|
Mittwoch ist der erste Tag. Heute findet der Bandcontest statt, zwölf mitunter schon namhafte Bands geben sich im Partyzelt, einem seitlich offenen Zirkuszelt, die Ehre. Der Gewinner darf am Donnerstag das Festival eröffnen. Es ist jedoch fraglich, wie viele Fans Bloodwork, Lay Down Rotten, Born From Pain, Fleshcrawl und Konsorten tatsächlich gesehen haben, den viele steckten bis in die Nacht hinein im Stau. Morgens um Zehn ist man kurz vor Dinkelsbühl, kann die Festivalluft förmlich schon riechen - und zehn Stunden später fährt man ermattet, genervt, als Nichtfahrer stockbesoffen auf den Campingplatz. Egal ob das vorher regnerische Wetter, Baustellen in Dinkelsbühl oder umfangreiche Gepäckkontrollen der Grund gewesen sind, der Mittwoch ist zuende, bevor er überhaupt anfangen konnte. Schade. So muss man ohne Musikgenuss schlafen gehen und auf ein besseres Morgen hoffen.
|
|
 |
|
|
|
Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, um 13 Uhr dröhnt heute, Donnerstag, die erste Band aus den Boxen. Fuck Your Shadow From Behind haben den gestrigen Wettbewerb gewonnen und dürfen nun im großen Stil die Hauptbühne rocken. Genau das tun sie dann auch, inklusive frühmorgendlichem Circle Pit. Danach übernehmen All Ends auf der Pain Stage das Zepter. Die schwedische Formation um die Schwester des In-Flames-Gitarristen Björn Gelotte wartet mit gleich zwei Sängerinnen auf und schlägt eher melodische Töne an. Nach einem 30-minütigen Set geht es auf der Hauptbühne weiter. Obwohl es trotz Sonnenscheins nicht unerträglich warm ist, kommt den Fans vor der Bühne eine kleine Abkühlung aus Feuerwehrschläuchen sicher sehr entgegen. Denn, wer hätte es gedacht, mittlerweile geht es auch bei Emil Bulls ziemlich metallisch zu und ab. Im Laufe des Nachmittags wird dem geneigten Besucher ein angenehmer Stilmix verabreicht. Auf die Mittelalterleute von Saltatio Mortis folgt Graveworm, die wiederum von Soilwork abgelöst werden. Nebenbei wird um 16 Uhr auch das Partyzelt eröffnet, in dem nach dem Auftritt der Death Metaller Apophis - wahre Summer Breeze Veteranen -, Drone und Negura Bunget die Jungspund-Altrocker von Kissing Dynamite für noch eine Erweiterung des Musikspektrums sorgen.
|
|
|
 |
|
|
Spätestens als Arch Enemy am frühen Abend die Hauptbühne betreten, ist das Festival richtig in Fahrt gekommen. Der Sound stimmt, die Stimmung auch, es wird gebangt und gemosht was das Zeug hält. Bei der gelungenen Songauswahl auch kein Wunder. Wer denkt, danach eine Pause für ein kühles Bier am Campingplatz zu haben, ist allerdings schief gewickelt. Der Abend geht weiter, wie er angefangen hat. Mit Cephalic Carnage im Partyzelt, Primordial und Helloween auf den großen Bühnen und das ist immer noch nicht das Ende. Den Freilicht-Abschluss bilden Marduk, leider nicht mit aufwendiger Show, aber mit gewohnt bösem Geballer. Zeitgleich bescheren Týr ihren Fans im Zelt mehr als eine Gelegenheit zum Haarekreisen. Wer ganz sprachgewandt oder ganz bierselig ist, versucht sogar die faröischen Texte mitzusingen. Nach den Auftritten von Cult of Luna und Despised Icon ist dann Schicht im Schacht mit Livemusik. Und es bleiben nach diesem ausgefüllten Tag genau acht Stunden Zeit bis zur ersten Band des nächsten Morgens.
Der Freitag beginnt regnerisch und kühl. Ein Wetter, bei dem man sich am liebsten nochmal im Schlafsack umdrehen würde, um den Regentropfen auf dem Zeltdach zu lauschen. Aber Pustekuchen, es wartet ein volles Programm. Wer den ganzen Freitag durchhalten möchte sollte gut gefrühstückt und gestern nicht zu viel getrunken haben. Oder zumindest versuchen, mit einem gesunden Hopfentee den Kater auf später - viel später - zu verschieben. Als Dark Age und die Hollandwikinger von Heidevolk auf den Bühnen stehen ist zwar schon einiges los, den tapferen Frühaufstehern bleibt aber trotzdem noch genug Platz zum Bangen vor der Bühne. Zählt das im Regen schon als Haarwäsche?
|