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Paradise Lost - So klingt 'Faith Divides Us, Death Unites Us'

Vor zwei Jahren gelang Paradise Lost mit 'In Requiem' die kongeniale Versöhnung von eingängigen, auf den Punkt gebrachten Songs mit den Doom-metallischen Wurzeln der Band. So grandios einige der experimentellen Scheiben wie 'Host' oder 'Symbol Of Life' auch waren - erst mit ihrem letzten Album schienen die Engländer einen Zustand erreicht zu haben, der wieder ganz nah dran war am Herzen der Band. Ganz viel Gefühl gepaart mit selbstsicherem Songwriting lösten den Durst nach immer neuen Experimenten ab. Paradise Lost haben nach 20 Jahren einen Sound gefunden, den sie getrost als ihren ureigenen bezeichnen können. Das neue Album 'Faith Divides Us, Death Unites Us' steht in den Startlöchern und wird heiß erwartet - Whiskey-Soda war dabei als das Album in Gelsenkirchen der europäischen Musikpolizei vorgespielt wurde. Und hat - ganz objektiv - frohe Kunde zu übermitteln...

Ich treffe mich am Sonntagabend mit den Kollegen vom Rock Hard, Metal Hammer, Legacy, Terrorizer und anderen beim Century Media-Hauptquartier in Dortmund. Kurz darauf kommen Sänger Nick Holmes und Gitarrist Greg Mackintosh vorgefahren. Während wir auf die letzten Nachzügler der schreibenden Zunft warten, bietet sich schon einmal die Gelegenheit zum Smalltalk über den neuen Drummer Adrian Erlandsson und die Naziporno-Videos des FIA-Präsidenten Max Mosley. 'Man sieht, dass das alles Metal-Redakteure sind', stellt Nick lakonisch fest, 'alles schwarz hier. Gut, dass ich nicht mein blaues Shirt angezogen habe...'

Derart ausgerüstet geht es dann im grünen Mercedes-Transporter nach Gelsenkirchen in die stillgelegte Zeche Hugo. Dort erwartet uns eine hübsch mit jeder Menge Kerzen und Paradise Lost-Postern dekorierte Halle, dazu ein großes Bankett mit süffigem Bier und kühlen Softdrinks. Da ist man gerne Berichterstatter. Während Nick und Greg geduldig Fotos von sich machen lassen und den Kumpels, die als Eventmanager vor Ort sind, fleißig Autogramme geben, bereiten die Jungs und Mädels von der Plattenfirma die Anlage vor, aus der uns das neue Werk der Gothic Metal-Pioniere entgegenschallen wird.

Das Bier schmeckt, die Anlage muckt noch ein bisschen rum, die Spannung steigt.

 

Dann geht's endlich los - das neue Paradise Lost-Album kommt erstmals 'Außenstehenden' zu Ohren. Stift gezückt, das mit Bandlogo und den kompletten Lyrics versehene Notizheft der Plattenfirma im Anschlag: let's roll!

'As Horizons End'
Ein Chor-Intro ertönt und gibt die Stimmung vor. Greg erklärt mir später, dass die meisten Akkordfolgen in den neuen Songs nicht zuletzt von Choralmusik des späten Mittelalters beeinflusst sind. So kommt denn auch das ganze Album ohne viel Keyboard-Firlefanz und Orchester-Samples aus und erzeugt dennoch eine verdammt finstere, bedrohliche Atmosphäre. Nach wenigen Sekunden krachen tiefe Doom-Riffs aus der Anlage und Gregs charakteristische Leadgitarre beginnt ihr klagendes Lied. Dann schon wieder ein Break und mächtig nach vorn schiebende Riffs, zu denen Nick mit tiefer Stimme seine gewohnt dunklen und poetischen Texte intoniert. 'To remain pessimistic found, in this hour of distress / Till decayed, derelict down / In this shower of pretence' - ein Song über eine Person auf dem Weg nach unten, der trotz aller Versuche die vorgeblich glücklich machenden Happenings unserer Gesellschaft zu genießen, nur noch Enttäuschung und Zynismus bleiben. Den aggressiven Strophen folgt ein hymnischer Chorus, der eine Gänsehaut erzeugende 'Wall of Sound' aufbaut. Die ganze Stimmung erinnert sehr an den Opener von 'In Requiem', 'Never For The Damned', hat aber eine ganz eigene Note, wie sich spätestens beim ruhigen Mittelteil zeigt, wo Greg wunderschöne Harmonien spielt. So etwas hat man bei Paradise Lost seit 'Shades Of God' nicht mehr vernommen. Genial gelungen ist dann der Übergang in Richtung Refrain - ein wahrer Sturm bricht herein und führt zurück zum Refrain. Ein klasse Auftaktsong!

'I Remain'
Ein Song über die Rückschläge im Leben, die Hölle, die uns umgibt und den sturen Willen weiterzumachen, wie Nick in den Linernotes geschrieben hat. Greg beschreibt den Beginn des Songs als 'matschig' - im Sinne von Sludge Metal versteht sich. Mich erinnert es an alte 'Gothic'-Tage bevor der Song überfallartig Tempo aufnimmt und Nick mit noch aggressiveren Vocals als im ersten Song seine Verzweiflung zum Ausdruck bringt. Im kurzen aber eingängigen Refrain ('Tear me down and break me / I remain') singt Nick mit höherer Stimme, die er sehr effektvoll auch im sanften Mittelteil einsetzt: 'I've never seen the love and confidence / To believe the faith and never speak again' - ein zu Herzen gehender Klagegesang über den Mangel an Trost, die Glaube einem im Leben auf dieser Welt bringt. Ein feines Solo von Greg fährt plötzlich dazwischen und unterbricht vehement die Nachdenklichkeit. Erneut ein wunderbarer Song zwischen Härte und grandiosen Melodien und auch als erste Single geeignet. Mal sehen, wie sich die Plattenfirma entscheiden wird.

'First Light'
Erneut geht es sehr doomig los, ziehen die tiefen Riffs von Aaron und die Moll-Klänge von Greg den Zuhörer mit in den stockfinsteren Keller. Leicht verfremdet und fast wie zu 'Host'-Zeiten klingt Nicks Stimme im ersten Moment - nur um dies dann in der zweiten Zeile mit 'Icon'-Rauheit zu kontrastieren. So geht es im Wechsel weiter, was prächtig funktioniert. Und kaum denkt man, dass sich alles auf einen heftigen Refrain hinbewegt, kommt noch einmal ein mit dezenten Synthie-Klängen unterlegter Break. Wer sich sicher fühlt, wird jedoch weniger Sekunden später von einer mächtigen Doomwalze überrollt, bei der Nick beweist, dass er immer noch so schön angepisst klingen kann wie zu 'Shades Of God'-Zeiten. Das Solo von Greg in der zweiten Songhälfte überrascht mit einigen orientalisch-atonalen Klängen, bevor ein kurzes Piano-Outro einen erneut mitreißenden Parforceritt beendet.

'Frailty'
Der Song über die unvermeidbaren körperlichen Schwächen des Alters beginnt ruhig, baut mit einem Heavyriff Spannung auf und dann: Doublebass! Black Metal-Riffing! Natürlich keine norwegische Raserei, wir sind immer noch bei Paradise Lost. Doch aufhorchen lässt das Arpeggio-Picking auf jeden Fall und verdammt cool klingt es auch. Denn die Briten begehen bei diesem Song nicht den Fehler, ihre eigene Identität zu vergraben. So wird dem Black Metal-Ausbruch Nicks melodische Stimme entgegengesetzt, bevor die Band nahtlos in einen vertrackten Hardrock-Rhythmus übergeht und Nick wieder die rauhen Vocals auspackt. Der ganze Song glänzt mit vielen Tempowechseln ohne verworren zu sein. Der Refrain, wenn man ihn denn beim Songaufbau überhaupt als solchen bezeichnen kann, kommt erst zur Hälfte des Songs und gibt dem ganzen eine neue Richtung. Entfernt erinnert das an 'Ash & Debris', nur dass von der Grundstruktur abgesehen beide Songs kaum unterschiedlicher sein könnten. Verdammt heavy, komplex, überraschend, emotional und melodisch - tolles Stück!

'Faith Divides Us, Death Unites Us'
Der Titelsong lässt dann den Hörer etwas verschnaufen. Die Gitarren werden sanft gezupft, ein Cello sorgt für melancholische Stimmung, dazu Nicks diesmal weiche Stimme. Inhaltlich sagt der Titel eigentlich schon alles. 'Ich finde Glauben sehr sonderbar, da manche Leute derart strenggläubig sind, so dass die einzige Gemeinsamkeit mit einem anderen Menschen der Tod selbst ist', erklärt Nick im Beiheft seine Gedanken zum Text, der für sich genommen wieder sehr wage und offen für Interpretationen bleibt. Nach der ruhigen Strophe erhebt sich der hymnische Refrain, in dem Nicks Stimme eine Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit und dennoch eine gewisse trotzige Stärke ausstrahlt, dass es einem kalt den Rücken herunter läuft. Ein melodisches Break, wie man es von den Songs des 'Paradise Lost'-Albums kennt und ein dramatisches Solo von Greg runden diesen klar strukturierten, mitreißenden Song ab.

Paradise Lost - So klingt 'Faith Divides Us, Death Unites Us' Seiten 1 2

 

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© 08/2009 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Paradise Lost

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