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Moonspell - Leidenschaft und harte Arbeit

Spätestens seit ‘Memorial’ besinnen sich Moonspell wieder auf das, was sie am besten können: düster-romantischen Schwermetall der Extraklasse. Das aktuelle Werk 'Night Eternal' geht diesen neuen alten Weg konsequent weiter und zeigt auf, dass die Band auch nach über 15 Jahren im Geschäft nichts von ihrer Energie verloren hat. Auch live zeigt sich die Band in Topform, wie erst unlängst auf der gemeinsamen Tournee mit Cradle Of Filth und Gorgoroth wieder zu sehen war. Vor dem Auftritt in Berlin nahm sich Sänger Fernando Ribeiro die Zeit, sich mit uns über ‘Night Eternal’, die Krise des Musikgeschäfts und seine Tätigkeiten außerhalb der Musik zu unterhalten...

Wir setzen uns in die Lounge des Tourbusses, Fernando bietet mir ein Wasser an und pellt sich aus den dicken Klamotten, die ihn draußen vor der Winterkälte schützten. Beim folgenden Gespräch entpuppt sich der Moonspell-Frontmann als aufgeweckter und äußerst freundlicher Gesprächspartner - so machen Interviews Spaß!

Gleich zu Beginn reden wir über das aktuelle Album, das zum Zeitpunkt des Interviews schon ein paar Monate auf dem Buckel hat. Wie schaut den die Band mit etwas Abstand auf ihr jüngstes Baby? ’Ich bekam erst neulich eine Email von unserem Produzenten, in der er schrieb, dass 'Night Eternal' immer noch in seiner Anlage in seinem Auto läuft. Ich denke wir haben auf diesem Album - sowohl was die Songs angeht wie auch den Sound - genau das erreicht, was wir uns vorgenommen hatten. Wir sind noch nicht müde von diesem Album, spüren immer noch den Enthusiasmus von damals.’ Eine Begeisterung, die auch viele Fans teilen - insbesondere auch jene, die von der experimentellen Phase der Band nicht so begeistert waren. Fernando erklärt mir die Rückbesinnung der Band auf alte Tugenden. ’Es gibt zwei Arten sich künstlerisch zu betätigen. Das eine ist die Kreation eines Abbilds eines Selbst. Beim anderen Zugang betätigt man sich eher als Schauspieler - das haben wir bei 'Sin/Pecado' und 'The Butterfly Effect' getan. Das waren sehr wichtige Alben für uns, aber wir vermissten dabei doch die Düsternis und die Härte. Die Essenz von Moonspell sind nun einmal echte Songs, die man wohl als Dark Metal bezeichnen könnte. Das ist das was uns als Band und auch den Fans am besten gefällt. Wir halten uns also an die Formel gute Musik zu machen und auch eine gute Reaktion darauf zu bekommen.’

Präsentiert wird das aktuelle Album auf einer Tour mit Cradle Of Filth, die man schon lange kennt. Mich interessieren aber auch Fernandos Eindrücke von den berüchtigten Gorgoroth. ’Die Jungs von Gorgoroth sind ganz umgängliche Zeitgenossen’, erzählt er mir mit einem Lachen. ’Ich glaube es wird häufig zu viel mystifiziert. Schaut man auf diese berüchtigte Black Metal-Szene so sind es meist skandinavische Kids, die sich betrinken. Ich würde sagen, dass wir in Moonspell leidenschaftlicher sind. Gorgoroth und Moonspell sind wie Eis und Feuer, ihre Show würde ich von der Atmosphäre her als sehr kalt einschätzen. Man muss nur aufpassen, wenn die Bekanntheit zu sehr von Skandalen befeuert wird, denn dann wird die Musik zweitrangig.

 

Auf Tour promotet die Band aber auch die DVD ‘Lusitanian Metal’, die vom alten Label Century Media auf den Markt geworfen wurde. Mitunter kommen solche Veröffentlichungen ohne den Segen der Band zustande - in diesem Fall, waren Moonspell aber aktiv an der Entstehung beteiligt. ’Wir haben bei dieser DVD mit Century Media zusammengearbeitet. Uns war klar, dass sie das Teil so oder so veröffentlichen werden, also haben wir bei der Umsetzung geholfen. Die DVD ist eine Art visuelle Biographie, sie zeigt Liveaufnahmen von Moonspell ab 1992. Die Leute können also sehen, was für kleine Shows wir damals gespielt haben.’ Ein bisschen Schmunzeln muss Fernando schon, wenn er an die damaligen Auftritte denkt, die am Beginn der internationalen Karriere von Moonspell standen. In ihrer Heimat sind Moonspell mittlerweile mehr als eine Szenegröße, sondern fast schon Superstars. Fernando spekuliert über die Gründe. ’Einerseits schreiben wir über die Geschichte Portugals. Wir haben aber auch eine portugiesische Art Musik zu machen. Unsere Fans zu Hause wissen also, wovon wir reden. Ich denke eine gesunde Portion Nationalstolz spielt aber auch eine Rolle und es sind nicht nur Rock- und Gothic-Fans, die uns hören. Bis dahin war es aber ein langer Weg.’

Ein Weg, der angesichts der momentanen Krise der Musikindustrie nach den fetten Jahren auch wieder steiniger geworden ist. Fernando schätzt die ganze Situation unaufgeregt und realistisch ein. ’Es sind harte Zeiten für mittelgroße Bands. Wir verkaufen heute auch keine 80.000 Einheiten mehr in Deutschland wie einst von 'Irreligious'. Wobei ich zu diesen Zeiten noch bei meinen Eltern gewohnt habe. Das Problem existiert und man muss was unternehmen. Man kann mehr tun mit seiner Musik und dem Merchandise. Ein Vorzug der neuen Medien ist ja, dass man die Leute einfacher erreichen kann. Natürlich ist ein Fan besser, wenn er die CD kauft, denn für uns ist ein Album ein Gesamtkunstwerk. Was das angeht, sind wir in der Metalszene vergleichsweise sicher. Am Ende kommt es halt darauf an härter zu arbeiten und mehr zu touren.’

Und wie sieht es bei der eigenen Plattenfirma SPV aus, von der man auch hörte, dass sie ganz schön in der Krise steckt? ’Die Krise ist relativ. Von den USA abgesehen macht SPV einen guten Job für Moonspell. Sie sind natürlich zurückhaltender geworden was Investitionen angeht. Wir versuchen aber auch immer, ein gewisses Maß an Unabhängigkeit von der Plattenfirma zu bewahren und einen Plan B, C und D zu haben. So muss man beispielsweise auch für sich selbst Promotion machen und dem Label dabei helfen statt einfach nur das fertige Produkt abzuliefern.’ Hart arbeiten statt rumzuheulen lautet also die Devise im Hause Moonspell!

Wir kommen zurück zum Thema Kunst und hier insbesondere zum visuellen Element, das bei einer Band wie Moonspell eine wichtige Rolle spielt. Fernando klärt auf, wie das Album-Artwork bei den Portugiesen zustande kommt. ’Ich bin kein Controlfreak und auch sehr schlecht beim Malen. Ich bin jedoch von Kunst sehr begeistert, sei es klassische oder zeitgenössische. Ich brainstorme mit Designern, die ich mag, gebe ihnen einen Plot, eine Story, mit der sie arbeiten können. Wenn der Designer die Idee verstanden hat, hat er freie Hand in der Umsetzung. Diese Fähigkeit zur Kooperation habe ich über die Jahre gelernt.’

 

Auf der Bühne scheint Fernando ganz in der Musik und der Stimmung aufzugehen; einen besonderen Ritus, sich auf Auftritte vorzubereiten, gibt es bei ihm jedoch nicht. ’Es gibt diese Folklore, dass man sich innerlich auf Konzert vorbereitet. Ich wäre mich einfach auf, es gibt keinen Trigger, keinen Schalter, den ich umlegen muss. Es geht darum, ob man das, was man macht, auch liebt. Und ich liebe es live zu spielen. Auf Tour sein ist okay, aber auf der Bühne zu stehen ist großartig. Auf der Bühne versuche ich, die Texte genauso wichtig erscheinen zu lassen wie die Musik, da es zur Dramatik beiträgt. Wir verwenden jetzt auch eine Videoleinwand. Auch die Beziehung zum Publikum ist sehr wichtig; es reicht nicht einfach nur dazustehen und zu starren’, gibt es noch einen kleinen Seitenhieb in Richtung Gaahl von Gorgoroth.

Neben der Musik hat Fernando aber auch ein Faible für Literatur. Statt aber nur Hobby-Leser zu sein, hat er sich in Portugal ein zweites Standbein geschaffen, wie er mir mit einer gewissen Begeisterung in der Stimme erzählt. ’Ich bin auch als Übersetzer tätig. Ich habe beispielsweise 'I Am Legend' ins Portugiesische übersetzt und arbeite an den Werken von H.P. Lovecraft. Das nächste Projekt ist ein Vorwort zu 'Robinson Crueso' in einer Reihe, in der Prominente Vorworte zu Neuausgaben klassischer Bücher verfassen.’ Sollte es mit der Musikindustrie also einmal endgültig den Bach runter gehen, hat Fernando dennoch eine Aufgabe. Doch wer die Band in Berlin live gesehen hat, wird sicher optimistisch in die Zukunft blicken. Und so sind für 2009 auch erst einmal jede Menge Liveshows geplant, die die Band auch nach Lateinamerika führen werden. Die Musik bleibt also der Mittelpunkt!

(Promofotos von Paulo Moreira)


 

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