|
Wie wahr, wie wahr, auch wenn bereits am Vorabend Kataklysm und Belphegor den Postbahnhof in Schutt und Asche gelegt hatten. Der Columbia Club war dennoch relativ gut gefüllt und die versammelte Meute langhaariger Kuttenträger freute sich auf einen weiteren Abend im Zeichen schwermetallischer Zerstörungskraft.
|
|
 |
|
|
|
Eröffnet wurde dieser von den Newcomern Survivors Zero, die fetten Todestahl mit komplexen Melodien schmieden und unter den Hypocrisy-Fans den einen oder anderen neuen Anhänger gefunden haben dürften. Spielfreudig und engagiert zockten die Finnen ihr eigenes Material runter und der Hauch grünschnäblerischer Unsicherheit machte die fünf schließlich nicht ganz unerfahrenen Jungs nur umso sympathischer: 'Wir wussten ja nicht, ob wir das hier vor euch Typen überhaupt machen sollten, aber hier kommt unser Kreator-Cover!' Das dann auch gebührend gewürdigt wurde, als um kurz nach sieben schon die ersten Hirne gründlich durchgeschüttelt waren.
Damit war keinerlei Nackenmuskelkraft umsonst verschwendet, der Abend sollte nämlich reichlich kurz ausfallen. Der eigentlich angedachte Hauptsupport Hatesphere hatte bereits Mitte Dezember auf einschlägigen Newsseiten bekannt gegeben, dass sie auf Grund der 'schweren Rückenprobleme' ihres damaligen Drummers Dennis Buhl nicht bei dem Spässchen mitmachen könnten. Seltsam ist, dass viele der Besucher erst an diesem Abend vom Ausfall erfuhren, was teils auch der mangelhaften Aufklärung durch den Veranstalter geschuldet ist. Hier ist aber weit schwerwiegender, dass trotz der verstrichenen Zeit kein Ersatz herangekarrt werden konnte. Es hätte sich garantiert ein Haufen ansässiger Bands die Finger blutig gespielt, um an diesem Abend dabei sein zu können.
|
|
|
 |
|
|
Daher kam es, dass die alteingesessenen Alienphantasten von Hyprocrisy bereits um halb neun auf der Matte standen, was dem Ganzen einen seltsam irrealen Anstrich verpasste. Normalerweise hat man beim Anblick der Truppe schon mindestens drei Vorbands und doppelt so viele Gerstensaftkaltschalen hinter sich, hier dagegen herrschte Jugendclub-Atmosphäre.
Das schien die Schweden aber kaum zu beeindrucken, die ohne lang zu fackeln mit zwei Schädelspaltern des neuen Albums 'A Taste Of Extreme Divinity' aufwarteten. 'Valley Of The Damned' diente nicht nur der Scheibe, sondern auch der Show als Opener, beiderseits gefolgt von 'Hang Him High'. Am zweiten Tag der Tour zeigten sich die Beteiligten knackfrisch, und nur Peters markenzeichengleiche Augenringe verrieten, dass das voluminöse Gegrunze und markzerfetzende Gekreische aus der Lunge des legendären Mäzen der Schwedentod-Szene stammte, der am Ende einer Tour manchmal etwas weniger stimmgewaltig daherkommt. Drummer Horgh moshte sich hinter der Schießbude nahezu ins Schädeltrauma und auch die Kollegen an den Saiten hatten die Propeller auf Vollbetrieb.
Die Jungs blicken auf eine ansehnliche Bandgeschichte zurück und schafften es hervorragend, immer wieder gern gehörte Schädelklopfer mit dem viel gelobten neuen Material zu verbinden. In den immerhin 1 1/2 Stunden, die Hyprocisy zur Hörnervverwüstung nutzten, wurden Nostalgiker mit Stoff aus allen Epochen der Band versorgt. Neben den Klassikern 'Roswell 47' und 'Fire In The Sky' gab es Kracher wie 'A Coming Race', 'The Final Chapter' oder 'Pleasure Of Molestation' auf die Ohren und am Ende des Abends konnte vermutlich niemand behaupten, hier nicht vollstens bedient worden zu sein.
Wortkarg und etwas weniger agil, als vielleicht noch Ende der Neunziger, aber mit der gewohnten Routine und Haudraufmanier einer Band, die Deathmetal Geschichte geschrieben hat, überzeugten Hyprocisy von der ersten bis zur letzten Minute.
|
|
 |
|
|
|
Einzig dass um kurz nach zehn schon Schluss war, erinnerte viele Besucher daran, dass man für die gut zwanzig Euronen doch ein bisschen mehr hätte erwarten können. Das ist allerdings denen am wenigsten anzulasten, die den Abend zu einem Highlight des noch jungen Jahres gemacht haben: Hypocrisy for Global Domination!
|