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Zunächst aber muß natürlich über die Herkunft geredet werden. Liechtenstein wird in puncto Größe nur von ganz wenigen Staaten dieser Welt unterboten und dennoch, erzählt Sänger Maethi, gibt es eine lebhafte Szene. Wir sind zwar mitten in Europa aber haben trotzdem einen Exotenbonus. Lustig,oder? Aber das hilft. Es gibt in Liechtenstein zwar nur 30000 Menschen, aber ich könnte Dir ohne Nachzudenken bestimmt 20 Bands im Metalbereich aufzählen, die ich kenne. Die Szene ist lebendig. Natürlich ist es so, dass alle dich kennen und schonmal live gesehen haben, wenn Du zwei oder dreimal im Jahr hier spielst. Eine dieser Bands ist eben Black Sonic, die früher noch BlackSonicProphets hießen.
Mit der Klassifizierung ist das ja immer so eine Sache, doch als die Beschreibung 'Hardrock in seiner modernstmöglichen Variante' fiel, stimmt Maethi zu. 'Wir sehen uns als Metal- und Rockband mit einem mainstreamigen Einschlag' erläutert er, 'Wir sind 4 Leute, und jeder hat einen unterschiedlichen Background, ich schätze Bands wie Nickelback, unser Drummer mag Mötley Crüe, unser Bassist steht auf die 70er. Die Vielfalt macht die Musik aus.' Noch bevor Maethi seine Lieblingsband nennen konnte, hatte ich ihm gesagt, dass ich meiner ohne journalistische Ohren zuhörenden Frau Black Sonic vorgespielt hatte und sie als ebenfalls Nickelback-Fan eine gewisse Ähnlichkeit feststellen konnte. Dazu kommen dann noch Klänge von Metallica hier oder Seattle-Style dort. Maethi freut dieser Vergleich, und diese Freude ist weitaus ehrlicher als viele andere Bands es sich trauen würden. 'Ich empfinde einen solchen Vergleich als ganz großes Kompliment. Was gibt es denn besseres für eine Band, als mit den absolut Größten verglichen zu werden? Natürlich fließen die Dinge, die Du geil findest, in Deine eigene Musik mit ein. Das passiert unterbewußt, wir schreiben nicht absichtlich Musik, die klingt wie....' Das Interessante an Black Sonic ist eben die Kombinaton vieler Zutaten zu einer Einheit, die nicht aufgesetzt, sondern ehrlich aus einem Guß wirkt.
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Dennoch ist Hardrock nun nicht unbedingt die allermodernste Spielweise harter Musik, besonders nicht in Zeiten metrosexueller Rockstars, die ins Mikro weinen und in ihrem Dasein als Neutrum der sich ewig immer weiter angleichenden Globalität ein Gesicht geben. Oder, kerniger ausgedrückt: Beim Hardrock gibts noch echte Männer, und keine Neutren, die versuchen, gleichzeitig schwarz und weiß zu sein. 'He, Michael Jackson war musikalisch gut. Aber mich erinnert der ganze Terror der letzten Tage an etwas, dass ich als gebürtiger Österreicher schonmal miterlebt habe. Damals war das Falco.' (Nur das Falco im Gegesatz zu MJ tatsächlich ne coole Sau war und der Verlust tatsächlich einer war, Anm. d.Red.) Aber das ist ein Nebenschauplatz, deshalb lieber wieder zu Black Sonic. Hardrock. Hardrock? Nicht doch eher rockiger Metal? Egal. 'Im Endeffekt ist es verdammt an der Zeit, dass mal wieder eine neue Band kommt, auch wenn es wenige Leute gibt, die solche Musik heutzutage machen. Es geht, ich weiß das. Und man muß dann eben mal neue Wege beschreiten, wenn es ums Musikbusiness geht.' Und dieses 'neue Wege beschreiten' ist etwas, das Black Sonic sehr ernst genommen haben.
Dabei herausgekommen ist ein Projekt, das vor allem auch in wirtschaftswissenschaftlicher Hinsicht als solches aufgezogen wurde. Black Sonic haben nämlich fast alles anders gemacht als die meisten anderen Bands. 'Wir haben gelernt, viel gelernt. Mit unserer ersten Platte haben wir es genauso gemacht wie die meisten. Unter unserem alten Bandnamen haben wir über 100 Shows gespielt, eine CD veröffentlicht. Da hatten wir dann diese Verträge, die jede junge Band hat, und diese Veträge waren der letzte Dreck. Wir haben gelernt, wie das Business funktioniert, und dass Du eigentlich niemandem vertrauen kannst außer Dir selbst.' Black Sonic haben also die Erfahrung gemacht, die viele Bands machen.
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Anstelle aber aus dem Regen in die Traufe zu geraten wie die meisten es jetzt tun würden, haben sich Black Sonic etwas anderes überlegt. 'Eigentlich hatten wir im nachhinein betrachtet nur Vorteile aus dem Scheitern am Anfang. Wir haben uns überlegt, was man anders machen kann. Also haben wir Black Sonic zu einem Projekt gemacht. Wir haben uns dann um Sponsorenakquise gekümmert, sind durchs Land gefahren und haben mit Powerpointpräsentationen unsere Geschäftsidee 'Rockband' vorgestellt. Und siehe da, wenn Du das, was Du machst, gut machst und mit Herzblut dabei ist, dann funktioniert das auch.' Black Sonic haben also versucht, Gelder an Land zu ziehen, wie Wirtschaftsunternehmen. Eine ebenso intelligente wie für das Musikbusiness ausgefallene Idee. Der ganz große Vorteil an einer komplett in Eigenregie geführten Produktion ist aber klar. 'Im Normalfall sagt Dir die Business-Seite Deines Vertrages - also Label, Produktionsfirma, Promotionfirma etc. - wie Dein Album zu sein hat. Dies MUSS und das MUSS. Nun, wir mussten gar nichts. Über unsere Sponsoren und auch die kulturelle Unterstützung des Landes konnten wir machen, was wir wollten.' Das schlägt sich auch in der albenüblichen 'Thanks To' - Liste im Booklet nieder. Die Hälfte der Bedankten sind klein- oder mittelständische Betriebe sowie liechtensteinische Unternehmen wie die Liechtensteiner Post, die Landesbank, die Telecom. 'Natürlich ist eine CD-Produktion in Eigenregie immer teuer und mühsam, die CD soll ja bestimmten Mindeststandards entsprechen. Wir wollten keine Kompromisse eingehen, und durch die früheren Rückschläge sind wir halt erfinderisch geworden. Bands können sich doch heutzutage nicht mehr auf Labels verlassen, die denken doch alle nur noch an sich selbst und wollen Bands und Hörern wo es nur geht, das Geld aus der Tasche ziehen.' Nach dem darauffolgenden Austausch von gerade aktuellen Beispielen solcher Unverschämtheiten kam das Gespräch dann wieder auf schönere Themen.
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