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Blur - am 20.10.03 im Berliner Tempodrom

Trotz exorbitanter Ticketpreise war das Tempodrom gut gefüllt, als Blur dort am 20. Oktober das erste große Berlin-Konzert seit Albumrelease im Frühjahr 2003 gaben. Unterstützt wurden sie dabei von The Coral, deren verrückten Stilmix wir uns gerne angehört hätten, wäre die Lautstärke uns nicht unerträglich gewesen. So tauschten die mich begleitende Freundin und ich alte Geschichten über Blur-Auftritte, strapaziöse Anfahrten, peinliche Aftershow-Parties aus - wer hat solche Geschichten nicht! - und schafften es gerade noch rechtzeitig zur Anmoderation unseres alten Helden Ray Cokes vor der Bühne zu stehen.

Sehr neugierig waren wir im Vorfeld auf diesen Abend, denn ich hatte Blur nach ihrem Minigig in den Potsdamer Fritz-Studios nicht gesehen und war gespannt, wie sich die neuen Songs in einer großen Halle anhören würden. Für meine Freundin waren es etwa fünf Jahre, dass sie zum letzten Mal irgendetwas von Blur mitbekommen, geschweige denn die Band live gesehen hatte. Eine Zeitspanne, in der auch andere "mehr oder minder"-Fans Blur aus den Augen verloren hatten... Das waren die Leute, die am Konzertabend bei Gorillaz- und Fatboy Slim-geprägten Songs verwirrt um sich schauten und nach hinten gingen, um sich das nächste Bier zu holen, beziehungsweise ungeachtet der Tatsache, dass Damons etwas angeschlagene Stimme schon schwer genug zu verstehen war, ein lautes Gespräch anfingen. Ein besonderer Gruß geht hiermit an die kettenrauchende Frau, die mitten im Konzert ihre Haarbürste rausholte. Oder auch anders ausgedrückt: Die euphorische Stimmung, die wir von früheren Konzerten kennen, fand sich auf diesem nicht mehr, stattdessen gab sich ein Großteil der Konzertgänger seinen seltsamen Launen hin.

 

Mit Ambulance eröffneten Blur das Konzert und spielten in rascher Abfolge und ohne sehr viel zu sagen ihre Songs ab. Das neue Album "Think Tank" hat den Namen verdient und strotzt nur so vor Kreativität, laute und rockige Nummern wie wechselten sich ab mit melancholischen Stücken, und das desolate "Battery in your Leg" stach wie auf Think Tank seltsam aus dem Gefüge heraus. ARTE hatte sich die Übertragungsrechte für den Abend gesichert - und auch das Recht, den Konzertsaal immer wieder in gleißendem Licht zu tränken, das sich nicht gerade positiv auf die Atmosphäre auswirkte. Was sich unter diesen Umständen natürlich nicht verbergen ließ war die körperliche Verfassung der Herren Albarn, James und Rowntree. Alt geworden sind die Jungs, oder wie meine Begleitung es ausdrückt, "viel professioneller als früher". So kann man´s natürlich auch nennen! Damon, dieser Tage mit zunehmender Glatze, schwarzem T-Shirt und Rapper-Kettchen, ließ sich feiern wie eh und je und weckte damit bei mir, auch dies nichts neues, nicht gerade Sympathien. Er dachte sicherlich nicht im Traum daran, auf die Boxen zu klettern, das höchste der Gefühle waren in die Menge gespritztes Wasser, und auch "married man" Alex wippte nur leicht vor sich hin, OHNE Zigarette im Mundwinkel, dafür mit Vollbart.

Die Bühne nicht gerade so leer, wie man das nach Grahams Abgang erwarten könnte. Blur sind zu einem richtigen kleinen Orchester gewachsen, das Damon auch voller Stolz vorstellte: Drei Backgroundsänger (die vor allem bei "Tender" ihr Ganzes gaben), ein Keyboarder, auch ein zusätzlicher Percussionist. Mit deren Unterstützung wurde der Sound aufgefüllt, dem wie auch auf "Think Tank" unbestreitbar DIESE Gitarre fehlte, und so wuchs sich beispielsweise "Out of Time" zum Ende hin zu einem afrikanischen Trommelstück aus. Auch das funkige "Brothers and Sisters" mutierte zu einer Extended Version und war neben "Gene By Gene" sicherlich der größe Schock für jene Zuhörer, die die letzten fünf Jahre der Albarnschen Entwicklung verpasst hatten. In anderen Worten, the barn wasn´t jumping, bis auf einen Mann. Obwohl "Good Song", "On the way to the Club" und andere neue Songs live sehr gut klangen und die Band sich mit ihnen am wohlsten zu fühlen schien, waren es die alten Klassiker, die zu den heimlichen Stars des Abends wurden. Für viele Fans immer wieder die wichtigste Frage: Werden Blur heute abend Lieblingssongs wie das furiose "Popscene" oder "There´s No Other Way" spielen? Diese zwei kamen im Tempodrom leider nicht an die Reihe, dafür aber eine erstaunliche Anzahl von Parklife-Songs, von denen manchen ("Girls and Boys", "Badhead") eigentlich schon zu erwarten waren, andere ("End of a Century") im Publikum für eine ungläubige Reaktion sorgten, und bei "To the End" schunkelten nicht nur die drei Jungs aus der Friseureninnung neben uns zu Arm in Arm glücklich vor sich hin. Von 13 und Blur konnten sich dementsprechend wenige Songs auf die Setlist mogeln, darunter zu meinem großen Glück "Beetlebum" und "The Universal". Auch "Song 2" fehlte erwartungsgemäß nicht und schien leider, alle Klischees bedienend, der kleinste gemeinsame Nenner für die Anwesenden zu sein und so manchen aus einem Halbschlaf zu wecken. Nichtsdestotrotz fand ich den Abend um Meilen besser als das letzte, das ich erleben durfte und das unter der gnadenlosen Passivität amerikanischer Konzertgänger sehr viel mehr litt als das Berliner Konzert unter der Unstimmigkeit alter und neuer Songs. Passend zum epischen Finale warfen dann auch die letzten ihre Hemmungen über Bord und probten zu "This Is A Low" den Zustand ihrer Stimmbänder.

Nach diesem immer wieder grandiosen Song waren zumindest wir beide der Meinung, für unser Geld einen wunderbaren Gegenwert erhalten zu haben und beschlossen erschöpft, dieses Mal nicht mehr nach dem Tourbus auszuspähen, sondern die nächste U-Bahn nach Hause zu nehmen.
Skeptiker spekulieren noch immer darauf, dass Blur in diesem Jahr ihr Ende verkünden... dann wird Alex versuchen, ein Buch zu schreiben, Dave an technischen Geräten basteln und Damon mal wieder nach Afrika reisen. Who knows. Zur Zeit aber machen Blur noch einen ganz vitalen Eindruck, und auch wenn ich das Konzert im Vergleich zur früheren Hysterie als relativ unspektakulär erlebte, gebe ich meinem Alter die Schuld und zolle der Band Respekt für ihre Frische und ihr Durchhaltevermögen.


 

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Birte
© 10/2003 whiskey-soda.de
 


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- Blur - am 20.10.03 im Berliner Tempodrom

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