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Naheliegend also, dass die Band lieber Venues wie dieses auf ihren begrenzt gehaltenen Tourplan aufnahm, als in übersättigten Konzertstädten wie Berlin oder München zu spielen. Sie lieben das Conne Island, sagen die Musiker aus Gainesville, Florida. Und die Leipziger lieben sie, offensichtlich.
Schon bevor die Türen um 18 Uhr geöffnet wurden, versetzte der Hinweis, dass es nur noch sehr wenige Karten an der Abendkasse geben würde, die den Hof bevölkernden zahlreichen Ticketlosen in helle Aufregung, was die allgemeine Vorfreude freilich nur noch mehr anheizte. Der Grill kann es zumindest nicht gewesen sein, der ließ die (Musik-)Hungrigen nämlich eine ganze Weile warten, bis sie in den rauchigen Genuß kamen. Ohne nervige Eingangskontrollen reingeschleust, war lange, bevor irgendeine Band die Bühne betrat, kein Rankommen mehr beim Merchandise, was sich tonnenschwer auf das Gemüt des Mannes hinter dem Stand zu legen schien. Freundlich ist was anderes. Aber den ganzen Abend bei so toller Musik öde Buchführung für jedes verkaufte Teil betreiben zu müssen, während der Strike Anywhere-Kollege arbeitslos ist, kann ja nur nerven.
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Viel genügsamer nahmen die Tiny Ghosts die suboptimalen Rahmenbedingungen hin und traten tapfer zu fast unzumutbarer Zeit um 18:45 Uhr ihren Support an. Glück für die Band aus Freiberg, dass das Publikum heiß genug war und sich schon in stattlicher Zahl im Saal befand, auch wenn alle nur auf die Einen warteten. Das waren wohl die Leute, die den intellektuellen Indie-Post-Punk-Anteil dieses Abends zelebrieren wollten und sich anscheinend bewusst waren, dass sie nach der ersten Band erst wieder eine ganze Weile auf ähnliche Klänge würden warten müssen.
Denn mit A Wilhelm Scream startete, immer noch lange vor 20 Uhr, das Programm für die Kids. Die Jungs aus Massachusetts übten mit melodiösem Emocore eine magnetische Wirkung auf alle U21 aus, die sich zum verzückten Pogo vor der Bühne zusammenfanden. Eine halbe Stunde zogen A Wilhelm Scream in obligatorischen Shorts, augenfälligen Basecaps und jugendlichem Fieber durch, als ob sie sich den Award als beste Supportband sichern wollten. Ein bisschen weniger aufgeregt kamen dann schon Strike Anywhere daher, doch auch sie wurden von dem feiernden Publikum mit stimmgewaltigen Shouts begleitet.
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Ein solch fideles Vorprogramm wie auch die überdrehten und wildgeschminkten Emokids, die auf dem Klo ihre Scherzchen trieben, mochten für die älteren Fans ein wenig befremdlich wirken, waren aber schon immer Teil der Hot Water Music-Gefolgschaft und passen in die Richtung, die die Band von Beginn an nie bestritten und spätestens mit 'Caution' und 'The New What Next' verstärkt eingeschlagen hat. Oder warum äußerte Chris Wollard im Interview vor dem Konzert, dass er 'Finding The Rhythms' inzwischen für ein mieses Album hält und deswegen keine Songs daraus live spielt? Selbiges in Verbindung mit dem neueren Material beschert der Band aber eben jenes heterogene Publikum von aufgedrehten Teenies bis gesetzten Altpunks, die sich an diesem Sonnabend kurz nach 21 Uhr nun in unerträglich großer Zahl im Conne Island versammelt hatten und kaum noch Luft zum Atmen ließen.
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