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Vor ausverkauftem Hause, versteht sich. In weiser Voraussicht auf das, was da kommen würde, hatte man Bühne und Mischpult großzügig mit martialisch anmutenden Wellenbrechern abgezäunt, was ungemütlich aussah, sich im späteren Gedränge aber durchaus bewährte.
Das Merchandise war schwach bestückt und fast ausschließlich auf das kommende Album abgestimmt, dass schließlich - gezielte Major-Strategie - promotet werden wollte. Mit Erfolg, denn keine Stunde nach dem Einlass begegnete man in der Menge unablässig den gleichen T-Shirts wieder, oder aber deren Träger wussten einfach schon, dass sie Ersatz zum Trockenlegen brauchen würden. Quirlige Vorfreude war zu spüren, von der die Supportband Findus aus dem hohen Norden nur wenig profitieren konnte. Unverdrossen rockten sie aber das bisschen Platz, den man ihnen auf der Bühne zugeteilt hatte und bewährten sich als gut gewählt heraus, gingen die Fünf doch ähnlich dynamisch zu ihrer Musik ab wie die Band des Abends.
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Against Me!, so kennt man sie, gingen daraufhin frisch, enthusiastisch und verstärkt durch einen Piano-Mann ans Werk. Zum Opener 'High Pressure Low' - erwartungsgemäß vom neuen Album - entlud sich im Publikum sogleich alle bisher mühsam zurückgehaltene Energie, fing die dichte Masse zwischen Bühne und Mischer sofort homogen an zu pogen und konnte bei Lied Nummer zwei, 'Pints Of Guinness Make You Strong', dann endlich auch befreit, inbrünstig und lauthals mitsingen. Damit war und blieb die Stimmung quasi sofort auf dem Höhepunkt, der Saal am Kochen und der kleine, aber feine Kultstatus von Against Me! mal wieder bewiesen.
Unterbrochen wurden die Pogowütigen nur von den Songs von 'White Crosses', das ja schließlich noch eine Woche lang auf seine offizielle Veröffentlichung wartet. Der Titeltrack, 'Bamboo Bones' und 'I Was A Teenage Anarchist' riefen keine spontanen Tanzausraster hervor, aber so Mancher zeigte sich - schließlich lässt sich im Internet noch alles finden - auch hier schon textsicher. Bedingungslos wurden aber sämtliche älteren Songs abgefeiert, allen voran 'Walking Is Still Honest', 'Up The Cuts', 'Rice And Bread', 'Sink, Florida, Sink', 'White People For , und 'Amputations' von Tom Gabels Solo-EP war zwischendrin eine gelungene Überraschung.
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Die Band knüppelte durch und gönnte der Menge kaum eine Pause, und so fiel es auch kaum auf, dass Gabel und Kollegen kaum ein Wort an ihr Publikum richteten, aber ein Strahlen sagt manchmal mehr als hundert Worte. Was aber auffiel, war, dass das Set inklusive Zugaben mit nur einer Stunde viel zu kurz geriet. Da half es auch nicht, dass der Großteil hartnäckig vor der Bühne stehenblieb und mehr einforderte - Against Me! blieben nach ihrer Zugabe verschwunden und den Fans für den Nachhauseweg immerhin noch ihre neuen, aber schonmal gut durchgeschwitzten T-Shirts.
Tracklist:
High Pressure Low
Pints Of Guinness Make You Strong
New Wave
White Crosses
Don't Lose Touch
I Still Love You Julie
Up The Cuts
Bamboo Bones
Amputations
Rice And Bread
I Was A Teenage Anarchist
Miami
Sink, Florida, Sink
Suffocation
Walking Is Still Honest
White People For Peace
Thrash Unreal
Zugaben:
Rapid Decompression
Bitter Divisions
Cliché Guevara
Baby, I'm An Anarchist
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