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Doch zunächst wollen wir ein wenig in der Bandgeschichte wühlen, in der es seit der ersten Veröffentlichung im Jahre 2006 stetig nach oben ging: 'Dunkelschön entstand ursprünglich aus einem Projekt von Michael und mir und dem damals oft an uns herangetragenen Wunsch, unsere Lieder endlich einmal auf die Bühne zu bringen,' erklärt Vanessa. 'Als wir dann unseren Davulspieler Christian Wittkopf und den Gitarristen Björn Scheuplein mit dazu holten, war Dunkelschön geboren. Mittlerweile gibt es uns fünf Jahre, und wir sind von vier auf sechs angewachsen, wobei uns Björn leider letztes Jahr verlassen hat.' Der Gitarrist hatte sein Ausscheiden bereits länger angekündigt, da er sich wieder verstärkt eigenen Projekten widmen wollte. Doch mit Nicolas von Stolzmann konnte ein mehr als adäquater Ersatz gefunden werden: 'Sowohl menschlich als auch musikalisch harmoniert er wunderbar mit uns und wir sind mehr als glücklich, ihn gefunden zu haben. Ein wahrer Glücksfall ist auch unsere Cellistin Monika Klüpfel. Sie war bereits auf 'Nemeton' als Gastmusikerin zu hören, unterstützte uns danach bei einigen größeren Konzerten und ist seitdem festes Mitglied bei Dunkelschön. Ähnlich lief es auch bei André Straub, unserem jüngsten Neuzugang. André ist ein guter Freund von Nicolas und als wir uns nach einem Drummer umschauten, war es nahe liegend, André, der ein absoluter Könner auf diesem Gebiet ist, zu fragen, ob er bei uns einsteigen wolle.'
'Katharsis' ist das vierte Dunkelschön-Album innerhalb von drei Jahren - ein Schnitt, bei dem viele andere Bands sicher vor Neid erblassen. Doch ein Patentrezept für eine solch rasante Arbeitsweise kann Michael nicht liefern: 'Im Prinzip sind wir bei jeder unserer letzten drei CDs mit nur ein bis zwei Lied-Ideen ins Studio gegangen und haben einfach mit der Produktion begonnen. Frag mich nicht wie, aber irgendwie verselbständigt sich das und nach einiger Zeit ist plötzlich genug Material für ein Album vorhanden. Wir freuen uns auch darüber, haha!'
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Musikalisch haben Dunkelschön ein sehr abwechslungsreiches Werk geschaffen, das viele verschiedene Stimmungen durchläuft. Dennoch existiert ein thematischer roter Faden, der alle Stücke miteinander verbindet: 'Wie unsere Vorgängeralben haben wir auch unsere neue CD unter ein Konzept gestellt. Der antike Begriff 'Katharsis' spukte schon seit längerer Zeit in meinem Kopf herum,' berichtet Vanessa. 'Dabei verstehen wir 'Katharsis' in seiner ursprünglichen, von Aristoteles erstmals geprägten Form. Er beschrieb damit den Vorgang der 'Seelenreinigung'. Indem man unterschiedliche Gefühle, die durch Kunst hervorgerufen werden, durchlebt, wird man von seinen Emotionen 'gereinigt'. Ich denke, das befreiende Gefühl, das sich danach einstellt, kennt jeder, der eine hinreißende Theatervorstellung besucht, einen wundervollen Film gesehen oder ein faszinierendes Buch zu Ende gelesen hat. 'Katharsis' findet man natürlich auch bzw. gerade in der Musik. Und ebenso unterschiedlich wie unsere Gemütszustände sein können, so abwechslungsreich kann Musik sein. Deshalb haben wir für unser neues Album, das sehr unterschiedliche dunkelschöne Klänge enthält, den Titel 'Katharsis' gewählt. Der rote Faden liegt also gerade in der Abwechslung der Stücke untereinander.' Welcher dieser verschiedenen künstlerischen Bereiche außerhalb der Musik solch eine Seelenreinigung bewirkt, ist schließlich auch innerhalb der Band stark abweichend: 'Film, Theater, Buch - das alles sind nur Beispiele, durch die man eine 'Katharsis' erleben kann. Ich denke, wozu sich jeder hingezogen fühlt ist auch abhängig von jedem selbst. Michael zum Beispiel kann mit Theater nicht sonderlich viel anfangen. Nicolas dagegen liebt es, nicht zuletzt deshalb, weil sein Vater Schauspieler am Nationaltheater in Stuttgart ist. Die einen lesen in einer Woche im Durchschnitt zwei Bücher, für andere ist Lesen ein Graus. Ich persönlich wurde kürzlich erst von einer wunderbaren Kunstausstellung sehr berührt - auf ganz unterschiedliche Weise. Und das ist es letztendlich, was 'Katharsis' ausmacht: Sie muss verschiedene Bereiche der Seele ansprechen.'
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