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Die Deutschland-Premiere des neuen Materials hatte die Band am Tag zuvor in der Hamburger Hasenschaukel gegeben, und noch in Berlin wirkten die Vier an diesem 26. Februar 2010 etwas steif und schienen mit der noch ungewohnten Setlist ein wenig zu fremdeln. Halbakustisch war das, was Against Me! darboten, nachdem sich die Musiker durch den kleinen Raum und das dichtgedrängte Publikum bis zum Bühnenpodest durchgeschlängelt hatten. Ausgestattet mit einem riesigen Akustikbass, einem reduzierten Schlagzeug und zwei Akustikgitarren stimmte die Band ohne große Willkommensansprache 'High Pressure Low' an.
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Das Publikum lauschte aufmerksam, wippte durchaus wohlwollend mit, brach aber nicht in Begeisterungsstürme aus. Wirklich mitreißen konnten auch 'Spanish Moss' und 'I Was A Teenage Anarchist' noch nicht, möglicherweise weil Zweiteres textlich wie ein Abgesang auf die Anfangszeiten der Band wirkt und das ausgerufene 'Revolution was a lie' erstmal verdaut werden will. Außerdem vermisste man noch den sonst so intensiven Schrei-Gesang von Tom Gabel, der auch bei den beiden Balladen 'Ache With Me' und 'Bob Dylan Dream #1235' nicht zum Einsatz kam. Trotz ruhiger Töne machte die Hitze im Raum zu schaffen, die ihr Übriges zu der Trägheit der Menge beitrug.
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Ob es an den noch unbekannten Songs lag oder an der sehr kargen Kommunikation dazwischen, der Funke wollte auf das Publikum nicht überspringen, auch nicht bei dem doch sehr rhythmischen 'White Crosses'. Erst als danach die ersten Noten von 'Those Anarcho Punks Are Mysterious...' erklangen, flogen die Arme in die Höhe und kam Leben in die Menge, die sofort einstimmte und bis zum Ende mitsang. Auch die Band taute merklich auf, ließ sich bei 'Walking Is Still Honest' und dem von den Fans eingeforderten 'Pints Of Guinness Make You Strong' von der aufgelockerten Stimmung beflügeln, bewegte sich sichtlich auf vertrauterem Boden. Zum Kochen ließ sich das Publikum zwar nicht bringen, aber jetzt kam zumindest eine Verbindung zwischen ihm und der Band zustande, bestärkt durch 'Don't Lose Touch', 'Sink, Florida, Sink' und 'Joy'. Und im Kontrast zu 'I Was A Teenage Anarchist' stimmten Against Me! tatsächlich auch wieder 'Baby, I'm An Anarchist' an.
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'New Wave' ließ ohne E-Gitarre die charakteristische Melodielinie vermissen, dafür schepperten die Becken umso mehr. Die Zugabe wurde nicht lautstark, aber mit Beharrlichkeit eingefordert. Den Wunsch nach 'Reinventing Axl Rose' musste Drummer George Rebelo aus Mangel an Tom Toms abwehren, dafür gab es zwei andere ganz alte Stücke: 'Ya'll Don't Wanna Step To Dis' und 'Tonight We're Gonna Give It 35%'. Und die abschließende Gewissheit, dass Against Me! trotz eher schwacher neuer Songs ihre Wurzeln doch nicht verraten.
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