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KISS - 35 Jahre und kein bisschen leise

"Alright, Oberhausen!" Die magischen Worte erklingen 2008 in der Stadt des Zweitliga-Aufsteigers sogar zweimal. Nachdem der Tourauftakt der Maskierten am 9. Mai so schnell ausverkauft war, setzte das Management einen Monat später einen Zusatztermin in Oberhausen an. Konzertbericht von einem spektakulären Doppelpack.


"You wanted the best, you got the best!" Na klar, das gilt nach neun Jahren europäischer Kiss-Abstinenz umso mehr. "The hottest band in the world! Kiss!" Der höllische Knall lässt Teile des Publikums zusammenzucken, der gigantische Vorhang zwischen den zwei bekannten Kiss-Army-Bannern fällt. Zu den ersten Takten von "Deuce" fahren zwei stählerne Plattformen wie eine landende Rakete unter Dampf zu Boden. Auf der hinteren: Eric Singer und sein silber glänzendes Schlagzeug. Auf der vorderen: Gene Simmons, Paul Stanley und Tommy Thayer. "Baby, if you're feeling good ...", es scheint, als würde jeder in der vollgepackten Arena Oberhausen den Klassiker mitsingen. Und von Beginn an merkt man, dass Kiss heute besonders gut aufgelegt sind. Wenn man nach fast einem Jahrzehnt nach Deutschland zurückkehrt und dann frenetisch gefeiert wird, ist das natürlich kein Wunder. Einen Monat später wirkt das Quartett zwar nicht mehr ganz so geladen, doch die Band ist weiterhin bestens aufgelegt. Paul Stanley fordert das Publikum: "Das ist unsere zweite Show in Oberhausen. Wir müssen daraus die Nummer Eins machen!" Die Menge stimmt johlend zu. Mit den Klassikern geht es weiter.

 

In diesem Song konzentriert sich alles auf Tommy Thayer. Der Gitarrist, der das Spaceman-Kostüm von Kult-Ikone Ace Frehley übernommen hat, spielt auf seiner Gitarre wie ein Berserker. Dann lehnt er die Klampfe an den Verstärker und fuchtelt zum Sound wild mit seinen Händen. Manche sagen, er bete sie an. Doch schon bekommt er die nächste umgehängt. Ganz aufmerksame Fans haben bemerkt, dass auf der Rückseite kleine Schalter sind. Tommy spielt, zeigt nach links und schießt Feuerwerk ans Hallendach. Dasselbe auf rechts. Ein weiterer Schuss soll offenbar gerade nach oben gehen, funktioniert aber nicht. Zeitsprung zur zweiten Show: Hier klappt alles. Man merkt insgesamt, dass kleine Kinderkrankheiten, die beim Tourauftakt passieren können, inzwischen eliminiert wurden. Weitere Songs vom legendären "Alive!"-Album, der ersten Kiss-Doppel-LP, folgen. Bei den ersten beiden Shows (Oberhausen und München) spielen Kiss das Album tatsächlich in voller Länge. Da gibt es Raritäten wie "Parasite", "She" und "Com' On An' Love Me". Gerade langjährige Fans kommen dank der veränderten Setlist voll auf ihre Kosten. Bei "Hotter Than Hell" spuckt Gene Feuer. Fast noch heißer wird es, als die weiblichen Fans, angefeuert von 12.000 jubelnden Fans und den Hauptdarstellern, in Großaufnahme auf der Leinwand blank ziehen. Kiss bleibt eben Kiss. Gene Simmons zählt im Kopf schon weiter.

Dann kommt der krönende Abschluss mit "Rock And Roll All Nite" und spätestens jetzt nimmt das Spektakel absurde Dimensionen an. Aus großen Röhren werden schier unendliche Mengen an Konfetti geschossen, während Dampf aufsteigt und im Hintergrund die eine oder andere Stichflamme auftaucht. Die Arena Oberhausen erlebt ein Rock'n'Roll-Inferno, dass nach wie vor seinesgleichen sucht. "I wanna rock and roll all nite ... and party everyday!" Kein Besucher, auf den das Motto der Hymne in diesem Moment nicht zutrifft. Während scheinbar alles in die Luft fliegt, gehen auch Gene und Tommy hoch, natürlich nur auf Plattformen am Bühnenrand. Im Hintergrund steigt das Schlagzeug auf. Paul zerschlägt seine Gitarre, begleitet vom Applaus des Publikums und synchron aufsteigenden Feuerwerkskörpern. Ganz großes Kino! Viele Jahre hat Kiss mit diesem Song jeden Gig beendet, doch hier ist nach 100 Minuten natürlich noch nicht Schluss. Während die Band hinter der Bühne verweilt, singt das Publikum weiter. Als das riesige Kiss-Logo auf der Bühne rhythmisch aufflackert, steigt die Stimmung. "Wollt ihr noch mehr hören", kehren Paul Stanley und Co. unter tosendem Applaus zurück. Wer bis zu diesem Zeitpunkt tatsächlich nur wenige Songs kannte, kommt nun voll auf seine Kosten. "Shout It Out Loud" ist natürlich die nächste Hymne aus der Kisstory. Da singt jeder mit. Mit "Lick It Up" folgt einer der wenigen 80er-Jahre-Songs, die auf dieser Tournee zu hören sind. Zwischendurch baut die Band sogar noch "Won't Get Fooled Again" ein! Der Klassiker von The Who ist auf dieser Tour übrigens auch der letzte Song, der vom Band zu hören ist, bevor Kiss die Bühne betreten.

 

Als Gene plötzlich allein auf der Bühne steht, geht das Licht runter und wird grün. "Gene, Gene, Gene", grölt die Kiss Army. Der Demon wird zum Tier, spuckt Blut, spielt Bass. Anders als Ozzy Osbourne hat er durch seine, zum Teil sehr obskure, Reality-Show nichts an seiner Glaubwürdigkeit verloren. Dann geht's aufwärts, der Demon fliegt am Drahtseil auf die meterhohe Plattform über dem Bühnengerüst. Wer jetzt eine Performance von "God Of Thunder" erwartet, liegt falsch, denn das Schlagzeug lässt unmissverständlich erkennen, dass "I Love It Loud" den Platz im Set hat. Wunderbar! Schon wieder was Anderes, und noch ein Hit aus den 80ern! Leider ist es auch ansonsten der einzige. Man kann Kiss schon vorwerfen, dass sie ihr komplettes musikalisches Schaffen nach 1983 ("Lick It Up") verleugnen. 25 Jahre Bandgeschichte werden ignoriert! Und das ist wirklich schade, denn diese Tour heißt "Alive 35". Kiss wäre sicher nicht mehr am Leben, wenn sie das Musikmachen vor einem Vierteljahrhundert eingestellt hätten. Immerhin sind sie nach den Beatles und den Rolling Stones die erfolgreichste Band aller Zeiten, belegt in Gold-Schallplatten. Warum also nichts davon spielen? Nichtdestotrotz, die Setlist ist, wie bereits erwähnt, klasse. Beim zweiten Rendezvous in Oberhausen ist sie allerdings abgespeckt. Die drei Songs "Firehouse", "Watchin' You" und "Rock Bottom" wurden aus unerklärlichen Gründen verabschiedet.

"1979 gab es einen Rock'n'Roll-Song, bei dem die Leute plötzlich getanzt haben", sagt Paul. Die Rede ist natürlich von "I Was Made For Loving You". Die gerade in Europa so extrem erfolgreiche Disco-Nummer von Kiss wird von massivem Feuerwerk begleitet. Das ist ein weiterer Partykracher, den alle mitsingen. Aufmerksamen Arena-Besuchern ist bereits aufgefallen, dass ein Drahtseil von der Bühne bis zu einem kleinen Podest inmitten der Halle gespannt ist. "Ich will mal zu Euch rauskommen", sagt Paul. Zum Maschinengewehr-Sound von "Love Gun" fliegt er mitsamt seiner Fender über das Publikum, um dort die 76er-Nummer zum Besten zu geben, ein gern gesehenes Standard-Gimmick seit der Reunion vor zwölf Jahren. Doch so langsam neigt sich auch das größte Rockspektakel dem Ende zu. Mit "Detroit Rock City" beenden Kiss einen sensationellen Abend. Noch einmal fliegt alles in die Luft, dann ist Schluss.

 

"Kiss thanks you Oberhausen" leuchtet auf den Bildschirmen, während "God Gave Rock'n'Roll To You II" vom Band läuft. 135 Minuten dauerte der Spaß beim ersten Mal, beim zweiten Mal waren es immer noch knapp über 120. Ich habe es schon oft gesagt: Davon können sich viele junge Bands eine Scheibe abschneiden. "You wanted the best, you got the best." Nie hat der Satz besser gepasst, als auf dieser Tour. Kiss präsentieren sich auch nach 35 Jahren in Hochform. Offenbar nicht zum letzten Mal: Nach halb absolvierter Tournee, der erfolgreichsten jemals in Europa, sagt Paul in Oberhausen einen Satz, den er später auch bei anderen Shows verkündet. "Wir kommen nächstes Jahr wieder, um Euch zu sehen!"

Alright ...

(Fotos: Dethlefs)


 

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Philip
© 06/2008 whiskey-soda.de
 


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