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Ian Gillan - Warum sollte ich dasselbe machen wie Deep Purple?

Ein polnisches Sprichwort lautet: 'Du blickst mit einem Auge nach Marokko, mit dem anderen nach Kaukasien.' Ian Gillan sieht darin die ideale Metapher für sein musikalisches Schaffen. 'Der Kaukasus ist Deep Purple, und Marokko ist mein ungezogenes Wochenendhobby', lacht er. Der Titel für seinen neuen Longplayer war damit gefunden. Als Whiskey-Soda ihn in Hamburg zum Interview trifft, schielt Ian Gillan ab und an zu seinem Sandwich und schließlich auch fürs Foto.

Mehrere Tage dauert Ian Gillans konzertlose Promotour durch Europa nun schon an, nach einem erlebnisreichen Vormittag in Hamburg ist er hungrig, aber gut gelaunt - passend zum Album. 'One Eye To Morocco' hat eine relaxte, fröhliche Aura. 'Das ist ganz einfach', sagt der 63jährige. 'Die Platte ist zugänglich, weil ich schon früh entschieden hab, dass es keinen Sinn machen würde, ein Rock-Album nach Purple-Art aufzunehmen. Warum sollte ich dasselbe machen? Mit Purple spiele ich Hard Rock, Jazz und Fusion. Daher hab ich entschieden, dass es auf dieser Scheibe keine Hardrock-Rhythmus-Sektion geben wird. Und auch keine Gitarrensoli, jedenfalls keine improvisierten. Wenn die Gitarre spielt, dann nach Noten.'

Trotzdem ist 'One Eye To Morocco' von Ian Gillans 'hauptberuflicher' Band gar nicht so weit entfernt. 'Wenn man Deep Purple mit dieser Musik ins Studio schicken würde, dann würde es auch genau wie ein Purple-Album klingen. Aber wenn man dann die ganze Instrumentalisierung ändert, dann wird es etwas verführerischer.' Tatsächlich verführt der Longplayer mit absolut entspannter Atmosphäre. Gillan erklärt: 'Ich würde es als sehr einladend beschreiben. Es funktioniert gerade deshalb, weil es so locker ist. Ich hab meinem Produzenten Nick (Blagona; Anm.d.V.) freie Hand gelassen, um dem Album Farbe zu verleihen und Dinge hinzuzufügen, wie die Orgel und die Bläser. Ich bin wirklich sehr zufrieden damit. Es ist sehr intim.'

 

Persönliche Erfahrungen und Gefühle hat der Sänger auf 'One Eye To Morocco' reichlich verarbeitet. Allerdings, so sagt er, während er genüsslich von seinem englischen Sandwich abbeißt, nicht bewusst. 'Wäre das ein Gemälde, es wäre impressionistisch. Es ist kaum etwas wörtlich gemeint, alles sehr suggestiv, voller Anspielungen und Euphemismen, Bilder eben.' Mit mangelnder Offenheit hat das aber nichts zu tun, sondern damit, dass der gebürtige Hounslower, der den Fußballklub Queenspark Rangers liebt, viel Wert auf den Klang der Worte legt.

Das beste Beispiel dafür ist der Deep Purple-Klassiker 'Woman From Tokyo'. 'Es geht darin überhaupt nicht um eine Frau, auch wenn es danach klingt. Die Nummer handelt von unserem ersten Trip nach Japan. Aber wenn Du wörtlich darüber sprechen würdest, klänge es doof: Wir stiegen aus dem Flugzeug, fuhren zum Hotel, checkten ein, das Essen war anders.' Gillan lacht: 'Das wäre wirklich ein blöder Text. Aber wenn Du Japan in eine Frau verwandelst, dann kannst Du ganz anders darüber singen, über Liebe, Berührungen und Gefühle. So schreibe ich meine Texte gern.'

Sein persönlicher Favorit auf dem Album ist, zumindest zum Zeitpunkt unseres Gesprächs, 'Girl Goes To Show'. 'Der Song nimmt mich mit an einen exotischen Ort, nicht unbedingt Marokko oder Marakkesch, eher in die Karibik.' Das hat die Nummer mit dem Reggae-Aroma vor allem dem Bassisten Rodney Appleby zu verdanken. 'Die Art, wie er spielt, ist einfach unglaublich. Da muss ich immer sofort mitwippen', freut sich Ian Gillan und imitiert den Bass. 'Der Song ist zudem eine Collage aus zahlreichen Backstage-Erlebnissen. Mit den Anzügen im Gang ist z.B. das Management gemeint, die Agenten und die Promoter. Sie merken nicht mal, dass sie bei einem Konzert sind, und reden nur über Geld und Zahlen.'

Um Geld ging es dem Deep Purple-Frontmann nach eigenen Annahmen nie in erster Linie. Als er die Band 1973 auf dem Höhepunkt verlassen hatte, plante er sogar, sich komplett aus dem professionellen Musikgeschäft zurückzuziehen. 'Wenn man jung ist, macht man eine Menge Fehler. Ich war damals der Meinung, dass ich alles erreicht hatte, was ich erreichen konnte', resümiert er. 'Aber ich war dumm, denn ich hab nur einen Teil des Ganzen gesehen. Ich wollte ja auch nicht mit der Musik brechen, sondern nur mit der professionellen Seite. Ich hatte zu der Zeit viel Spaß mit meinem Motorrad-Team und war an der Renovierung eines großen Gebäudes beteiligt, was mich total erfüllt hat. Aber Musik war natürlich immer ein wichtiger Teil meines Lebens.' Auch im Beruf wurde sie es wieder. Nachdem sein Auftritt beim 'Butterfly Ball' 1975 für große Begeisterung gesorgt hatte, gründete er die Ian Gillan Band, die später in Gillan umbenannt wurde.

 

1983 wurde es noch turbulenter. Überraschend wurde Ian Gillan der Nachfolger von Ronnie James Dio bei Black Sabbath. 'Ich kann das nur als die längste Party beschreiben, auf der ich je gewesen bin', grinst Gillan. 'Es war wie ein einjähriger Urlaub. Ich bin bei Black Sabbath eingestiegen, ohne es überhaupt zu merken, so betrunken war ich. Am nächsten Tag hab ich einen Anruf vom Büro bekommen mit dem Hinweis, dass ich ein paar wichtige Telefonate führen sollte, bevor ich diese Art von Karriereentscheidung treffe. Aber es war genial, eine einmalige Sache.' Er nahm das umstrittene 'Born Again' mit der Band auf und ging mit einer kultverdächtigen Stonehenge-Kulisse auf Tour, die im Endeffekt zu groß für jede Bühne war. Black Sabbath spielten sogar 'Smoke On The Water' bei den Live-Shows. Ironischerweise stieg der Sänger zugunsten einer Deep Purple-Reunion schon 1984 wieder aus.

Was den Stil angeht, war Black Sabbath fast eine andere Welt für Gillan: 'Natürlich gab es bei Sabbath nicht viel Raum für Euphemismen, es war alles sehr real. Nimm 'Trashed' (Single von '83; Anm.d.V.), die Geschichte ist wahr! Ich hab das Auto zerlegt. Da bin ich um 1 Uhr morgens auf der Rennbahn in der Nähe vom Studio gefahren, nachdem ich zwei Flaschen Whiskey und Tequila getrunken hatte. Das Auto (von Bassist Bill Ward, Anm.d.V.) hat sich überschlagen und wär fast in einen Pool gerutscht. Das wär's gewesen, denn der Gurt ging nicht los. Ich hab also viel Glück gehabt.' Anfang der '90er sagte Gillan, der bis heute mit den alten Kollegen befreundet ist, er sei der schlechteste Sabbath-Frontmann aller Zeiten gewesen. Denkt er heute noch genauso? 'Ich glaube schon, ja', lacht er wieder.

Mit einem Auge schielt er dabei übrigens nach rechts. Die Promoterin kommt rein und bittet uns, zum Ende zu kommen. Nicht bevor ich eine technische Frage geklärt habe. Besteht eine geringe Chance, dass man jemals wieder 'Child In Time' von ihm hören wird? 'Das ist leider unmöglich', bedauert Gillan. 'Es war schon schwierig, als ich jung war. Für mich war das eher eine athletische Leistung als ein Lied. Inzwischen geht das nicht mehr.' Und dann lacht er: 'Aber ich versuch's noch mal, wenn Du einen Krankenwagen bestellst.' Für den Bruchteil einer Sekunde schiele ich zum Telefon ...

(Fotos 1-3,5: Jess PR; Foto 4: Philip Dethlefs)


 

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Philip
© 03/2009 whiskey-soda.de
 


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