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Der Aufstieg von Tenacious D scheint unaufhaltsam. Die Größe der Band spiegelt sich seit kurzem auch in der Bühnenshow des Duos wieder, die in Seattle aufgezeichnet wurde und nun in voller Länge auf der Doppel-DVD "The Complete Masterworks 2" zu sehen ist. "Es ist die bislang größte Produktion, eine atemberaubende Bühnenshow mit Kostümen, Licht und Magie", schwärmt Jack. In "D Tour: A Tenacious Documentary" erklärt er: "Früher haben wir nie einen Penny für unsere Konzerte ausgegeben. Und jetzt haben wir diese Riesenshow!" Die DVD zeigt zum Teil extastische Zustände, während Jack Black, Kyle Bass, KFC-Colonel Sanders, Jesus, Charlie Chaplin und Elite-Fan und drittes Bandmitglied Lee musikalisch gegen den Teufel ankämpfen.
1994 gegründet, spielten sie bis ins neue Jahrtausend noch in kleinen Klubs. Inzwischen haben sie bereits im Madison Square Garden vor 20.000 Leuten gerockt. Ob sie sich das 1994 vorgestellt hätten? "Nein, damals nicht", sagt Kyle. "Wir wären mit deutlich weniger zufrieden gewesen", gibt sich Jack bescheiden. Kyle lacht: "The Lava Lamp war für uns schon beeindruckend." Jack: "Das ist ein kleiner Club mit einer Kapazität von 30 Leuten, wo wir mal gespielt haben." Was war denn der größte Moment in der "echten" Geschichte von Tenacious D? Kyle zögert nicht lange: "Für mich das Konzert in Reading." Im Sommer 2008 spielten Tenacious D neben Metallica als zweiter Headliner auf Großbritanniens größtem Festival. "Das war einfach ein unglaublich befriedigender, spaßmachender Job, absolut fantastisch! Wir haben das extrem genossen." Ähnlich sieht es auch sein kongenialer Partner: "Ich denke, da stimme ich Dir zu. Ansonsten hat mir die Veröffentlichung unseres ersten Albums sehr viel bedeutet." Und Kyle: "Ich erinnere mich auch noch an eine unserer ersten Shows im Key Club, wo die Leute mitgesungen haben. Das war was Besonderes."
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Die Begegnung mit Ober-Foo-Fighter Dave Grohl war noch so ein einschneidener Moment in der "History of Tenacious D". "Ja, er ist nun schon ziemlich lange ein guter Freund und Verbündeter, ohne Zweifel. Wir spielten im historischen Viper Room, dem Club, den Johnny Depp mal gekauft hat." Und mit der üblichen Jack-Black-Betonung: "Echt ein hipper Laden! Wir haben dort ein paar Shows gespielt. Und irgendwer, der dort arbeitete, hat Dave gesagt: 'Du musst vorbeikommen und Tenacious D sehen. Die werden Dich total umhauen! Direkt vor der Show hat er den Kopf durch den Vorhang gesteckt und gesagt: 'Hey Jungs, ich bin's, Dave Grohl. Ich will Eure Show sehen! Seid nicht nervös!' Und natürlich waren wir total nervös." Gelächter, als Kyle sich genau erinnert: "Und dann schaute er noch mal rein und sagte: 'Übrigens, ich bin der Schlagzeuger von Nirvana.' Und wir sagten: 'Ja, Dave, wir kennen Dich!'" Jack: "Ja, das war eine großartige Show, er liebte uns, aber danach hatten wir über Monate keinen Kontakt. Erst als es Zeit wurde, unser Album aufzunehmen, riefen wir ihn an und sagten: 'Hey Dave, weißt Du noch? Du magst uns! Kommst Du vorbei und spielst ein zwei Songs mit uns ein?' Da kam er zu uns ins Studio. Und weil er so ein netter Kerl ist, haben wir immer wieder gefragt, ob er noch einen Song machen kann. Im Endeffekt hat er das ganze Album miteingespielt." Kyle lacht: "Und das ohne Click Track! Dave hat also etwa ein Jahr seines Lebens für uns geopfert."
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Eine weitere integrale Figur in der Geschichte von D ist zweifelsohne Ronnie James Dio. Dabei sah es zuerst nicht so aus, als würden die drei Freunde werden, erinnern sich die beiden haargenau. Kyle: "Wir hingen ein paar Wochen vor seinem Haus rum. Das war ziemlich unheimlich." Jack: "Ab und zu fuhr er mal raus zum Supermarkt, dann haben wir ihm zugejubelt: 'Dio, weiter so! Metal!'" Kyle: "Los, hol ein paar Liter Milch, yeah!!!" Jack: "Dann hat er den Sicherheitsdienst gerufen und eine einstweilige Verfügung gegen uns erlassen. Als er später unseren Song über ihn gehört hat, fühlte er sich geschmeichelt und hat die Verfügung aufgehoben. Wir durften sogar zwei seiner Rüstungen anprobieren. Er hat eine Menge mittelalterliches Zeug bei sich zuhause."
Die Frage, die sich Metal-Fans seit Jahrzehnten stellen, kann nun geklärt werden. Lebt Dio in einem Schloss? Jack: "Ja, er lebt in einem Schloss in San Fernando Valley. Direkt neben einem Starbucks. Tja, auch er ist inzwischen ein guter Freund von Tenacious D. Er und Dave Grohl. Wir wollen aber nicht mit ihnen abhängen, nur wenn wir arbeiten. So läuft das nun mal, wir sind nur mit unseren Arbeitskollegen befreundet, während wir arbeiten. Ich verlasse auch nie mein Haus!" "Nur wenn ich mit Dir arbeite", klärt Kyle auf: "Es ist eine hollywoodtypische Freundschaft." Tatsächlich begegneten sich die drei beim Dreh des Dio-Musikvideos "Push" zum ersten Mal. Und ausnahmsweise sind Tenacious D mal ernst: "Er ist wirklich ein sehr, sehr netter, sympathischer Mensch."
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Und so trat die Metal-Legende Dio später in "The Pick Of Destiny" neben anderen Gaststars wie Meat Loaf, Ben Stiller, Dave Grohl, Tim Robbins und John C. Reilly auf. Alle Beteiligten sagten sofort zu, erzählt Kyle und lacht: "Als es noch so aussah, dass der Film ein Erfolg werden könnte, bevor das Schiff unterging, wollte jeder dabei sein." Doch dann floppte das Kinodebüt von Tenacious D. "Camp D wurde erschüttert!" Ein Schock, der auch im Rahmen von "D Tour" eine Rolle spielt. Dem Frust wird mit Humor begegent. Immerhin die DVD-Veröffentlichung konnte man als erfolgreich bezeichnen. Besonders enttäuscht zeigt sich Jack darüber, dass es wohl keine ursprünglich geplante Fortsetzung geben wird. Doch im Interview sieht Kyle das anders: "Ich finde, es muss ein Sequel geben, da sind wir wohl unterschiedlicher Auffassung." Doch Jack räumt ein: "Man soll niemals nie sagen! Es wäre nur schwer, so viel Geld aufzutreiben, wie wir für den ersten Film hatten. Der müsste also deutlich billiger werden. Ich fände es so schade, wenn die Fortsetzung billiger aussieht als das Original." Kyle hat noch eine andere Idee: "Ich würde gern ein Remake machen."
"D Tour" zeigt aber auch, dass im Leben von Tenacious D nicht immer alles lustig ist. Jack wird ernst: "Es wurde alles sehr emotional. So wie bei Metallica, falls Du 'Some Kind Of Monster' gesehen hast?" So erfährt er kurz vor Beginn der Late Show mit David Letterman, dass er ohne Kyle auftreten soll, was für ihn natürlich nicht in Frage kommt. Kyle ist sichtlich verärgert und verletzt. Die Band droht mit Absage, darf schließlich dann doch gemeinsam auftreten.
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Nicht vor der Kamera, sondern auf der Bühne fühlen sich beide am wohlsten. Und das ist, wie Jack erklärt, sogar "erstaunlich profitabel". "Ich hätte nicht gedacht, dass wir damit mehr verdienen als mit Fernsehen und Film. Das beste ist aber der direkte Kontakt zu den Leuten. Nichts fühlt sich besser an, als ein Publikum zu rocken." Allerdings war in den Untiefen des Internets zu lesen, dass Kyle die Band auf einem Höhepunkt (also möglicherweise jetzt) auflösen will. Was ist da dran? "Das hab ich gesagt? Was? Willst Du etwa das ich aufhöre?", klingt er entrüstet. "Keine Chance! Lass uns weitermachen!" Also keine Sorge!
Bezüglich eines neuen Albums müssen sich Fans jedoch gedulden. 2010 oder sogar erst 2012 stehen als Veröffentlichungsdatum im Raum. "Momentan sieht es mehr nach 2012 aus", vertröstet Kyle und erzählt auf Nachfrage nach dem Songmaterial von "einem mächtigen Werk, das sich in der Entstehung befindet". Schon seit Jahren ist der nicht-existente Song "Death Star" der Running Gag. Doch überraschend komme ich sogar in den Genuss von einer frei erfundenen halben Strophe! "Selbst für uns ist es ein Mysterium", findet Kyle, und Jack erklärt: "Es ist so mächtig, es entspricht genau meinen Lebensstil! Aber wir spielen es noch nicht live. Denn wenn wir die Nummer erstmal in voller Länge performt haben, können wir sie auch veröffentlichen, denn dann ist sie sowieso überall im Internet." Das könnte jedoch dauern, denn Kyle offenbart: "Wir denken darüber nach, dass gesamte Album aus einem einzigen Song mit vielen Facetten bestehen zu lassen."
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Mit einem Besuch in Deutschland sieht es wohl eher schlecht aus. Bislang haben Tenacious D nur in englisch-sprachigen Ländern gespielt. "Wir würden das liebendgern machen", bekräftigt Jack. "Wir warten nur noch darauf, dass unser Album Goldstatus erreicht. Wie viele haben wir bisher bei Euch verkauft? Überprüf das mal. Wenn wir die 100.000 geknackt haben, buchen wir eine Tour bei Euch", sagt Jack. Da wird man sicher noch eine Weile warten müssen. Bis dahin kann man sich die Zeit mit den grandiosen Masterworks-DVDs vertreiben. Nachdem ich erfahren habe, dass nicht Tony, sondern Dean Martin (!) Jacks Lieblingssänger bei Black Sabbath ist und Kyle den "Metaller" John Mayer vereehrt, geht die unterhaltsame Telefon-Konferenz zuende. Abschließend gibt mir Kyle noch eine Weisheit mit auf den Weg, die er Heidi Klums US-Show "Project Runway" entnommen hat: "One day you're in, the next day you're out. Auf Wiedersehen!"
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