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Das gab es noch nie, ebenso wie noch nie Iron Maiden die Felder von Norddeutschland besichtigt haben. Doch auch dieses Manko wird am Donnerstag abend ab 21:30 Uhr Geschichte sein. MTV überträgt für alle diejenigen, die keine Karte ergattern konnten, das komplette Konzert, besonders diejenigen, die unter Agoraphobie leiden, dürfte dieser Dienst ein wahrer Segen sein, werden doch um die 100.000 Headbanger vor Ort sein.
Gute Planung ist also vonnöten, um sich durch die Menschenmengen zu kämpfen, um zeitgenau von A nach B zu kommen, denn über das Gelände verteilt gibt es zahllose Attraktionen und musikalische Leckerbissen, falls diese nicht vom Winde verweht werden oder die gefühlte Einwohnerzahl einer mittleren Großstadt sich zwischen dem Fan und der Bühne befindet.
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Seien es die legitimierten Nachfolger von AC/DC, Airbourne, die den Hard Rock-Hammer kreisen lassen, die Jungspunde von Sturm & Drang, die mit den Fans das Rocken lernen, die süffigen Hymnen von Alestorm oder romantisch-nordisches Liedgut von Leaves Eyes, die bereits vor den Urgesteinen des NWoBHM Iron Maiden den Donnerstag erlebenswert machen, eine Aufwärmphase gibt es hier nicht.
Der Freitag wird mit klassischem Schwedentod von Grave eingeläutet, munter geht es weiter mit Ensiferum, Sonata Arctica, Soilwork, Opeth, Children of Bodom bis zum Grand Finale mit Avantasia und den Wacken-erprobten Crematory, die den Freitag mit zahlreichen Hits abschließen werden.
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Der Samstag steht ganz im Zeichen der Klassiker und Legenden, denn mit Obituary, Carcass und Kreator stehen ganz wichtige Vertreter der harten Gangart auf dem Programm. Und wenn At The Gates ihr Reunion-Show spielen, werden die Erwartungen ins Unermessliche geschraubt. Mit Nightwish präsentiert sich auch erstmals die neue Sängerin Anette Olzon dem norddeutschen Publikum, bevor Lordi mit "Hard Rock Halleluja" das Licht ausmachen.
Die Frage ist allerdings, was denn die Bewohner und Regierende zu den immer umfangreicheren Massen sagen, die in das Örtchen einfallen. Bürgermeister Axel Kunkel jedenfalls sagte im Interview, dass die Gemeinde hinter dem Festival steht und er selbst das Open Air für "mindestens vier Tage" besucht. Nur wenige kritisieren den bedeutenden Wirtschaftsfaktor im Ort: "Für einige ist es zu laut, und sicher haben auch manche eine größere Belastung als andere. Wenn man unten an der Hauptstraße wohnt, der Wind richtig steht und man da drei Tage Krach mitbekommt, dann ist das schon eine Belastung. Die Leute sind durchaus kritisch, aber auch tolerant. Es gibt vom Ordnungsamt eine dicke Verfügung, die alles regelt, und das Thema "Lärm" wurde in den letzten Monaten ganz intensiv betrachtet. So gibt es eine "Freizeitlärmrichtline", und danach ist das Festival ein "seltenes, überregionales, bedeutendes Ereignis"." heißt es vom Bürgermeister, der sich für die härter Gangart begeistern kann und unbedingt Iron Maiden sehen will. "Es gibt Bands, die höre ich gerne, andere sind für mich nur Krach. Ich mag zum Beispiel Nightwish, die spielen Samstag. Das Schöne ist: Man lernt Leute aus anderen Ländern und aus Deutschland kennen, man spricht mit ihnen und erfährt einfach mal, was die sonst so machen. Das ist das Schöne, die Musik ist dann eher zweitrangig." befindet Axel Kunkel.
Also heißt es im Ort: "Wir sind Wacken!", denn so schlimm ist es nämlich mit den Festival-Gängern nicht, wie der Regierend resümiert: "Metaller haben eine grundfriedliche Einstellung. Sie sehen zwar wild aus, sie grölen manchmal recht laut, und sie trinken viel. Aber das ist ja noch nichts Schlimmes, daran haben sich die Wackener gewöhnt. Ich war vor Jahren mit meiner Mutter und meinem Vater da, denen man ansieht, dass sie Rentner sind. Und denen boten die Fans was zu trinken an..."
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