whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin
Musikmagazin - Home whiskey-soda Musikmagazin
whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin
whiskey-soda Musikmagazin zur Startseite whiskey-soda Musikmagazin zur Story Seite whiskey-soda Musikmagazin zur Rezensionen Seite whiskey-soda Musikmagazin Livekonzerte und -Interviews whiskey-soda Musikmagazin Community und Forum whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin einfach mal suchen whiskey-soda Musikmagazin
News   
Reviews   
Stories   
Live (WS-TV)   
WS Präsentiert   
Forum   
Facebook   
Story-Archiv   
 

      registrieren  

Silent Angel: Fire And Ashes Of Heinrich Böll
Eric Andersen
Silent Angel: Fire And Ashes Of Heinrich Böll
(Folkrock)

Black Butterfly
Steve Walsh
Black Butterfly
(Hardrock)

Unleash The Love
Mike Love
Unleash The Love
(Rock'n Roll)

Der Katalog 3-D (Limitierte CD-Version)
Kraftwerk
Der Katalog 3-D (Limitierte CD-Version)
(Synthie-Pop)

Kingdoms Disdained
Morbid Angel
Kingdoms Disdained
(Deathmetal)

I Knew You When
Bob Seger
I Knew You When
(Rock)

The Sin And The Sentence
Trivium
The Sin And The Sentence
(Metalcore)

The Book of Souls: Live Chapter
Iron Maiden
The Book of Souls: Live Chapter
(Metal)

Vom Stochern in der Asche
Löwen am Nordpol
Vom Stochern in der Asche
(Indie-Rock)

InZENity
Jen Majura
InZENity
(Hardrock)



Steve Lukather - Das wundervolle Leben des Steve L.

Die Zeiten ändern sich. Nach 31 Jahren und ohne echte Abschiedstournee ist Schluss mit Toto. Steve Lukather konzentriert sich ab sofort ausschließlich auf seine Solokarriere. Der Titel seines neuen Albums, "Ever Changing Times", ist eher zufällig gewählt. Mit Bedacht gewählt wurde allerdings die erlesene Bluesgarage im beschaulichen Isernhagen, gleich vor den Toren Hannovers. Whiskey-Soda-Redakteur Philip Dethlefs sprach kurz vor der Show mit dem Ausnahmegitarristen.


"Ich fürchte, es ist das schlechteste Album, dass ich je gemacht habe. Ich schäme mich richtig. Deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen mich dafür zu entschuldigen." Lautes Lachen schallt durch den Backstage-Bereich der Bluesgarage. Das kann nur Steve Lukather sein. Der ehemalige Toto-Gitarrist, wie man inzwischen sagen muss, ist immer ein witziger Gesprächspartner.

Sein neues Werk findet er natürlich gut: "Das hat großen Spaß gemacht. Ich hab mir maximale musikalische Freiheit gegönnt und nicht gesagt, das muss so gemacht werden oder so ganz und gar nicht", erzählt er. "Die Songs kommen irgendwie von alleine. Und was mir gefallen hat, wurde aufgenommen." Herausgekommen ist mit "Ever Changing Times" ein starkes Album, dass bei den Fans großen Anklang findet, wie sich auch im Laufe des Konzerts herausstellt.

Wie sehr haben sich die Zeiten für Steve Lukather geändert? "Das ist eine andere Welt als früher. Die Art, wie Du Dich selbst verkaufen musst, was man von Dir will", seufzt der Session-Musiker, der auf über 1000 Alben gastiert hat. "Alles läuft nur noch über den Computer, und wie Du weißt, geht die Plattenindustrie den Bach runter. Und die Session-Szene ist auch fast am Ende. Leute machen Platten zuhause am PC, es gibt kein Budget, um gute Musiker einzusetzen. In L.A. schließen all die Studios und die Atmosphäre verschwindet. Früher wachte man auf und spielte jeden Tag mit großartigen Musikern das ist vorbei. Wirklich schade! Leute tauschen Dateien aus, statt Musik miteinander zu machen. Alles ändert sich, aber das wird schon. Momentan befinden wir uns in einer Übergangsphase, weil niemand so recht weiß, was er mit sich anfangen soll." Doch dann beginnen seine Augen wieder zu leuchten: "Ich bin einfach nur glücklich, dass ich hier bin. Mir geht's großartig, denn das Leben ist gut."

 

Für gute Laune sorgt offenbar auch die Wahl der Lokalitäten. Einst füllten Toto die größten Hallen, an diesem Abend spielt "Luke" vor rund 400 Leuten. "Wir sind realistisch und haben kleine Läden gewählt. Ich spiele lieber in einem vollen Club, als in einer 5000-Sitze-Arena, in der nur 1000 oder 800 Leute sind. Man sieht nicht gut aus, man verliert Geld, es ist schlecht für Deine Stimmung. Und für die Art von Musik, die wir jetzt spielen, ist diese Atmosphäre sowieso die beste", freut sich Steve. "Es läuft richtig gut, vor allem, wenn man bedenkt, dass so ziemlich jeder Künstler, von dem Du jemals gehört hast, zur Zeit auf Tour ist. Denn mit einem Album verdient man ja kein Geld mehr. Ich genieße einfach eine gute Zeit mit der besten Band und Crew in der Welt. Darüber bin ich echt glücklich." Das stellen vor allem die Fans im Laufe der über zweistündigen Show fest, in der sich der Virtuose und seine Band in absoluter Topform und bester Laune präsentieren.

Apropos Band. Die Band, mit der Lukather 31 Jahre verbunden war, existiert nun nicht mehr. Toto haben sich offiziell aufgelöst. Fühlt sich das nicht komisch an? "Nein, überhaupt nicht", findet der Mitbegründer. "Ich bin ja immer noch gut mit allen befreundet. Es hat ja nicht im Streit geendet. Wir telefonieren und mailen regelmäßig. Natürlich stehe ich einigen näher als anderen, aber die Sache war vor allem die, dass meine Highschool-Band nicht mehr meine Highschool-Band war. Dave (David Paich, Anm. d. Verf.) war nicht mehr dabei, Mike (Porcaro, Anm. d. Verf.) ist krank geworden, und es geht ihm nicht besonders gut. Steve Porcaro ist auch raus, und irgendwie hat es sich nicht mehr richtig angefühlt."

"Und dann gab es auch noch geschäftliche Dinge, ziemlicher Mist. Ich hätte das vielleicht weiter durchgezogen, aber manchmal ist es besser, wenn man's sein lässt. Ich wusste eigentlich schon vor der Tour, dass es die letzte mit Toto sein würde", gesteht der Mann, den viele Fans für den besten Sänger in der Bandhishtorie halten. Dann macht er seinen Standpunkt besonders deutlich: "Ich kann doch nicht allein da rausgehen und mich Toto nennen. Ich kann auch nicht zum millionsten Mal 'Africa', 'Rosanna', 'Hold The Line' und die ganzen Balladen spielen. Lieber spiele ich ein paar obskure Nummern, die ich geschrieben und gesungen habe, nicht das offensichtliche Zeug. Aber ich glaube, Bobby (Kimball, Anm. d. Verf.) wird auf Tour gehen und all diese Songs spielen."

 

Trotz allem verwirrt mich die Kommunikation der Toto-Trennung. Zum Zeitpunkt des Gesprächs wurde die Bandauflösung nur auf Lukathers Website verkündet, erst drei Tage nach unserem Gespräch ist es auch auf der Toto-Website zu lesen. Im Frühjahr war dort noch von "einer verdienten, langen Pause" die Rede. Luke macht es kurz: "Sagen wir einfach, es ist sind seitdem noch ein paar Dinge vorgefallen. Da hab ich entschieden, dass Schluss ist." Wirklich für immer? "Ich weiß nicht. Ich kann Dir nicht sagen, was morgen passiert. Aber ich sehe in meiner Zukunft kein Toto, nein. Aber wie gesagt, ich liebe und respektiere jedes Toto-Mitglied aus der Vergangenheit und Gegenwart. Und man weiß ja nie ..."

Eine kleine Hoffnung gibt es also noch für die Fans, denn auch mit David Paich hat sich Steve wieder versöhnt, nachdem es Unstimmigkeiten wegen Paichs Freigabe von "Rosanna" für einen fragwürdigen Werbespot gegeben hatte. "Ich war sauer, aber es war ein Streit zwischen Brüdern. Wir hatten uns lange nicht gesehen. Als wir uns dann trafen, gab's eine Umarmung, denn das war alles überflüssig. Hey, ich mache Fehler, ich sage manchmal blöde Sachen, jeder macht das doch. Ich bin der erste, der zugibt, wenn er falsch liegt. Und in dem Fall lag ich falsch. Auch wenn er uns ausverkauft hat."

"Stab In The Back" bezieht sich dementsprechend nicht auf den alten Bandkollegen. Die Nummer leitet Steve mit dem Hinweis ein, dies sei der Steely Dan-Song, den er nie spielen durfte. Die Erklärung liefert er vorm Konzert, auf die Frage, mit welchem Künstler er gern mal arbeiten würde. "Der längste Witz läuft zwischen mir und Walter Becker und Donald Fagen, weil ich immer ein Solo auf einem Steely Dan-Album spielen wollte. Ich hab mit beiden schon gearbeitet, einzeln, aber ich hab nie auf einem Album gespielt. Deswegen hab ich 'Stabbing In The Back' für die neue Platte geschrieben. Den widme ich den beiden", lacht er. Die groovige Nummer bietet hohes Jam-Potenzial, wie erwartungsgemäß viele Songs an diesem Abend.

Für die Jam-Rock-Szene mit Vertretern wie Gov't Mule oder Widespread Panic begeistert sich Luke dementsprechend. "Ich liebe die ganze Szene. Doch leider würde ich in der Gemeinde wegen meiner Toto-Vergangenheit nie akzeptiert werden. Es gibt dieses Stigma, das am Namen Toto klebt, nach dem Motto 'Oh, dieser Pop-Rock-Mist!' Aber guck Dir unsere Show heute abend an und sag dann, wir wären keine Jam-Rock-Band. Na klar, wir haben Songs, aber wir machen jeden Abend was Anderes mit ihnen, brechen aus der Struktur aus und haben unseren Spaß."

"Ich liebe das, es ist großartig, diese Freiheit dabei. Aber das kann ich eben nur bei meinen eigenen Gigs machen. Eine andere Chance hab ich nicht." Für die Fans in der Bluesgarage und auf der gesamten Welttournee existieren solche Stigmata nicht. Jedem ist bewusst, dass er heute einen der besten Gitarristen der Welt auf der Bühne sieht, der eine spitzenmäßige Band mitgebracht hat. "Dankeschön, mein Schatzi", bedankt sich Steve zwischendurch artig auf deutsch bei seinen Bandmitgliedern und erntet dafür vom Gitarrenkollegen Ricky Z. ein "Bitteschön, mein Herr" in urkomischem amerikanischen Akzent.

 

Die Setlist bietet für jeden etwas. Ein jammiges Vergnügen ist "Party In Simon's Pants". "That shit is funky", verkündet der Saitenmagier unübersetzbar. Der Titel des Songs, der sich auf den aktuellen bzw. seit kurzem ehemaligen Toto-Schlagzeuger bezieht, sorgt wie immer für Lacher. Für absolute Gänsehaut sorgt hingegen der "Song For Jeff", der natürlich Simons 1991 verstorbenem Vorgänger Jeff Porcaro gewidmet ist. Ein bewegender Moment. Wiederum ganz anders ist das kultige "I Hate Everything About You", der ultimative, sarkastische Beziehungs- bzw. Trennungssong. Für die spürbare Harmonie des Line-Ups spendet Steve immer wieder Dank an seinen Keyboarder Steve Weingart, der das Team rekrutierte. "Vor wenigen Monaten kannte ich diese fantastischen Jungs noch gar nicht", jubelt der Chef.

"Dafür muss ich vor allem Steve Weingart danken. Er ist einer der besten Musiker, die ich kenne, und ein Wahnsinnstyp. Ich meine das auf eine hetero-sexuelle Weise", scherzt Lukather. "Obwohl es manchmal ganz schön einsam ist im Bus." Als er dazu eindeutig zweideutige Hüftbewegungen macht, bleibt in der Bluesgarage kein Auge trocken. Im Gegensatz zu seinem Kumpel Joe Satriani, mit dem er beinahe mal auf G3-Tour gegangen wäre, ist Steve Lukather nicht nur ein Ausnahmegitarrist, sondern auch ein Entertainer. Einer mit großen Plänen. "Ich möchte mich selbst außerhalb von Toto etablieren. Ich hab riesiges Glück, dass ich ein Teil davon war, aber jetzt will ich trotzdem unabhängig davon wahrgenommen werden, so dass man sagt: Dies ist Lukather, das ist Toto."

"Ich bin stolz auf meine Vergangenheit, das war eine großartige Erfolgsgeschichte. Wahrscheinlich lief es besser, als bei 90 Prozent der anderen, die es da draußen gibt. Aber jetzt will ich ich selbst sein. Ich will nur ein bisschen gute Musik machen und meinen Spaß haben. Außerdem muss ich jetzt noch ein weiteres Kind durchs College kriegen", lacht der Vater eines zehnmonatigen Mädchens, dessen Familie sein absoluter Ruhepol und Halt ist. Zuhause verzichtet er übrigens auch weitestgehend auf Musik. "Natürlich hör ich auch mal welche. Aber meistens möchte ich einfach mal in Ruhe ein Buch lesen, etwas fernsehen oder vorm Kamin sitzen. Wenn ich nach Hause komme, ist Entspannung angesagt. Der Koch macht sich ja auch nicht als erstes was zu essen, wenn er nach Hause kommt," grinst er. Wenn es so gut schmeckt?

Den Nachtisch bekommen die Gäste. Zur Zugabe freuen sich 400 begeisterte Fans über das Pink Floyd-Cover "Shine On You Crazy Diamond", bevor mit der akustischen Version des Toto-Songs "The Road Goes On" ein bedeutungsvoller Abschluss erklingt. Trotz des Bedauerns über die Auflösung seiner legendären Band hat an diesem Abend kaum einer der Anwesenden Toto vermisst. Und so sehr sich die Zeiten auch ändern mögen, Steve Lukather bleibt der Alte: Ein Ausnahmegitarrist mit einer sensationellen Stimme, der mit seinem Humor und seiner netter Art jeden begeistert.

(Fotos: Dethlefs)


 

auf Facebook empfehlen/teilen       Artikel drucken

Philip
© 07/2008 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Steve Lukather

Artikel:
- Steve Lukather - Das wundervolle Leben des Steve L.

Rezensionen:
- Ever Changing Times
- Transition

Kurzinfos: Toto

Rezensionen:
- Falling In Between
- Falling In Between Live
- Falling In Between Live (DVD)
- Live In Poland - 35th Anniversary Tour
- XIV

Kurzinfos: Pink Floyd

Homepage:
- Pink Floyd

Rezensionen:
- The Dark Side Of The Moon
- The Story Of Wish You Were Here
- The Endless River
- The Final Cut (Vinyl Remaster Reissue)
- A Momentary Lapse Of Reason (Vinyl Remaster Reissue)
- Pink Floyd - Die definitive Biographie
- A Collection Of Great Dance Songs - 2017 Vinyl Remaster
- Delicate Sound Of Thunder

Kurzinfos: Joe Satriani

Artikel:
- Joe Satriani - Eddie Van Halen hat mich nie zurückgerufen
- Joe Satriani - Dieser Schwung, der sich nicht aufhalten lässt
- Joe Satriani - Alles eine Frage der Zeit

Rezensionen:
- Original Album Classics

Kurzinfos: Gov't Mule

Homepage:
- Gov't Mule

Rezensionen:
- High And Mighty
- Sco-Mule
- Revolution Come... Revolution Go


whiskey-soda RSS Feed

FACEBOOK

YOUTUBE

CD des Monats 11/17
Changes - Psychonautika

Changes - Psychonautika


alle Reviews hier



   
Seite/ Inhalt gefällt mir
whiskey-soda als Bookmark bei: Mr. Wong whiskey-soda als Bookmark bei: Webnews whiskey-soda als Bookmark bei: Facebook whiskey-soda als Bookmark bei: Icio whiskey-soda als Bookmark bei: Linkarena whiskey-soda als Bookmark bei: Favoriten whiskey-soda als Bookmark bei: BoniTrust whiskey-soda als Bookmark bei: Favit whiskey-soda als Bookmark bei: Linksilo whiskey-soda als Bookmark bei: Readster whiskey-soda als Bookmark bei: Folkd whiskey-soda als Bookmark bei: Yigg whiskey-soda als Bookmark bei: Digg whiskey-soda als Bookmark bei: Del.icio.us whiskey-soda als Bookmark bei: Reddit whiskey-soda als Bookmark bei: StumbleUpon whiskey-soda als Bookmark bei: Blinklist whiskey-soda als Bookmark bei: Technorati whiskey-soda als Bookmark bei: Newsvine Information

Home | News | Stories | Reviews | Live | Forum | Community | Impressum | B2B | Newsarchiv | Storyarchiv | Reviewarchiv | 1995-2016 © whiskey-soda.de