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Madsen - Im Labyrinth der Innovation

Ihr erstes Album war eine jugendlich-rotzige Breitseite voller Hits, das Zweitwerk ein tolles Popalbum im besten Sinne und das dritte ein wagemutiger, nicht vollständig geglückter Versuch, Deutschrock mit Anleihen aus Metal, Punk und Hardcore zu verquicken. Mangelnde Experimentierfreude oder gar künstlerischen Stillstand konnte man Madsen zweifellos noch nie vorwerfen. Damit hat sich die Band aus dem Wendland trotz großen Erfolgen nicht nur Freunde in der deutschen Musiklandschaft gemacht; mit ihrem nunmehr vierten Werk 'Labyrinth' dürften sie allerdings mehr polarisieren als jemals zuvor.


Madsen haben im Laufe ihres mittlerweile etwa sechsjährigen Bestehens einen sehr eigenen, unverkennbaren Sound geschaffen; man darf aber mit Fug und Recht behaupten, dass bisher keines ihrer Alben wie das andere klang. Muss man sich als Musiker zu diesem unbedingten Willen zum Wandel nicht auch teilweise zwingen? Sich auf Lorbeeren auszuruhen, kann schließlich auch angenehm sein... Sascha Madsen, Schlagzeuger und einer der zahlreichen Sänger der Band, will davon nichts hören: 'Wir müssen uns dazu nicht zwingen, das entsteht meist ganz von selbst während der Sessions. Natürlich haben wir aber auch den Anspruch, uns selbst und vor allem unsere Hörer nicht zu langweilen. Das bringt doch keinem Menschen auf der Welt etwas, wenn wir viermal das gleiche Album aufnehmen.'

Am Anfang der Aufnahmen zu 'Labyrinth' stand ein Wort; ein Wort, das viele Freunde des stilvollen Indierocks zunächst einmal angewidert das Gesicht verziehen lässt: Stadionrock! Und ja, dieses Konzept findet sich auf dem Album stilecht in Form von großen Melodien, fetter Produktion und stampfenden Beats wieder. Aber haben nicht unlängst erst The Killers mit 'Day And Age' bewiesen, dass auch kitschige Gesten berühren können und sich auch hinter scheinbar stumpfsinnigen Rhythmen Anspruch verbergen kann?

'Der Begriff fiel zum ersten Mal, als wir die Songideen fertig hatten und folgte uns danach als eine Art Leitkonzept,' erläutert Bassist Niko. 'Man muss allerdings dazu sagen, dass wir uns dem Prinzip Stadionrock auch durchaus ironisch angenähert haben und in verschiedene Richtungen gefolgt sind.' Auch wenn man mit dem Begriff spießige Altrocker und prollige Gitarrensolis verbinden mag, so kann man doch nicht abstreiten, dass hinter all den peinlichen Posen und Gesten durchaus eine gewisse Kraft liegt, die fasziniert und anzieht. 'Wir haben versucht, dieses Große, Mächtige da heraus zu destillieren und damit zu spielen.' Dabei schrecken Madsen gar vor einer unverhohlenen Hommage an die Götter des überkandidelten Stadionrocks nicht zurück: Das Titelstück 'Labyrinth' huldigt mit Falsett-Chören und musicalhaften Einschüben einem der peinlichsten Ohrwürmer der Musikgeschichte – 'Bohemian Rapsody' von Queen.

 


Ob man das nun mit seinen persönlichen Musikvorlieben vereinbaren kann oder nicht, allein zu ihrem Mut muss man der Band schon gratulieren. Denn so lobenswert und spannend die ständige Suche nach neuen Klängen auch sein mag, riskieren Madsen doch auch permanent, weniger progressiv eingestellte Fans zu verprellen. 'Mit dem neuen Album werden wir hundertprozentig einige Fans verschrecken.' Sascha macht eine Pause und schaut herausfordernd in die Runde. 'Aber wenn wir während der letzten Jahre eines gelernt haben, dann, dass man es nicht immer jedem recht machen kann – und darf! Man muss das machen, was einem selbst gefällt und hoffen, dass so viele Leute wie möglich mitziehen.' Trotz ständiger Weiterentwicklung schauen Madsen dabei keineswegs hochnäsig auf ihr rohes Debüt zurück: 'Natürlich hören wir nicht ständig unsere eigenen Alben, aber ich mag unsere erste Platte immer noch sehr gerne. Die verströmt eine unglaubliche Energie, das ballert richtig!'

Mit dem Stilwechsel geht bei Madsen im Jahre 2010 übrigens auch ein personeller Wechsel einher - zum ersten Mal wurde ein weibliches Wesen in den festen Kreis aus Brüdern und Kumpels aufgenommen. Nach dem Ausstieg von Keyboarder Folli steht nun eine junge, hübsche Dame namens Lisa an den Tasten und darf sich auf dem neuen Album gar mit Frontmann Sebastian ein schmachtendes Balladen-Duett im Song 'Obenunten' liefern. 'Wir sind begeistert von Lisa,' so die einhellige Meinung der Mitmusikanten. 'Es ist der Wahnsinn, wie schnell sie sich alle alten Madsen-Songs angeeignet hat.'

Zu Lieblingen des Feuilletons sind Madsen trotz aller Stilvielfalt und permanenter Veränderung nicht unbedingt geworden. In der ein oder anderen großen Musikzeitschrift finden sich immer wieder geradezu genüssliche Verrisse der Outputs der Band. Madsen nehmen das mittlerweile mit Humor, versuchen sogar aus negativen Kritiken Anregungen für mögliche Verbesserungen an den eigenen Songs zu entnehmen. Vielleicht sind manche Musikjournalisten auch von der Grauzone verwirrt, in der Madsen sich oft bewegen. Zum 'intellektuellen' Deutschrock à la Tocotronic, Tomte und Co. lassen sie sich ebenso wenig hinzuzählen wie zur 'Bravo'-Fraktion mit Juli und Silbermond – dabei finden sich in den einfachen, direkten aber dafür auch sehr unmittelbar und 'ehrlichen' Texten von Sebastian Madsen durchaus Aspekte beider Kategorien. Madsen wissen um ihren Ausnahmestatus und sind froh, nicht so leicht in unbequeme Schubladen gesteckt zu werden. Der deutschen Musikszene fühlen sie sich auch nur bedingt zugehörig, obwohl 'sich über die Jahre mit einigen Bands sehr nette Freundschaften entstanden sind.' Aus diesen Freundschaften formierte sich auch das Nebenprojekt Band Of The Week, in dem neben Sebastian auch Musiker von Tent, Juli und Virginia Jetzt! zu hören sind.


Mit 'Labyrinth' haben Madsen ein Album geschaffen, das beweist, dass sie als Band immer noch hungrig sind und sich mit bloßer Wiederholung nicht zufrieden geben: 'Für das erste Album haben wir alles in allem zehn Tage gebraucht, 'Labyrinth' hat uns fast drei Jahre gekostet.' Die polarisierende Kraft dieses Werks wird auch schon auf dem anschließenden Showcase deutlich, auf dem die Songs zum ersten Mal der (journalistischen) Öffentlichkeit präsentiert werden: Der Begleiter des Rezensenten verlässt bei den ersten Tönen des erwähnten, Queen-esken Titelstücks genervt den Raum vor der Bühne mit dem Kommentar: 'Das ertrag ich nicht, ich geh Bier holen.' Noch auf dem Nachhauseweg wird angeregt über die Qualität und Motivation des neuen Madsen-Stils diskutiert, was immerhin Folgendes beweist: Madsen sind eine Band, die dank ihrer Angst vor dem Stillstand gegensätzliche Meinungen und Eindrücke provoziert und zur Auseinandersetzung einlädt. Von wie vielen der letztlich komplett egalen deutschen Rockbands kann man das schon behaupten?


 

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© 04/2010 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Madsen

Homepage:
- Madsen
- Madsen - MySpace-Seite

Artikel:
- Madsen - Im Labyrinth der Innovation
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