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Michael Jackson - Der Mann, der König sein wollte - Ein Nachruf

Der Mann im goldenen Käfig, der ewig junge Alte (oder umgekehrt), immer auf Erfolg gepolt und letztendlich doch nie bei sich selbst. Im Alter von nur 50 Jahren ist Michael Jackson am 25. Juni 2009 relativ überraschend verstorben. Dass ihn sein 'Erfinder' - Vater Joseph Walter Jackson - überlebt ist tragisch, aber… mehr als bezeichnend für eine Erfolgstory, die mehr Gemeinsamkeiten mit einer Tragödie aufweist.



Es stellt sich die Frage, ob Jackson eine andere Wahl gehabt hätte. Streng genommen wirkte er schon seit längerer Zeit mehr tot als lebendig. Ein unglücklicher, gequälter Zombie, ein Wanderer zwischen den Rassen, eine leere, auf Erfolg getrimmte Hülle. Jemand, der 'It Don't Matter If You're Black Or White' sang und doch mehrere Millionen in Operationen steckte, die dazu beitragen sollten, ihn weißer zu machen. Jemand der Unsummen in ein Zuhause pumpte und sich letztendlich in seinem Kopf doch keines geben konnte. Jemand, der sich selber einen Titel wie 'King Of Pop' gab und dabei eine entscheidende Sache ignorierte: Adelstitel kauft man nicht. Man erbt sie oder bekommt sie verliehen. Alles andere ist wahlweise Schwindel oder Tyrannei.

 


Im Falle Michael Jacksons dürfte das Wort 'Tyrannei' der Sache näher kommen. 'Tyrannei' vor allem sich selbst gegenüber, weil man etwas sein möchte, dass man gar nicht ist. Weil man gemocht und anerkannt werden möchte und das dummerweise mit Erfolgen und Verkaufzahlen gleichsetzt. Das ist tragisch, aber genau dazu wurde er von klein auf erzogen. Sein Vater Joseph Walter Jackson produzierte keine Individuen, erst recht keine Künstler, sondern gutverkäufliche Produkte. Warum das achte von zehn Kinder niemals dagegen rebellierte, niemals versuchte, sich selbst zu spüren, anstatt zeitlebens Phantomen und flüchtigen Dingen wie Erfolg nachzulaufen, Ansprüchen gerecht zu werden, auf die man ihn von klein auf konditionierte, bleibt ein Rätsel. Vielleicht hätte er sich einfach mal - wie Prince in seinem legendären Streit mit Warner Records - das Wörtchen 'Slave' auf die Wange pinseln und ein wenig daneben benehmen oder gleich an der 1971 von George Clinton herausgegebenen Maxime 'Free Your Ass And Your Mind Will Follow' orientieren sollen. Fakt ist, dass Michael Jackson dazu nicht in der Lage war. Er war nämlich ein lieber Junge. 'Bad' oder 'dirty' maximal in seinen Texten. Und das auch nur ein bisschen.


Fakt ist des Weiteren, dass auch in seiner Solo-Karriere nichts dem Zufall überlassen wurde. Wenn sein Zweitling 'Thriller' (die LPs vor 'Off The Wall' zählen nicht) aus dem Jahre 1982 das bis heute meistverkaufte Album aller Zeiten ist - und dank der Krise der Tonträgerindustrie auch für alle Zeiten bleiben dürfte - so hatte das weniger mit Glück als mit minutiöser Planung zu tun. Im Unterschied zu Marvin Gaye, Isaac Hayes oder Prince war Michael Jackson niemals das kreative Universalgenie, als welches er nun in den Talkshows von Freunden, Weggefährten und Trittbrettfahrern beschworen wird. Tanzen? Ja! Singen? Ja! Songwriting? Dazu war er nicht erzogen worden. Er schrieb kaum und produzierte maximal 'Co-', den Rest liess er machen, dazu hatte er seine Leute, allen voran Quincy Jones. Folglich konnte es nach 'Thriller' nur abwärts gehen und als Mensch, dessen Selbstwertgefühl so sehr von Erfolgen abhängt, hatte Jackson fatalerweise nicht die seelischen Ressourcen, damit klarzukommen, den Fall abzufedern und sich selbst auch jenseits von Chartnotierungen zu verwirklichen.

Während die Verkaufszahlen seiner Tonträger zwangsläufig fielen, wurde sein Verhalten immer divenhafter, erratischer. Bei seinen verzweifelten Versuchen, gemocht zu werden, wirkte er zunehmend unsympathischer und lächerlicher, bis man ihn zuletzt nur noch auslachte. Der selbsternannte König war zum unfreiwilligen Hofnarren geworden, zu einer Karikatur seiner selbst. Damit ist es nun vorbei. Kurz vor seinem geplanten Comeback und vier Wochen vor seinem Geburtstag hat Michael Jacksons Herz seinen schweren Job aufgegeben und sich in Streik begeben. Aus karrieretechnischer Sicht ein perfekter Move, denn damit wird er jetzt endgültig zur Ikone. Zum Mann aus Marmor. Zur Statue vom Cover der 'HIStory'-Compilation. Unerreichbar. Aber erfolgreich. Zum 'King Of Pop'. Es steht zu Befürchten, dass ihm das gefallen hätte!


 

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