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Eine Schar von etwa knapp 200 Leuten allen Alters versammelte sich am 9. November im "Maria" am Berliner Ostbahnhof, um eine Herbstnacht der besonderen Art zu geniessen. In gemütlicher Atmosphäre verteilte sich das Publikum zwischen acht und neun um die Bar und den Merch-Stand, auf den Couchen, die im Maria stehen, oder bereits in der Halle, um bei Konzertbeginn vorne dabei zu sein.
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Dann endlich gingen auf der mittelgrossen Bühne im "Maria" die Scheinwerfer an und Sänger Marcus Testroy betrat mit seinem Orchester die Bühne. Die Instrumente - Geigen (Elisabeth Kranich, Ralf Hübner), Kontrabass (Natalie Eis), Cello, (Katharina Kranich) und Gitarren (Marcus Testroy, Ralf Hübner) - wurden gestimmt und der Abend mit dem Opener "Entrée –The Elven King" vom neu erschienenen Album "Ghost Stories and Fairy Tales" eröffnet.
In der folgenden dreiviertel Stunde schafften Chamber es, ihr Publikum mehr und mehr durch ihre Musik mitzureissen. Stücke wie "Hometown", oder "In My Garden" brachten den einen oder anderen mit Sicherheit zum Träumen, aber durch die witzigen Zwischenansagen und den Wiener Dialekt des Sängers mit der Nick Cave-Stimme wurden alle wieder kurz in die Realität zurückgeholt. Besonders gelungen waren auch die Coverversion von "Where the wild roses grow" (Nick Cave) mit Kontrabassistin Natalie und Geigerin Elisabeth als Kylie Minogue-Kopie oder das ebenfalls eher ruhige Stück "Silence-Release". Und wer Märchen mag und schon immer mal die Wahrheit über Schneewittchen wissen wollte, kam auch auf seine Kosten: auf sehr unterhaltsame Art und Weise haben uns Chamber "The Truth About Snow White" erzählt. Letztere war nämlich gar nicht so unschuldig und brav, wie wir bisher dachten, sondern hatte als ziemliches Luder wohl den einen oder anderen Zwerg um den Verstand gebracht, bevor sie sich mit dem Prinzen davongemacht hat. Diverse Stücke von älteren Chamber-Alben wurden ebenfalls dargeboten, so zum Beispiel der einem Fan gewidmete Track "Pleasure And Pain".
Das Versprechen der extrem talentierten Musiker, die relativ kurzfristig von QNTAL als Support eingeladen worden waren, auf ihrer Website: "Wir werden alles geben!" hat sich bewahrheitet, die Band hinterliess ein durchaus zufriedenes Publikum. Dieses verlangte nach Zugaben und bekam auch noch einige Zusatzminuten (das Stück "Toscana") schwarze Kammermusik geboten, bevor sich Chamber dann entgültig verabschiedeten – teilweise noch auf ein Glas Wein zum Merch-Stand gingen – und die Bühne frei machten für Syrah (alias Sigrid Hausen) und ihre beiden musikalischen Gefährten Michael Popp (auch bekannt durch Estampie und zehnjährige Mitgliedschaft bei der Band Deine Lakaien) und Philipp Groth von QNTAL.
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Diese lieferten nach einer kurzen Umbaupause dem Publikum mit dem Opener "Stella Splendens" vom Konzeptalbum "II" gleich das ersehnte Gänsehaut-Feeling. Es folgten diverse Tracks vom letzten Album "III", rund um den Themenkreis von Tristan und Isolde, altdeutsche und altenglische Stücke (z.B. der Track "Maiden In The Mor"), sowie ältere QNTAL-Stücke wie zum Beispiel die "Hymni Nocturnales".
Sängerin Syrah, unter anderem auch seit 15 Jahren Frontfrau der Mittelalterformation Estampie, schaffte es, das Berliner Publikum innerhalb von kürzester Zeit in ihren Bann zu ziehen und von der Intensität ihrer Stimme zu überzeugen. Altenglische, altranzösische und althochdeutsche Texte gemischt mit Mittelalter-Elektronik Musik sorgten für einen nicht grade alltägliches Konzert im "Maria". Wer mehr von dem Trio sehen und hören will: ab dem 03.11.2003 sind übrigens sowohl die neue Single "Nihil" und die DVD "QNTAL – Live" auf dem Markt.
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QNTAL begeisterten an diesem Abend abgesehen von ihrer Musik auch durch eine die Sinne betörende Bühnenshow mit interessant-verspieltem kühlen Licht und Bühnenbild und Windeffekten, die das extravagante Kleid Syrahs und ihr Tuchspiel betonten.
Lobenswert zu erwähnen ist hier noch die sowohl bei Chamber als auch bei QNTAL aufgefallene gute Akkustik im "Maria", alles klang für die Ohren des Publikums sehr sauber und klar – nicht zu laut und nicht zu leise.
Das einzig Schade am Ganzen war, dass auch ein noch so schöner Konzertabend irgendwann ein Ende haben musste, ich hätte mich in dieser Herbstnacht noch durch alle weiteren Lieder der beiden einzigartigen Bands treiben lassen können. Ein Dank an die Künstler und alle, die an diesem Konzert beteiligt waren!
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