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Diana Jaffé zeigte auf, wie die Musikbranche sich das große Potential der Konsumentinnen erschließen kann. Zu diesem Zweck stellte sie zunächst die Ergebnisse einer in Kooperation mit Brigitte.de geführten, leider nicht repräsentativen Umfrage zum Thema Musikgewohnheiten vor: Befragt wurden Frauen im Durchschnittsalter von 34 Jahren (alle Angaben in diesem Artikel wurden gerundet), die in den Vergleich zu Männern im Durchschnittsalter von 36 Jahren gestellt wurden.
Für beide Gruppen steht Musik an erster Stelle der Entspannungsmöglichkeiten, gefolgt von Lesen und Computerspielen (es war, das sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, niemand an Entspannung durch Wellness und Körperpflege interessiert). Dabei zeichnen Frauen sich dadurch aus, dass sie beileibe nicht nur das Küchenradio hören, sondern tatsächlich an mehr verschiedenen Orten Musik hören als Männer. Zum Musikkauf befragt, kristallisierte sich heraus, dass beide Gruppen den Einkauf im Musikfachgeschäft dem im normalen Kaufhaus vorziehen. Entgegen gängigen Vorurteilen halten Frauen übrigens auch das Online-Shopping für unkomplizierter, als Männer das tun – sehen dabei allerdings den unzureichenden Datenschutz als ernstzunehmendes Problem. Vermutlich altersspezifisch ist die Tatsache, dass 61% der Männer und 71% der Frauen sich nicht für das Downloaden von Musik erwärmen können, und auch die Begeisterung für Klingeltöne fiel in der Umfrage eher verhalten aus.
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Eine auch für den Musikjournalismus interessante Frage war des weiteren, wie die Befragten auf neue Musikstücke und Künstler aufmerksam werden. 73% der Frauen holen sich ihre Tipps dabei gerne durch Radiosendungen; Besprechungen in Zeitschriften stehen bei Frauen ebenfalls hoch im Kurs, wobei jedoch festzustellen ist, dass jüngere Frauen sich auch gerne durch Fernsehsendungen inspirieren lassen.
Warum Frauen als Zielgruppe einer eigenen Marketingstrategie bedürfen, belegte Diana Jaffé im folgenden anhand einer Auflistung "typisch weiblicher Eigenschaften", die nicht auf biologischen Voraussetzungen aufbaute, sondern vielmehr wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Soziologie und die gesellschaftliche Veränderung der Geschlechterrollen berücksichtigte.
Genderspezifische Unterschiede, welche die Bluestone AG ausgemacht habe, seien so beispielsweise eine höhere Nutzenorientierung, Praktikabilität und das Interesse an der Gestaltung des Umfelds, was erklären könne, warum Frauen sich oftmals von Design technischer Geräte nicht angesprochen fühlen.
Auch die Beziehungsorientierung, die vielen Frauen wichtig sei, könnte von der Musikbranche besser genutzt werden. Hätten jüngere Frauen noch eine starke Beziehung zu ihrer Lieblingsmusik, basierend auf damit verbundenen Erlebnissen, fehle diese bei älteren Frauen – die beispielsweise seltener ins Konzert gingen – oft gänzlich. Ein Grund dafür könne die auch gesellschaftlich mangelnde Relevanz sein, die heutige Künstler für Frauen über dreißig haben. Dass es auch anders geht, zeigte Diana Jaffé am Beispiel der amerikanischen Popmusikerin Anastacia, die nicht nur der Brillenmode Aufschwung verliehen habe, sondern durch den Umgang mit ihrer Brustkrebserkrankung auch ein Thema präsent gemacht habe, das viele Frauen über dreißig anspreche. Das Marketing der Zukunft müsse sich den unterschiedlichen Bedürfnissen der Konsumentinnen anpassen, entsprechende Künstler fördern und einen stärkeren Dialog mit den Frauen über dreißig führen.
Ein prägnanter Schlusssatz Diana Jaffés beendete ihren Vortrag: "Wenn die Musikbranche den sinkenden Umsatz beklagt, kann sie sich auch an die eigenen Nase fassen. Schließlich ist die riesige Zielgruppe der Frauen über 30 lange Zeit völlig ignoriert worden."
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