whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin
Musikmagazin - Home whiskey-soda Musikmagazin
whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin
whiskey-soda Musikmagazin zur Startseite whiskey-soda Musikmagazin zur Story Seite whiskey-soda Musikmagazin zur Rezensionen Seite whiskey-soda Musikmagazin Livekonzerte und -Interviews whiskey-soda Musikmagazin Community und Forum whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin einfach mal suchen whiskey-soda Musikmagazin
News   
Reviews   
Stories   
Live (WS-TV)   
WS Präsentiert   
Forum   
Facebook   
Story-Archiv   
 

      registrieren  

Californisoul
Supersonic Blues Machine
Californisoul
(Rock)

Grau
Illegale Farben
Grau
(Punk)

In This Moment We Are Free
Vuur
In This Moment We Are Free
(Progressive Metal)

Live At The Hollywood Bowl
Jeff Beck
Live At The Hollywood Bowl
(Rock)

Walk The Earth
Europe
Walk The Earth
(Hardrock)

Winners And Losers
Gypsy Soul
Winners And Losers
(Hardrock)

In Range
Target
In Range
(Rock)

Sticky Fingers Live At The Fonda Theatre
Rolling Stones
Sticky Fingers Live At The Fonda Theatre
(Rock)

Deep Calleth Upon Deep
Satyricon
Deep Calleth Upon Deep
(Blackmetal)

1987 - 30th Anniversary Deluxe Edition 2-CD
Whitesnake
1987 - 30th Anniversary Deluxe Edition 2-CD
(Hardrock)



God Is An Astronaut - Fresse halten und glücklich sein

Torsten Kinsella deutet fröhlich grinsend auf eine Tüte mit Gummibärchen, die er vor Beginn des Interviews noch schnell vom Essenstisch gegriffen hat: 'Ich liebe sie. Die hat mir meine Oma früher immer geschickt. Sie wohnte nämlich in Deutschland.' Heute Abend, am 11. Mai 2010, wird er gemeinsam mit seiner Band God Is An Astronaut im Stuttgarter 'Universum' spielen. Dass er sich nun noch mit einigen Vitaminen stärkt, ist eine gute Idee. Es scheint, als hätte er geahnt, dass das Interview beinahe eineinviertel Stunden dauern und er mit viel Herzblut bei der Sache sein wird.

Während God Is An Astronaut momentan ungefähr einen Monat lang durch Europa touren, erscheint in diesen Tagen ihr fünftes Album 'Age Of The Fifth Sun', dessen Titel an die Prophezeiung der Maya anknüpft, im Jahr 2012 werde die Welt untergehen. Wie alle bisherigen Alben der Band enthält auch dieses Werk wieder einige zentrale elektronische Parts. Jedoch bestehen God Is An Astronaut weiterhin nur aus Torsten an der Gitarre, seinem Bruder Niels am Bass und Llyod am Schlagzeug. Deswegen arbeiten sie bei Auftritten mit Samples der elektronischen Fragmente oder spielen einiges live selbst am Keyboard, wenn sie ihr anderes Instrument gerade nicht spielen müssen. Einen vierten Musiker haben sie bisher aus zwei Gründen noch nicht in die Band aufgenommen. Erstens ist Torsten auf der Suche nach einer Person, die zu seinem Konzept der Band passt: 'Wichtig ist für uns, dass unser Keyboarder in der Lage sein müsste, selbst zu denken. Ich möchte einen Charaktertypen. Denn wir wollen ihn nicht mit dem Löffel füttern. Rein optisch würde es bestimmt besser aussehen, wenn wir einen Keyboarder hätten. Wir haben denjenigen aber bisher noch nicht gefunden.' Zweitens würde ein Keyboarder die Band vor enorme logistische Probleme stellen: 'Die Kosten würden dramatisch in die Höhe schnellen, wenn wir einen Keyboarder in die Band nehmen. Denn wir haben schon jetzt eine unglaublich große Menge an Equipment dabei, um ohne Kompromisse genau den Klang und genau die Lichtshow umsetzen zu können, die wir uns vorstellen. Wir müssen das alles ja auch transportieren können. In unseren Truck passt einfach nicht mehr rein. Es wäre dann der nächste Schritt, mit einem Nightliner zu fahren. Aber das kann einfach niemand bezahlen.' In diesem Zusammenhang bringt Torsten eine kleine Anekdote an, die zeigt, aus welchen Quellen God Is An Astronaut ihre Ausstattung beziehen: 'Wir haben für den Bass einiges aus dem Equipment von Nine Inch Nails auf ebay gekauft. Damit klingt er ziemlich gut.'

Aus den genannten zwei Gründen halten sie bisher an der Arbeitsweise fest, live einige Passagen zuzuspielen. Torsten sieht diese Technik aber nicht als Einschränkung oder negativen Faktor: 'Wir sind eine Kreuzung aus Mensch und Maschine. Einige Leute schreckt das vielleicht ab. Sie halten uns irrtümlicherweise für Post-Rock, aber God Is An Astronaut ist und war schon immer viel elektronischer. Ich sehe kein Problem darin, Elektronik zu benutzen. Aber glaubt mir – man macht einen Fehler und es ist ein Desaster. Es ist härter. Normalerweise kann man live irgendwie improvisieren, wenn etwas nicht richtig funktioniert hat. Aber bei uns geht das nicht. Es geht darum, hart zu arbeiten und nichts dem Zufall zu überlassen. Vorbereitung ist der Schlüssel. Es gibt keinen Kompromiss – es muss richtig sein.' Deswegen müssen in den Proben die Abläufe der Songs genau einstudiert werden. Bei den Vorbereitungen für diese Tour kam der Band jedoch die Aschewolke in die Quere, die ihnen aber letztendlich keinen Strich durch die Rechnung machen konnte: 'Unser Schlagzeuger saß wegen des Vulkans in Thailand fest. Als wir die Aufnahmen gemixt haben, ist er in den Urlaub geflogen – und konnte für die Proben einfach nicht mehr zurück kommen. Deswegen spielt er die Songs erst jetzt richtig, seit wir auf Tour sind. Aber er ist ein wesentlich besserer Musiker als wir, er hat so ein gutes Gedächtnis und hatte keine Probleme. Wir haben zu Beginn ein Konzert in Irland gespielt, das eine Art Aufwärmprogramm vor der Tour für ihn war.'

Torsten wehrt sich entschieden und mit klaren Worten dagegen, dass die Musik von God Is An Astronaut unter Gesichtspunkten des Post-Rock betrachtet und analysiert wird: 'Es gibt viele Missverständnisse mit unseren sogenannten Fans, die meinen, ich würde mich auf bestimmten Aufnahmen wiederholen. Aber ich schreibe Musik für niemanden außer für mich selbst. Und wenn es gleich ist, dann kommt das daher, dass ich mich nicht geändert habe. Ich sehe den Stil nicht über dem Inhalt – ich glaube, dass der Inhalt wichtiger ist als der Stil. Viele Leute, die glauben, dass sie sehr intelligent sind, scheinen stilistisch zu urteilen. Und das ist saudumm. Leute, die den ganzen Tag lang nur Post-Rock hören und uns dann beurteilen, können mich am Arsch lecken, weil mich solche Leute nicht interessieren. Wir machen Musik aus unseren Herzen. Ich kann genau sagen, was mir welcher Song genau bedeutet. Es ist nicht so, dass ich sage: 'Oh, lasst uns doch nochmal eins von diesen Piano-Stücken schreiben.' Für ihn bedeutet die Fokussierung auf stilistische Merkmale eine Gefährdung des echten Musikhörens: 'So sind die Leute. Sie denken, wenn man seinen Stil radikal ändert, sei man abenteuerlustig. Ich halte das für musikalisch sehr zurückgeblieben, um ganz ehrlich zu sein. Ich glaube, dass viele Leute, die klassische Musik hören, der aktuellen Musik sehr zynisch gegenüber stehen, weil sie nicht musikalisch, sondern nur stilistisch urteilen können.'

 

Mittlerweile hat er sich ein dickes Fell zugelegt, das die Kritik, die er nicht teilt, einfach abweist, weil er von seiner Musik von Grund auf überzeugt ist: 'Ich schreibe nun schon seit 1988 Songs. Ich weiß, was ich tue. Ich werde nicht gegen diese Leute kämpfen. Ich werde einfach tun, was ich tun will. Und wenn Leuten das, was ich tue, nicht gefällt, dann ist mir das scheißegal. Einige Leute denken, ich sei arrogant. Aber es ist keine Arroganz. Ich tue nur, was ich tun will, und man kann mir entweder folgen oder sich verpissen. So einfach.' Dennoch erlaubt er es anderen, in seinen kreativen Prozesse einzugreifen. So hat er die Produktion von 'Age Of The Fifth Sun' bis auf das Mixing, das er zusammen mit Niels in Angriff genommen hat, vollständig in fremde Hände gelegt. 'Ich höre schon auf andere Leute. Denn wenn man Musik macht, hat man einen blinden Punkt in Bezug auf das eigene Schaffen. Jeder denkt, die eigene Musik sei besser als die aller anderen.' Mit dem Produkt ist er sichtlich zufrieden. Er sieht sein Ziel verwirklicht: 'Ich wollte es nicht so viel produzieren wie das vorige Album, sondern es organischer halten.' Gemastert wurde das Album in London von Tim Young, der bereits Alben der Beatles und Massive Attack gemastert hat. Torsten betrachtet es als die richtige Entscheidung, an diesem Punkt Abstand vom Album genommen zu haben: 'Ich habe gefühlt, dass ich dem Album so nahe stand, dass es besser war, es jemand anderem zu geben. Und er hat bessere Arbeit geleistet als ich jemals gekonnt hätte.' Dass nicht alle Sequenzen in seinen Ohren absolut perfekt klingen, akzeptiert und begrüßt er sogar: 'Ich glaube, dass man die Perfektion nie erreichen kann. Und wenn man es tatsächlich schaffen sollte, ruiniert man vermutlich das Album. Die fehlende Perfektion macht es aus.'

God Is An Astronaut - Fresse halten und glücklich sein Seiten 1 2 3 4

 

auf Facebook empfehlen/teilen       Artikel drucken

maximilian
© 05/2010 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: God Is An Astronaut

Homepage:
- God Is An Astronaut - MySpace-Seite
- God Is An Astronaut - offizielle Website

Artikel:
- God Is An Astronaut - Fresse halten und glücklich sein
- Gloomar Festival mit GOD IS AN ASTRONAUT und LONG DISTANCE CALLING (Vorbericht)

Kurzinfos: Butterfly Explosion

Homepage:
- The Butterfly Explosion - MySpace-Seite
- Butterfly Explosion - offizielle Webseit

Kurzinfos: Nine Inch Nails

Homepage:
- Nine Inch Nails
- Nine Inch Nails - MySpace-Seite

Artikel:
- Nine Inch Nails live: Gott ist tot – und keinen stört's! Abgesehen von der Berliner Tagespresse ...

Rezensionen:
- Things Falling Apart
- The Fragile
- And All That Could Have Been
- With Teeth
- Year Zero
- Hesitation Marks

Mediathek:
-

Kurzinfos: Sigur Rós

Homepage:
- Sigur Rós

Artikel:
- Sigur Rós - Musik mit einer eigenen Magie
- Sigur Rós - Andere Bands hätten es 'Comeback-Tour' genannt
- Sigur Rós - Der Traum von Ewigkeit
- Sigur Rós - Meister der Aggregatzustände
- Im Schatten der Großen: Valentins Alben des Jahres

Rezensionen:
- ( )
- Takk
- Inni
- Valtari
- Kveikur

Kurzinfos: Rammstein

Homepage:
- Rammstein
- Rammstein - MySpace-Seite

Artikel:
- Rammstein - Ein deutsches Märchen
- Rammstein - Live in der Arena Berlin

Rezensionen:
- Live aus Berlin
- Lichtspielhaus
- Reise,Reise
- Rosenrot
- Völkerball
- Liebe Ist Für Alle Da

Mediathek:
- America
- Feuer Frei


whiskey-soda RSS Feed

FACEBOOK

YOUTUBE

CD des Monats 09/17
Walter Trout - We're All In This Together

Walter Trout - We're All In This Together


alle Reviews hier



   
Seite/ Inhalt gefällt mir
whiskey-soda als Bookmark bei: Mr. Wong whiskey-soda als Bookmark bei: Webnews whiskey-soda als Bookmark bei: Facebook whiskey-soda als Bookmark bei: Icio whiskey-soda als Bookmark bei: Linkarena whiskey-soda als Bookmark bei: Favoriten whiskey-soda als Bookmark bei: BoniTrust whiskey-soda als Bookmark bei: Favit whiskey-soda als Bookmark bei: Linksilo whiskey-soda als Bookmark bei: Readster whiskey-soda als Bookmark bei: Folkd whiskey-soda als Bookmark bei: Yigg whiskey-soda als Bookmark bei: Digg whiskey-soda als Bookmark bei: Del.icio.us whiskey-soda als Bookmark bei: Reddit whiskey-soda als Bookmark bei: StumbleUpon whiskey-soda als Bookmark bei: Blinklist whiskey-soda als Bookmark bei: Technorati whiskey-soda als Bookmark bei: Newsvine Information

Home | News | Stories | Reviews | Live | Forum | Community | Impressum | B2B | Newsarchiv | Storyarchiv | Reviewarchiv | 1995-2016 © whiskey-soda.de