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Blutengel - Die Verunreinigung einer unbefleckten Seele

Die elektrolastigen Blutengel sind eine Band, die mit ihrem Popappeal seit nunmehr elf Jahren durch viele CD-Player der Schwarzen Szene geistern. Sänger und Blutengel-Gründer Chris Pohl sieht es gerne, dass seine Werke mittlerweile nicht nur bei dunklen Gestalten Zuspruch finden. So schaffte er mit der Veröffentlichung seines siebten Studioalbums 'Schwarzes Eis' in den Charts nach ganz vorne.


Chris Pohl gehört definitiv nicht zu den Menschen, die sich gern für ein Paar Tage auf die faule Haut legen und einfach nur nichts tun. Ganz im Gegenteil. Gerade promotete das Alpha-Tier sein aktuelles Blutengel-Album 'Schwarzes Eis', gab anlässlich dessen eine Tour durch Deutschland, da sucht er sich schon neue Aufgaben. Ich schraube gerade an Terminal Choice und auch schon an neuen Blutengel Stücken. Kein Wunder, dass Terminal Choice neben seinen anderen beiden Bandprojekten Blutengel und Miss Construction an erster Stelle steht: das 2006 veröffentlichte 'New Born Enemies' hat noch immer keinen Nachfolger gefunden. Und daran wird bis heute getüftelt. Aber ob Chris Pohl damit den Erfolg von Blutengel toppen kann, bleibt zu bezweifeln. Immerhin schlug 'Schwarzes Eis' damals in die Top 20 ein. Auch wenn der Chart Entry von Platz 17 eine coole Sache war, so sind die Reaktionen der Fans und die Zuschauerzahlen bei der letzten Tour doch eher eine Bestätigung dafür, dass wir es richtig gemacht haben. Sind Konzerte etwas kostspieliger als der Szenedurchschnitt, muss man damit rechnen, dass nur überzeugte Fans so ein Schauspiel miterleben wollen. Demzufolge dürften positive Reaktionen obligatorisch sein. Wenn eine Band zudem noch in stumpfsinnigen Daily Soaps vermarktet wird und der Sänger auch noch männlich ist, so ist es kaum verwunderlich, dass sich vor allem das weibliche Publikum vergrößert. Kommerzieller Erfolg hin oder her, letztendlich zählt, dass der Schöpfer mit seinem Werk zufrieden ist. Ich selbst finde das Album natürlich sowieso sehr gelungen.

'Schwarzes Eis' kann mehrere Bedeutungen haben. Es existiert ein Buchtitel von Micheal Connelly mit dem gleichen Namen und bezeichnet darin eine Modedroge. Im Verkehrswesen ist es sogenanntes unsichtbares Eis, das auf Straßen häufig zu Unfällen führt. Die Assoziationen sind vielfältig, dennoch halten Blutengel ziemlich phantasielos am Klischeebehaftetem fest: Gut vs. böse, Unschuld vs. Sünde etc. 'Schwarzes Eis' assoziiere ich mit etwas Bösem, Dunklem, was die Reinheit zerstört. Dinge, die meine reine Seele beflecken und über die ich erzählen wollte. Negative Kritiken kratzen allerdings nicht an seiner Seele. Zum Beispiel veröffentlichte der 'Stern' zum Album-Release einen Artikel, in dem Blutengels 'Gefährlichkeitsfaktor' mit dem von Roger Whittaker und der Kleidungsstil des Frontmanns mit dem eines durchgedrehten Schornsteinfegers auf dem Karneval verglichen wurde. Viele Fans haben sich darüber aufgeregt, Chris freut es: Immerhin waren wir im Stern. Da wir vorher nur in der Bildzeitung erwähnt wurden, ist das also eine klare Steigerung. Und auch dem Autor gegenüber findet er kein schlechtes Wort. Wer auch immer das geschrieben hat, hat es nicht schlecht geschrieben und dass schwarz angezogene, geschminkte Menschen trotz Tokio Hotel noch etwas Besonderes sind, ist doch cool! Und mit einem Augenzwinkern fügt er an: Und harmlos sind wir so gesehen ja auch…. Also ist es eher Werbung dafür gewesen, dass man getrost zu unseren Shows kommen kann.

 

Doch was befleckt dann seine Seele? Auch wenn die Texte von Chris Pohl oftmals plakativ und substanzlos wirken, gibt es gelegentlich doch Gedanken, die nicht nur ihm am Herzen liegen sollten. Besagte hat er schon oft thematisiert und nimmt sich das auch für die Zukunft vor. So schreckt er sich nicht davor zurück, im Song 'Dancing in the Light' das oft verschwiegene Problem der Vergewaltigung anzusprechen. Ich kenne viele Frauen, denen das passiert ist und man(n) da sehr hilflos ist. Ich wollte das Thema aber aufgreifen, um zu zeigen, wie sehr ich mich damit beschäftige. Im Grunde kein schlechter Ansatz. Doch um geschlechtliche Diskriminierungen konsequent gegenüberzutreten, müsste er seine gesamte Bandphilosophie überdenken. Der Grundstein für Diffamierungen dieser Art liegt zweifellos in der predominanten Männlichkeit, die der Frontmann sonst auch bedenkenlos auslebt. Allein Chris Pohl ist Blutengel und seine Damen das schmückende Beiwerk, das ihn gelegentlich auf Fotos wie ein Rahmen verzieren darf. Und wenn man Chris fragt, wie man sich seine nächste Bühnenshow vorstellen darf, kann er nicht umhin, mit seinen sehr gutaussehenden Protagonisten zu werben. Ob jemals Frauen ohne Modelmaße bei Blutengel auf der Bühne stehen werden? Oder noch abstrakter: gar Männer? Bei dieser Bandphilosophie fällt es auch nicht schwer, auf ein Bandmitglied zu verzichten… natürlich nur solange es nicht Chris Pohl selbst ist! Vor einigen Monaten hat Tänzerin Sonja sehr kurzfristig die Band verlassen. Die Reaktionen im Blutengel-Forum auf die Art und Weise der beiläufigen Bekanntmachung waren ausgesprochen negativ. Es wurde kritisiert, dass die Fans nur als Mittel zum Zweck missbraucht werden und dieser Zweck ist nun einmal Erfolg und nicht zuletzt Geld. Menschen, die allerdings die Existenzgrundlage eines Bekanntheitsstatus sichern, sollten das Recht haben, über bandinterne Umstrukturierungen offiziell informiert zu werden. Chris kann das Aufsehen nicht nachvollziehen und scheint den Kern nicht recht verstanden zu haben: Sonja war jemand aus der Performance Gruppe. Sie war sehr wichtig und von Anfang an dabei. Aber ich denke, dass das Thema überschätzt wurde! Ein Statement gab es von mir, nachdem Sonja es leider vorweg genommen hatte. Daran bin ich nicht schuld, denn wir wollten gemeinsam etwas formulieren. Blöd gelaufen… Aber wie gesagt, wer uns nur wegen Sonja mochte, den brauchen wir nicht! Wir vermissen sie zwar, aber die Musik bleibt die gleiche, also von daher…

Nach dem Charteinstieg von Blutengel vor einigen Jahren auf Platz 77, war Chris davon überzeugt, dass sich der intensive Kontakt zu den Fans selbst bei einem Top-20-Platz nicht verschlechtern würde. Doch sieht er das nach Platz 17 auch noch so? Denn wie er selbst sagt: die Konzertsäle werden immer voller und jeder will ein Stück vom Kuchen. Alles, was wir erreichen, haben wir nur unseren Fans zu verdanken. Sie sind das Wichtigste überhaupt und wer mich kennt, weiß, dass ich recht engen Kontakt pflege. Das zeige ich, indem ich nach fast jedem Konzert rauskomme und mit den Fans rede, Fotos mache und Autogramme gebe… sofern möglich! Den Erfolg von Szenebands sehen viele mit einem weinenden Auge, da die Band für den Fan immer ein Stück weit verloren geht. Die intime Konzertatmosphäre geht verloren und man hat Angst, der kommerzielle Erfolg wird bald größer geschrieben als die Authentizität der Musik. Gothic-Erfolgsgeschichten wie Oomph vergrößern die Szene zwar nicht zwangsläufig, aber sie lassen die Grenzen zu anderen Szenen verschwimmen. Der Horizont wird nach beiden Seiten erweitert! Szene hin, Szene her…Vorreiter wie Sisters oder The Cure waren nie die Szene. Sie haben Musik gemacht, die von bestimmten Leuten gehört wurde und sie waren in den Charts ganz normal vertreten. Dieses Ganze 'wenn ihr erfolgreich seid, seid ihr nicht mehr gothic' ist kleingeistig und dumm. Ich mache Musik die ich mag! Oomph sicher auch. Und wenn es in der Szene ankommt und auch außerhalb… Na und?


 

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robbe
© 09/2009 whiskey-soda.de
 


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