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Bloc Party - Ein Quantum Frust

Der Berliner Flughafen Tempelhof! Ein historisches Gebäude. Ein exklusives Konzert. 300 geladene Gäste. Ein schwieriges drittes Album. Und eine Band die sich wohl zu sehr von der Location inspirieren ließ: Man durchbricht die Schallmauer und es knallt. Doch was das entstandene Vakuum so effektscheischend füllt ist letztendlich nur Luft. An diesem kühlen 23. Oktober vor allem heiße: Willkommen zum Überschallknall im Rückwärtsgang!



Wer hat dieses so gut gemeinte Konzert denn nun sabotiert?
Wie bereits erwähnt hängten Bloc Party selber sich extrem rein. Irgendwann während "Mercury" rennt Kele Okereke zum Mischpult, stellt sich darauf und wirft sich in Pose. Mangelndes Engagement kann man den Herren wahrhaftig nicht vorwerfen. Wer oder was trägt also die Schuld, dass dieser heißersehnte Herbstabend letztendlich derartig ernüchternd ausfiel? Die üblichen Verdächtigen? Die nahezu vollzählig erschienene Berliner Musik- und Medien-Mafia, die vor allem mit "Sehen und Gesehenwerden" beschäftigt war? Oder eher das Publikum, welches sich weniger aus echten Fans sondern aus Kartengewinnern speiste? Vielleicht auch der Graben, der zwischen Publikum und Band für mehr Distanz als nötig sorgte? Der Umstand, dass Bloc Partys Kompositionen auf der Bühne eindimensional und gleichförmig klangen? Oder doch Daniel Brühl, der mit einem albernen Käppi in der fünften Reihe hin und her wippte und nach dem fünften Stück einfach verschwand? Eventuell die Bierpreise von "freundlichen" drei Euro für 0,33? Und wo zum Teufel steckte überhaupt Moabit Peter? Passend zum militärischen Background der Kulisse spielte er AWOL. Oder war schlicht und ergreifend nicht reingekommen. Oder hatte es erst gar nicht versucht weil irgendwo in der Stadt noch eine viel exclusivere, vor allem coolere Show war!

Fragen über Fragen: Fakt ist, dass der Abend trotz aller Bemühungen der Band überraschend emotionslos und müde ausfiel. Allzu viel Lärm um...nun ja....relativ wenig. Ein bisschen ist es wie bei Geschlechtsverkehr: Je mehr man ihn plant und herbeiredet desto langweiliger wird er letztendlich. Magie ist eben nicht mit Gewalt zu erzeugen. Auch nicht in einem "historischen Gebäude". Als der Drummer nach 40 Minuten sein Hemd auszieht und eine behaarte Hühnerbrust offenbart hält mich auch der berufliche Ethos nicht mehr länger vor der Bühne. Der Rest des Saales hat sich bemerkenswert schnell geleert. In den ersten fünf Reihen zappeln noch ein paar, das Groß steht gaffend im lockeren Mittelfeld (bzw. umgekehrt!) oder unterhält sich gleich ganz hinten. Oder geht. Keine schlechte Idee eigentlich!

Trotzdem noch die Set-List:

'One Month Off'
'Hunting For Witches'
'Positive Tension'
'Blue Light'
'Halo'
'Song For Clay (Disappear Here)'
'Banquet'
'Signs'
'Better Than Heaven'
'Talons'
'This Modern Love'
'The Prayer'
'Mercury'
'Flux'
'Helicopter'


 

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Uraniumstaub
© 10/2008 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Bloc Party

Homepage:
- Bloc Party
- Bloc Party - MySpace-Seite

Artikel:
- Bloc Party - Ein Quantum Frust

Rezensionen:
- Silent Alarm
- Silent Alarm Remixed
- Silent Alarm – Deluxe Edition
- A Weekend In The City
- Intimacy
- Four


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