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Nachdem es nun schon eine ganze Weile her ist, seitdem die Combo in Deutschland gespielt hat, geht man um einiges wacher und sensibler auf Tour. So fällt ihnen auf dass es zwischen Europa und den Staaten Unterschiede im Publikum gibt: 'Es ist zwar schwer zu sagen was genau jetzt der Punkt ist, aber in Europa sind die Leute empfänglicher. Wenn sie dich mögen, zeigen sie das, sind total verrückt. In Europa können wir nicht einfach von der Bühne gehen, die Leute fordern Zugaben über Zugaben: 'Ihr müsst mehr Songs spielen!' Das gibt es in den Staaten nicht. Wenn man dort großes, großes Glück hat wird man nochmal auf ein Wort gerufen, um ein bißchen zu reden. Ich glaube hier wird man von den Leuten einfach viel wärmer empfangen, wenngleich ich natürlich nicht sagen möchte, dass unsere Fans zu Hause schlechter sind. Es ist einfach der kulturelle Unterschied.' Wenn man schon so herzlich aufgenommen wird, in dem Land, das aus irgendeiner Bonner Provinz mit so lustigen Bezeichnungen wie Balla-Balla, Frubidu, Smiling-Balla oder Tutti-Frutti zum Gummibärchenparadies und Tour-Catering für die Fünf aus Texas wurde, möchte man auf der Bühne natürlich das Bestmöglichste abliefern. Doch das darf natürlich nicht zu Lasten der Energie und des Spaßes auf der Bühne gehen. 'Wir sind jetzt keine Perfektionisten. Allenfalls im Studio. Für uns ist es wichtiger auf der Bühne Spaß zu haben, die Energie der Show und den Kontakt zum Publikum zu spüren, als perfekt zu spielen. Sicherlich sind technische Schwierigkeiten schon blöd, ich hasse das, wenn der Verstärker nicht funktioniert...Aaaaaah! Das macht mich wahnsinnig, oder wenn das Schlagzeug Feuer fängt, ist natürlich die Show vorbei. Aber außer solch großen Problemen ist unser Hauptziel eine gute Show zu spielen, es geschehen zu lassen und daran Spaß zu haben. Und es gibt noch so viele Orte wo wir gerne spielen würden. Wir waren noch niemals in Spanien, Israel oder Griechenland. Spannend fände ich auch den Libanon, Osteuropa, Neuseeland, Südamerika und ganz besonders Japan. Ich würde schon echt gerne mal nach Japan fahren, die lieben den amerikanischen Rock'n'Roll, und sind einfach total fanatisch, und dabei ist die dortige Kultur eine so andere. Hier ist es eher so als wäre man in den Staaten, mit einem anderen Akzent, obwohl es natürlich vielerlei Unterschiede gibt. Aber die sind einfach nicht ansatzweise so einschneidend wie die zwischen dem Westen und der japanischen Kultur. Ich möchte das einfach erleben und dort spielen. Und wahrscheinlich würden sie Rob lieben, wegen all seiner Tatoos.'
Heimat für die Heimatlosen
Wenn man so viel unterwegs ist wie die Herren, die im Zick-Zack durch Amerika schießen, um am Ende wieder vollgetankt runderneuert von vorne im Tourbus loszufahren, und sich nun auch noch anschicken, Europa zu erobern, ist dabei zwangsläufig auch nicht alles verdammt großartig. 'Es gibt keinen Schutz davor down zu sein, und es ist ganz egal ob du etwas dagegen tust oder nicht. Man muss schon einiges opfern für ein Tourleben. Es ist schwer Beziehungen und Freundschaften aufrecht zu erhalten, und man wird von den Freunden zu Hause getrennt. Daher beginnt man nach einiger Zeit sich einsam zu fühlen, und das wiegt sowohl körperlich als auch emotional schwer. Wenn man älter wird – und ich bin keine 25 Jahre mehr alt – wird es immer schwieriger die Balance zu halten zwischen einer guten Behandlung seines Körpers und Spass zu haben. Man muss in einem gesunden Zustand sein, und dazu gehört für mich weder sich selbst wegzuschließen, nie auszugehen und niemals Alkohol zu trinken, denn das macht dich emotional unglücklich, aber genauso wenig sich jede Nacht zu betrinken, dabei gibt spätestens mit 30 der Körper auf. Man muss die Balance finden.'
Bei so viel beeindruckend intelligenten Ansichten, stellt sich natürlich die Frage, was das Quintett so werden ließ, ohne auf dem Boden der Bierflaschen, nach Straßen-Nikotin und Revolutionspunk riechend zu landen. Ist es Texas, das immerhin ganze vier Bundesstaaten entfernt liegt von der Punkhochburg Gainesville, Florida, der so sagenhafte Zeitgenossen wie Hot Water Music oder Against Me! entsprungen sind? Oder die musikalischen Einflüsse? Oder etwas ganz anderes? 'Ich glaube jeder ist das Produkt seiner Umgebung. Dabei halte ich uns nicht für besonders texanisch, okay, wir kauen Tabak, was wohl schon ziemlich texanisch ist, so ein Südstaaten-Ding halt. Dafür sind wir wenn es hoch kommt zweimal auf einem Pferd gesessen. Wir haben an verschiedenen Plätzen der Welt und der Vereinigten Staaten gewohnt, wir touren so viel, und so wird man ein Produkt der multi-nationalen Kultur, einer Weltkultur, oder mehr noch: einer Musikkultur. Wir sind mehr ein Produkt der Musik- und Punkkultur als der texanischen Kultur an und für sich.'
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