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Kasabian - Die letzten Ketzer?

Wer sein Bandlogo via Singles beiliegenden Stofffahnen, Sprühschablonen und überdimensionalen Postern in Umlauf bringt, geht wohl nicht gerade als schüchtern durch. Trotzdem könnten Tom Meighan und Sergio Pizzorno - das Duo im Herzen Kasabians - kaum unterschiedlicher sein. Mit einer Größe um die 1,90 sind beide imposante Erscheinungen, alerdings ist der eine überschäumend und direkt, der andere besonnen und hintergründig. In einem sind sie sich allerdings einig: Weltherrschaft! Denn: 'Dies ist unser Klassiker!' Tatsächlich?



Obwohl ihr letztes Werk 'Empire' zumindest in Groß Britannien direkt auf Platz Eins stürmte, kämpfen auch Kasabian mit schwindenden Verkaufzahlen, Komponist und Multiinstrumetalist Sergio macht daraus kein Geheimnis: 'Heutzutage genügt es leider nicht mehr, eine tolle Platte aufzunehmen und damit auf Tour zu gehen. Wenn Du die Vorstellungskraft des Publikums wirklich in Deinen Bann ziehen möchtest, dann musst Du Dir schon ein wenig mehr einfallen lassen!' Mit rauer Stimme und einem Akzent, der seiner Heimatstadt alle Ehre macht (Leicester, der feuchte Diktattraum jedes Englisch Lehrers), spinnt Sänger Tom den Faden weiter: 'Es ist verdammt wichtig, die Leute mehr einzubeziehen, näher an Dich heranzulassen. Musik alleine leistet das scheinbar nicht mehr. Irgendwann fing ich damit an, regelmäßig einen Blog zu schreiben und ins Netz zu stellen.' Sergio: 'Auf gewisse Weise macht es das aber auch aufregend, wenn man sich ständig was Neues ausdenken muss, rostet das Gehirn nämlich nicht so schnell ein!' Sich einfach übersehen zu lassen, in der breiten Masse unterzugehen, ist definitiv nicht das Ding von Kasabian, dazu sind die Herren selbstverständlich viel zu stolz, Tom grinst: 'Wir sind ein verflucht stolzer Verein! Wie kommst Du darauf?' Naja… Ihr seid seit langer Zeit die erste Band, die gleich ihren ersten beiden Releases eine überdimensionale Fahne bzw. Sprühschablone beilegte, was schon eine gewisse Spät-Siebziger-Punk-Ästhetik atmet: 'Absolut! Was das angeht, so haben wir eine totale Gang-Mentalität, wir gegen den Rest der Welt!' Sergio: 'Was noch dazu kommt ist der Umstand, dass die Plattenkäufer nun mal die wichtigsten Menschen überhaupt sind. Da finde ich es nur korrekt, dass man ihnen etwas in die Hand gibt, was sich sehen lassen kann!' Ten-Inches zum Beispiel? Egal ob Album oder Single, von Anfang an, war jede Vinyl-Veröffentlichung von Kasabian eine Ten-Inch, Sergio: 'Ten-Inches heben sich ab, sind limitiert und weil eine LP nicht auf eine einzige passt, bekommst Du immer noch ein schönes Klappcover als Bonus!'

 


Auch das neue Werk 'The West Ryder Pauper Lunatic Asylum' wird in diesem Format erscheinen. War es schwer zu machen? Gab es einen Masterplan? Eine simple Frage, die Tom und Sergio zielsicher dazu bewegt, wie wild durcheinander zureden. Wenig überraschend - und vermutlich nicht zum ersten Mal - setzt sich der Sänger - zunächst - durch: 'Du kennst sicher dieses Klischee vom schwierigen dritten Album. Ich sage Dir mal was: Die wahre Hölle war unser Debüt, das war dermaßen heavy…'(Pizzorno pflichtet von der Seite heftig bei)'… ständig mussten wir die Aufnahmen unterbrechen, weil wir auf Tour gingen, selbst das Abmischen passierte auf diese Art und Weise. Rückblickend kommt es mir so vor, als ob wir zehn verdammte Jahre daran gesessen haben!' Kein Wunder, dass das dritte Werk entspannter entstand, bevor man Produzenten Dan The Automator rüberschauen ließ, hatte man das Material bereits so weit im Griff, dass man es eigentlich nur noch aufzunehmen brauchte, Sergio: 'Im Prinzip hätten wir es auch alleine produzieren können, aber es ist immer nett im Studio ein Extra-Paar Ohren dabei zu haben. Dan hat tatsächlich auch ein paar Dinge bereinigt, Räume freigeschaufelt, die wir vorher mit komischen Geräuschen und Krach ausgefüllt hatten. Es ist ein bisschen wie bei einem Schlagring: Je klarer die Oberfläche definiert ist, desto härtet triffst Du Dein Gegenüber!' Der Plattentitel bezieht sich auf das erste britische Nervenheilsanatorium für Mittellose, welches 1818 in Wakefield gegründet wurde. Was ist so faszinierend daran? Sergios Augen leuchten: 'Eines Nachts saß ich vor dem Fernseher, sah diese Dokumentation und fand, dass das der perfekte Titel für ein Siebziger Jahre Progalbum sei, eine Platte auf der jeder Song einen anderen Insassen abbildet!' Mein Blick muss wohl fragend ausgesehen haben, denn vorsichtshalber schiebt er ein beschwichtigendes 'Das war nur die Grundidee!' nach. 'Davon haben wir uns dann wieder etwas entfernt, lediglich auf dem Cover hat sie ihre Spuren hinterlassen!'

Kasabian - Die letzten Ketzer? Seiten 1 2

 

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Kurzinfos: Kasabian

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- Kasabian - Die letzten Ketzer?

Rezensionen:
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