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Das von Johann Scheerer, dem Kopf der Band, selbst so bezeichnete 'Projekt' Karamel löst sich auf. Noch dieses eine Konzert in Stuttgart und dann ist Schluss. Die Idee scheint ausgeschöpft, das Projekt an sein Ende gelangt, die Zeit gekommen. Diese Feststellung klingt nüchtern und genau das ist sie auch. Von großer Tragik und theatralischen Abschiedsgebaren keine Spur. Das mag vor allem daran liegen, dass die drei Herren auch weiterhin gemeinsam musizieren werden - nur eben nicht mehr fortlaufend unter dem Namen Karamel. So ist dieser Abschied am Abend des 15. Januar 2010 im Stuttgarter Kulturcafé 'Merlin' kein Abschied auf ganzer Linie, sondern nur der Abschluss des ersten Kapitels aus dem Werk der drei Musiker.
Der neue Weg ist schon konkret geplant und eingeschlagen. Johann Scheerer kündigte bereits an, bald erste Informationen über das neue Projekt zu enthüllen. Alles scheint schon eindeutig auf die Zukunft ausgerichtet zu sein. Das Karamel-Konzert wirkt schon fast ein wenig unpassend in dieser Zeit des Umschwungs und der Konzentration auf die Zukunft. Umso lieber nehmen sich die Freunde der Band die Ruhe, ein letztes Mal deren Songs in ihrer unvergleichlichen Darbietung auf der Bühne zu genießen.
Kraków loves Adana
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Dieser Abend findet im Rahmen des zweiwöchigen 'Pop Freaks'-Festivals für innovativen deutschen Pop im Stuttgarter 'Merlin' statt. Eingeladen worden sind neben den Hamburgern Karamel auch ihre Freiburger Freunde von Kraków loves Adana, deren Debut 'Beauty' in Kürze erscheinen wird. Sängerin und Gitarristin Deniz Cicek hat Johann Scheerer gesanglich auf dem dritten und gleichzeitig letzten Karamel-Album 'Maschinen' unterstützt. An diesem Abend tritt die Band erstmals zu dritt auf - nämlich neben Robert Heitmann (Foto) an der Gitarre und den Tasten zusätzlich mit Verstärkung am Schlagzeug. Nichtsdestotrotz bleibt ihr zurückhaltender musikalischer Stil erhalten, der es zulässt, die Lieder unkonventionell aufzubauen und Melodien zu unterbrechen, wo der Zuhörer es nicht erwartet. Es entsteht ein intimer Klang, der nur stellenweise pointiert vom Schlagzeug unterstützt wird. Während viele Passagen ihres Auftritts solch interessante Melodien bieten, bleiben einige andere eher unbemerkt und finden mehr oder weniger unbewusst den Weg in die Gehörgänge des Publikums. Die Band scheint sich auf der Bühne bewusst wortkarg zu halten, sodass es den Eindruck erweckt, als wolle sie zum Teil auch diesen Eindruck eines den Zuhörer umwebenden Gebildes aus Klängen erzeugen, in das dieser eingesponnen wird und seinen Gedanken nachhängt, ohne später etwas Genaues über die einzelnen Songs sagen zu können. Nötig ist das ja auch nicht.
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