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Vorband an diesem Abend sind Moke aus Amsterdam, die Keane bei ihren drei Konzerten in Deutschland begleiten. Wer die fünf auf Holland und Irland sehen will, muss sich allerdings den Wecker stellen, denn ab punkt acht stehen sie auf der Bühne. Planmäßig beginnen dann schon eine halbe Stunde später die Umbauarbeiten. Zuschauer, die erst kurz vor neun im Tempodrom eintreffen, haben gerade noch genug Zeit zum Sachen abgeben und Platz suchen. Bei einem Keane-Konzert gibt es natürlich Platzkarten was prima zum Anzug tragenden Sicherheitspersonal und den 4 Euro für ein kleines Bier passt.
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Viel Zeit zum Schmollen bleibt nicht, denn kaum in der Halle angekommen, geht auch schon das Licht aus - um Punkt Neun, versteht sich. Erst hört man Trommelwirbel, dann blenden Flutlichter das erwartungsvolle Publikum. Kurz darauf steigen die vier Musiker aus dem Licht hervor und beginnen mit "The Lovers Are Losing" ihre Show. Laut und farbenfroh geht es weiter mit "Better Than This". Spätestens nach "Everybody’s Changing" ist das Eis endgültig gebrochen. Tim, Tom und Richard haben die Farben ihre Shirts mit gelb, rot und blau gut aufeinander abgestimmt. Doch weiter mit der Musikauswahl, die keine Wünsche offen lässt. So geht die musikalische Reise bei "Everybody's Changing" zurück zum ersten Album um anschließend wieder in der Gegenwart mit "Again And Again" vom aktuellen Album anzukommen. Bei diesem Song verwandelt sich die aus Rechtecken gestapelte Leinwand in einen riesigen Monitor, auf den bizarre Computerbefehle und bunte Chat-Dialoge projiziert werden. Die Projektionen sind allgemein sehr gelungen und bieten eine gekonnte Ergänzung zur musikalischen Darbietung der vier Englänger.
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Plötzlich verlassen alle außer Sänger Tom die Bühne. Dieser freut sich und meint, dass nun sein Lieblingslied kommt, bei dem er und das Publikum allein sind. Dann schließt er die Augen und beginnt, einen Scheinwerfer auf ihn gerichtet, die ersten Töne von "Bend and Break". Das Publikum berauscht sich an den sanften Klängen und lobt diese anschließend mit einem ausgiebigen Applaus. Ruhig weiter geht es mit "Try Again", bei dem Tom von seine Bandkollegen am Klavier und der Percussion begleitet wird. Das setzt sich bei "We Might As Well Be Strangers" fort und das Publikum liegt sich weiter schunkelnd in den Armen. Mit den futuristischen Klängen von "You Haven't Told Me Anything" werden Band und Publikum wieder aufgerüttelt. Die eher ungewöhnlichen Töne reißen nicht nur das Publikum mit. Keyboarder Tim haut wie vom Musikgeist besessen in die Tasten, ohne dabei einmal zu patzen. Das T-Shirt mittlerweile dunkelblau, bedankt sich Tom anschließend brav für den Applaus und betont einmal mehr wie toll es ist, ist seiner Lieblingsstadt zu spielen Ein Highlight des Abends ist "Crystal Ball", bei dem Tom die Nähe zum Publikum sucht, auf die Absperrung springt und alle lautstark zum Mitmachen auffordert.
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Dann verlassen Keane auch schon die Bühne und lassen sich erst nach minutenlautem Klatschen und Schreien auf die Bühne holen. Dann spielen sie "Black Burning Heart" gefolgt von "Isn't Any Wonder". Der Abschlusssong kann mit "Bedshaped" gar nicht passender gewählt sein. Das dachte sich wohl auch das Publikum, das den Song gemeinsam mit Tom singt. Ganz langsam schlägt dann die Besinnlichkeit in helle Begeisterung um. Niemanden hält es mehr auf den Sitzen und zollt jeder der Band Tribute für dieses großartige Konzert, mit dem Keane es geschafft haben, die Welt außerhalb der Halle für zwei Stunden zu vergessen zu machen.
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