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The Fray - Kommerz mit Herz

Man bezeichnet ihre Musik als Stadion-Pop, Mädchen-Musik, Serienhintergrundmusik etc. Und teils hat man damit auch recht: The Fray kennt man vor allem durch Serien wie Grey's Anatomy, Scrubs und Lost. Ihr Sound passt einfach gut sowohl zu Liebesszenen als auch zu dramatischen Cliffhangern. Damit haben The Fray nicht nur in den USA, sondern auch in Europa bereits einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Entsprechend voll war das Berliner Astra bei ihrem Konzert, wo die Band ihr neues selbstbetiteltes Album präsentiert hat.


Knutschende Pärchen soweit das Auge reicht - das ist das Publikum von The Fray. Und man kann sich nur zu gut vorstellen, wie diese Pärchen sich abends auf dem Sofa aneinander schmiegen und frei nach dem Motto 'heute sind wir crazy' statt der Kuschelrock 18 mal The Fray in den Player legen. Jeder nach seiner Façon und man will auch nicht die Gouvernante spielen, aber wenn so viel Liebe in der Luft liegt kann es einem an einem herbstlich kalten Montagabend schon mal zu viel werden.

Die Band betritt um kurz nach 22 Uhr die Bühne und es gibt wirklich kaum etwas an der Präsentation der Songs in den nächsten 80 Minuten auszusetzen. Die Show ist dynamisch und energiegeladen mit ruhigen, bedächtigen Momenten, die mit Sicherheit bei vielen im Publikum für eine Gänsehaut gesorgt haben. Auch für Unterhaltung war gesorgt. Während der Sänger Isaac Slade es sich am Flügel gemütlich macht, erzählt er wie er ein paar Stunden zuvor sich in der Hauptstadt verirrt hat und imitiert auf eine witzige Art, wie ihm ein Passant den Weg erklärt hat: 'Frrriedrrrichstrrraßen!'. Das ist in diesem Moment nicht nur unterhaltsam, sondern schafft auch Nähe und zeigt den Sänger von einer Seite, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt.

 

Wenn Slade singt, sieht man in seinem Gesicht und in seiner Haltung viel Schmerz und Leid. Das kommt bedauerlicherweise etwas befremdlich und teils albern rüber. Auch der Rest der Band sieht beim Performen tendenziell angestrengt und angespannt aus. Dave Welsh beißt sich gefährlich kräftig auf die Lippen beim Spielen und für Joe King sieht das Musizieren auch nach viel Arbeit aus. Doch wenn Isaac Slade am Flügel sitzt und die sanfte Stimme von seinem famosen Klavierspiel tragen lässt, merkt man plötzlich, dass der Auftritt ihm genauso viel Spaß macht wie dem Publikum. Solche Momente sind leider rar.

Das neue Album klingt live sehr bombastisch und ist das Ergebnis einer logischen Entwicklung nach dem Debut aus dem Jahre 2005. Voll mit pompösen Piano-Rock-Songs. Während die Highlights des letzten Albums zweifelsohne 'How To Save A Life' und 'Look After You' waren, wurden auf dem aktuellen Album alle Songs auf diese Weise gestrickt. So scheint es zumindest. Und das kann man sehen, wie man will: Beglückt die Band ihre Hörerschaft unbewusst oder wird hier ein kommerzielles Konzept verfolgt? Denkt die Band eventuell bereits beim Schreiben der Songs, was zur nächsten Staffel von Grey's Anatomy passen würde? Kommerz hin oder her: The Fray haben ein ordentlich produziertes Album voll mit Hits veröffentlicht und sind zweifelsohne eine ausgezeichnete Live-Band.


 

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Lena
© 10/2009 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: The Fray

Artikel:
- The Fray - Kommerz mit Herz


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