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Ein theatralische Durchsage um kurz vor 20.00 Uhr forderte die Zuschauer auf: 'Bitte nehmen Sie ihre Plätze ein. Die linke Seite geht auf die rechte Seite, und die rechte Seite, geht auf die linke Seite.' Wie jetzt, schon vor Beginn die erste Wall of Death? Aber nein, wir sind hier ja nicht bei die Ärzte, und im übrigen haben die ganzen Teenie-Mädels das sowieso nicht kapiert. Vielleicht müssen die da erst noch hineinwachsen, die gen Bühne fliegenden BH's waren auch erst Größe Doppel-A. Während der ersten drei Songs, hatte man sowieso viel eher das Gefühl, das Publikum sei original aus den neunziger Jahren vom nächstbesten Boybandkonzert importiert worden, und dank dem Geschiebe, Gedränge und Bela-Gekreische samt Ohnmachtsanfällen konnte man sich des Eindruckes kaum erwehren. Andererseits passte dazu wiederum die optische Erscheinung von Bela B. y Los Helmstedt gut, ganz im Rock'n'Roll-Style der Fünfziger. Sich alternativ doch lieber wie Indiana Jones durch den Dschungel bis zur Bar durchschlagen?
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Und plötzlich, als legt man einen Schalter um, zündete die Bombe. Das Publikum war entweder betrunken oder wieder nüchtern genug, und feierte vom Rocksong bis zur Ballade alles euphorisch ab. Bei 'Traumfrau' wurde dann endgültig im Kollektiv ausgeflippt, als im Refrain, passend zur Wendegitarre akustisch/elektrisch 'Elke' über das Backstage-Werk hinwegfegte. Bela B. versetzte die ersten Reihen allein durch seine Blicke in Aufruhr, die tiefer gingen als jeder Röntgenstrahl. Übrigens, auch bei Nicht-Teenagern...Zu blöd, dass am Vorabend das Viagra ausging. Aber auch sonst teilte der Meister großzügig – sogar die Bakterien aus dem Seuchen-Tourbus. 'Wir sind zwar morgen wieder weg, aber irgendetwas bleibt!' Was wohl die Gesundheitspolizei zu den angeleckten Plektren sagt?
Auch wenn die obszönen Blicke Bela B. auf sich zog, waren die Los Helmstedt mehr als nur schmückendes Beiwerk. Olsen Involtini an der Gitarre, Holly Burnette mit Wahnsinns-Kontrabasspicking, das man nur sehr, sehr selten live sieht, oder Paule Klink die das Sexappeal-Barometer in den Duetten mit Bela B. ('1., 2., 3.' oder 'Liebe und Benzin') nochmal bis zum Maximum schwellen ließ.
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Trotz Krankheit gab es amtliche drei Zugabenblöcke. Bela B. kniete in Ehrerbietung vor dem Münchener Publikum nieder, und kürte den Abend zum Besten der Tour. Da wollen wir mal nicht so sein und das glauben. Weiter ging es von 'Altes Arschloch Liebe' über 'Tag im Schutzumschlag' bis zum grandiosen Finale 'Onenightstand' im silbernen Glitzeranzug mit Hut und Stock und dem Verschwinden über die an Las Vegas-Shows erinnernde Showbühne. Aber man soll ja aufhören wenn es am schönsten ist, und einen formidableren Abgang des 'geilsten Mitvierzigers Deutschlands' hätte es für diesen Abend nicht geben können.
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