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Cradle Of Filth - Die Zeiten der faulen Kompromisse sind vorbei

Cradle Of Filth sind nun schon so lange Jahre dabei und dennoch hat ein Großteil der Metalgemeinde immer noch ein Problem mit den Briten. Es gibt jede Menge Fans, die sich für die Band alles abverlangen, aber die meisten Leute haben für Cradle Of Filth doch eher ein milde lächelndes "ach wie peinlich" übrig. Das ist sehr schade, denn kaum eine Band des harten Sektors ist ihren Weg so konsequent gegangen wie Cradle Of Filth - inklusive Richtungsänderungen und auch der Weisheit, diese als Fehler zu bemerken und zu korrigieren. So getan auf "Godspeed On The Devil's Thunder", das an die ganz großen Zeiten der Band erinnert.

Wenn man nun stolz das neue Album in seinen Händen hält, fällt zunächst einmal das doch extrem gewöhnungsbedürftige Artwork auf. Bunt waren die Cover der Band ja schon immer - aber so? Das wirkt irgendwie wie eine Mischung aus Bollywood und dem - von den heutigen Möglichkeiten ausgehenden - schrecklichen Computerartwork von "Der Rasenmähermann". Paul, Gitarrist und Chefsongwriter von Cradle Of Filth, erklärt. "Das ist von einem Digitalkünstler. Wir sind einfach mal online gegangen und haben im Internet drauf los gesucht. Wir hatten einige Leute, deren Kunst uns gut gefiel. David brachte auch noch einen ins Gespräch. Einige hatten keine Zeit, andere keine Lust, und so kam es zu diesem Artwork, das im Übrigen komplett von Hand gezeichnet wurde. Nichts aus dem Computer, nur nachbearbeitet." Dazu hat das Artwork natürlich noch einen Bezug zum Konzept das Albums. Auch hier sind Cradle Of Filth wieder zu den Anfangstagen zurückgekehrt. "Das Dali - hafte des Bildes war gewollt. Gilles de Rais war halt schizophren, und deshalb sieht man diese mehrköpfige Gestalt, die sich vom Engel zum Teufel verwandelt."

Gilles de wer bitte war das? Ein Konzeptalbum über jemanden, der mal abgesehen von Frankreich und möglicherweise Historikerkreisen gänzlich unbekannt ist, scheint schon einmal eine interessante Sache zu sein - keine Blutsauger mehr. Oder doch? Aber später mehr zu Gilles de Rais, ersteinmal stellt sich die Frage, wo denn all die hübschen barbusigen Spitzzähne geblieben sind. "Vampire wurden irgendwie langweilig. Das Thema war ausgereizt. Im Endeffekt hat aber auch das mit der Musik zu tun..."
Musikalisch bewegen sich Cradle Of Filth wieder in den Bereichen, in den sie ihre größten und besten Alben aufgenommen haben. Da hätte es doch auch textlich Sinn gemacht wieder dorthin zu gehen. "Wir hatten da also jede Menge Material vorliegen, noch nicht zu Ende gedacht und unfertig, aber es war schon klar, dass es wohl sehr viel eher in die "Cruelty And The Beast" - Richtung gehen würde. Wir haben uns also nochmal eingehend mit diesem Album beschäftigt und uns erinnert, wie das ablief mit dem konzeptuellen Umsetzen. Als Dani mit Gilles de Rais als Vorschlag kam, muß ich gestehen, dass ich von dem noch nie was gehört hatte..." Wie die meisten anderen wohl auch, deshalb eine kurze Erläuterung.

Gilles de Rais war ein französischer Edelmann. Er war der Geliebte von Jeanne d'Arc, liebte rauschende Feste, war gottesfürchtig. Er verstaltete riesige Gottesdienste, warf mit Gold nur so um sich. Als Jeanne d'Arc starb, brach seiner Welt zusammen. Er wollte den Schein wahren, war aber innerlich am Boden zerstört. Nach weiteren Jahren des unkontrollierten Goldverbrauchs schließlich war er ganz unten angekommen. Nun rief er die dunklen Mächte an, ihm sein Glück wieder zu bringen. Er veranstaltete schwarze Messen, Teufelsanbetungen und Opfer. Zunächst noch durch viele seiner Freunde geschützt, wurde der äußere Druck der Kirche immer stärker. Als schließlich herauskam, dass er auch kleine Jungen geopfert hatte, wurde er verhaftet. Nach vielen Befragungen kam dabei heraus, dass er mehr als hundert Menschen ermordet hatte. Schließlich wurde er im Jahr 1440 hingerichtet. Er war der erste echte Serienkiller der europäischen Geschichte, der aus reiner Blutgier gemordet hat und nicht als Soldat oder aus politischen Gründen. "Ja, eine hoch faszinierende Gestalt. Eben weil noch nicht so viele Menschen vom ihm gehört haben, finde ich das ja so interessant. Es zeigt, wie ein Mensch, dem Böses widerfährt, zur dunklen Seite wechselt." (ICH BIN DEIN VATER! - Anm. d. Red.)

Wenn man dann also ein Thema gefunden hat - wie ist das Procedere? Bei einem Konzeptalbum muß ja nicht nur die Musik kohärent sein, sondern auch die Texte, die Reihenfolge der Songs im Bezug zu ihren Texten und die Texte im Bezug zur Musik. Ein schwieriges Unterfangen. "Wir hatten ein klares Konzept. Erst die komplette Musik. Dann die Texte und das Konzept. Ich habe auf "Dusk...And Her Embrace" die Musik geschrieben, und dann länger nichts in dieser Form. Es sollte hart, schnell, gemein und aggressiv sein." Kann man sich so etwas denn vornehmen? Sich hinsetzen, und sagen: So, jetzt schreibe ich dies und das? Normalerweise ist Musik in einem, man muß sie nur suchen, und auf etwas bestimmtes logisch hinzuarbeiten ist schwer. "Genauso ist es. Man muß sich öffnen, einfach die Musik aus sich herausfließen lassen. Keine Regeln auferlegen, einfach ohne nachdenken drauflosschreiben. Natürlich hast du eine gewisse Grundidee, und die war diesmal eben wieder "härter, schneller". Aber sonst..."

 

Gab es denn irgendwelche Einflüsse, die das Schreiben in diese Richtung leichter gemacht haben? Der Aggressivitätsunterschied zu den vorherigen drei Alben ist doch schon ziemlich immens. "Ja, weißt du, ich habe die letzen Jahre sehr gut gelebt. Ich war in einem gemütlichen Heim, mit einer Freundin, glücklich und zufrieden. Diese Geschichte ist jetzt vorbei. Das war sehr schwierig für mich, ich war wieder allein, die ganze Sache lief unschön ab. Es hat sich alles wieder zum Schlechten verändert. Außerdem hatte ich plötzlich sehr viel Zeit mich ausschließlich auf die Musik zu konzentrieren. Dann kommt so etwas dabei heraus." Je glücklicher ein Musiker ist, umso weicher, abgerundeter und einfacher ist also seine Musik. Das scheint wohl in Künstlerkreisen normal zu sein, je mehr Ohren sich die Leute abschneiden, umso wilder die Kunst. "Ja. Wenn ich richtig wütend und angepißt bin, dann schaffe ich es, besonders gute, schöne und geniale Sachen zu schreiben. Ich bin echt durch die Hölle gegangen in der Zeit, in der das Album entstand, und das höre ich, und ich würde auch auf keinen Fall etwas daran ändern. Ich mochte damals die Sachen ja auch, als ich "Nymphetamine" schrieb, aber jetzt ist das noch viel intensiver." Es scheint, als hätte Paul die Sache musikalisch total im Griff. Cradle Of Filth ist also keine musikalische Demokratie. Dürfen denn die anderen auch mal, oder liegt die Musik bei Paul und der Text bei Dani und das wars? Ja, dürfen sie, vielleicht. "Ich habe für dieses Album jede Menge Parts geschrieben, wo ich wußte, ich brauche Orchester. Ich habe diese Parts allen Leuten gegeben und gesagt: Gebt mir was dazu. Macht ein symphonisches Stück aus dem, was ich Euch gebe. Und wenn Euch was nicht paßt - gut. Wenn ihr was besseres habt, zeigt es mir, ich werde es mir anschauen." Und die Zusammenarbeit mit den Texten von Dani, da muß doch schon eine gewisse Absprache herrschen. Schließlich müssen hinterher die Texte ja zur Musik passen.

Cradle Of Filth - Die Zeiten der faulen Kompromisse sind vorbei Seiten 1 2

 

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