden," erklärt Tor Arne den Sachverhalt. Pal hingegen trauert dem Song schon etwas hinterher: "Ich hätte das Stück sehr gern auf 'The Only Salvation' gesehen, aber sowohl der Rest der Band als auch das Label waren dagegen. Darüber hinaus gab es auch rechtliche Probleme." Schade eigentlich, doch wer sich "Never Let Me Down Again" in der Artifact-Fassung dennoch zu Gemüte führen möchte, findet es auf der offiziellen Homepage.

Außerhalb Norwegens fanden bis zu diesem Jahr keinerlei Live-Aktivitäten der Band statt, doch anlässlich der Veröffentlichung des Debüt-Albums verschlug es Artifact nach Leipzig zum Wave Gotik Treffen, von wo man recht vielfältige Eindrücke mitgenommen hat: "Ich komme aus einem sehr kleinen Ort und war völlig überrascht, Menschen aller Altersgruppen in diesen grässlichen Latex-Outfits zu sehen," rekapituliert Pal. "Für uns als Band war es aber eine aufregende Sache und eine großartige Erfahrung. Das Festival hatte ein exzellentes Line-Up, nur die weiten Wege zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten fand ich anstrengend." Die mussten ein paar Mal in Kauf genommen werden, denn Pal und seine Kollegen nahmen die Möglichkeit wahr und besuchten die Auftritte anderer Künstler: "Wir haben Unheilig, Paradise Lost und Tiamat gesehen. Ich muss sagen, dass die Paradise Lost-Show eines der besten Konzerte war, das ich je besucht habe. Leider waren die Rückflugtickets schon gebucht bevor das Line-Up komplett feststand, deshalb verpasste ich Fields Of The Nephilim, die ich mir verdammt gern angeschaut hätte."

 

Bis dato waren die Live-Auftritte von Artifact eher rar gesät. Wenn es nach Tor Arne geht, ändert sich das hoffentlich bald: "Ich würde definitiv gern mit den Jungs zusammen als Support Act für eine größere Band auf Tour gehen, das ist ein riesiger Traum von mir. Bis jetzt ist noch nichts geplant, also müssen wir wohl oder übel abwarten, was noch so kommt." Was natürlich nicht heißen soll, dass Artifact untätig auf den faulen Ärschen sitzen, ganz im Gegenteil: "Wir haben bereits zwei neue Songs aufgenommen - 'The Devil's Road' und 'Burn (Rise From Ashes)'. Den Sommer über werden wir weiter daran arbeiten, einige unserer Ideen aufzunehmen. Außerdem steht noch ein Konzert im August an, auf dem wir sogar Headliner sind." Die düstere rockig-elektronische Maschinerie kommt also ins Rollen und arbeitet nach "The Only Salvation" schon fleißig an Nachschub. Bleibt nur zu hoffen, dass es die Norweger bald mal für ein paar Konzerte nach Deutschland verschlägt!


 

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Raivotar
© 06/2008 whiskey-soda.de
 


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