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Scorpions - Propheten im eigenen Land

Nach jahrelanger Bühnenabstinenz im Heimatland sind die Scorpions endlich wieder in Deutschland unterwegs. Doch die Tournee unter dem Namen 'Get Your Sting And Blackout' ist zugleich der Abschied von Hannovers Hardrock-Veteranen. In ihrer Heimatstadt absolvierte die Band unter den Augen der niedersächsischen Prominenz ein Heimspiel, dem es an nichts mangelte, außer am erwarteten Lokalkolorit.


Der Prophet im eigenen Land ist nichts wert. Diese Redensart galt seit den 90ern auch für die Scorpions. Die Hannoveraner Hardrock-Veteranen füllten weltweit Hallen und Stadien, doch in Deutschland schien die Nachfrage zu gering, bis man 2007 als Headliner beim Wacken Open Air auftrat. So war es eine erfreuliche Überraschung, als Meine, Schenker, Jabs und Co. im letzten Jahr die Tournee 'Get Your Sting And Blackout' mit mehreren Auftritten in Deutschland ankündigten. Die Ticketverkäufe liefen sogar so gut, dass mehrere Zusatzkonzerte angesetzt wurden. Sollten sich die 'Scorps' vielleicht jahrelang getäuscht haben? Das spielt nun keine Rolle mehr, denn trotz des Erfolgs ihres hervorragenden Albums 'Sting In The Tail' und der hohen Ticketabsätze erklärten die Scorpions die laufende Tournee zur Abschiedsvorstellung.

 

Ich bin immer wieder überrascht, dass die Scorpions hierzulande weniger als Hardrock-Band wahrgenommen werden, sondern eher als die Band, die das Lied der deutschen Einheit ('Wind Of Change') und das Lied der Expo ('Moment Of Glory') aufgenommen hat. Man kann natürlich nicht erwarten, dass der durchschnittlich Musikinteressierte Deutsche weiß, dass die Scorpions beim US Festival 1983 in Kalifornien vor über 250.000 Leuten spielten und zu diesem Anlass fünf Düsenjets über den Glen Helen Park von San Bernardino flogen. Doch an diesem Abend in Hannover wird jeder daran erinnert, als der Introfilm mit den schier unglaublichen Szenen beginnt, bevor der starke Titelsong des aktuellen Albums 'Sting In The Tail' erklingt und ein Feuerwerk in die Höhe schießt. Es dauert keine fünf Minuten, da ist klar, dass die Scorpions heute einen Triumph feiern werden. Paradox, dass das deutsche Comeback der Band gleichermaßen ihr Abschied ist.

Zeit, sich an den großartigen Skorpionkatalog jenseits von Einheits- und Expo-Hymnen zu erinnern. Das Set enthält zahlreiche Hardrock-Klassiker, eingeleitet von 'Make It Real' über 'Is There Anybody There' und 'The Zoo' bis hinzu 'Coast To Coast'. Balladen? Vorerst Fehlanzeige, und das ist auch gut so. Stattdessen gibt es mit 'Loving You Sunday Morning' und 'We'll Burn The Sky' zwei geniale Klassiker aus den frühen Jahren. Ein sichtlich gut gelaunter Klaus Meine begeistert mit stimmlicher Glanzleistung, während der juvenile Rudolf Schenker wie ein Irrer mit der Gitarre umherläuft und gestikuliert. Ähnlich verhält sich der durchgeknallte James Kottak an den Drums. Wie durchgeknallt er wirklich ist, konnten wir unmittelbar vor der Show in seiner Garderobe begutachten, als er sich trotz bevorstehender Strapazen noch den Rücken tätowieren ließ.

 

'Tja, das berühmte Heimspiel', ruft Klaus Meine in die nahezu oder sogar komplett ausverkaufte TUI Arena. 'Unsere Freunde und Familien sind da. Das freut uns wirklich sehr.' Bei derart intensiven Heimatgefühlen ist die erste Ballade des Abends wohl unumgänglich. Richtungsweisend spielen die verlorenen Söhne 'The Best Is Yet To Come' vom jüngsten Album. Nach kurzer Kitschüberwindung muss ich aber zugeben, dass die Nummer durchaus gelungen ist. Warum also nicht noch eine? Mit 'Send Me An Angel' folgt der zweite Balladenstreich, der in diesem Fall schon 20 Jahre alt ist. Gute zehn Jahre weiter zurück liegt das imposante 'Holiday', das mit einem geradezu endlosen Gitarren-Intermezzo und ausgiebiger Publikumsbeteiligung ('Aah ahaaa') zelebriert wird. Meine verlangt seinen 'Mitbürgern' alles ab: 'Hannover, meine Heimatstadt! Geht da noch mehr?'

Es geht noch mehr. Zeit für neues Material. Matthias Jabs grinst zufrieden, während er und Schenker sich mit der Gitarre die Bälle zuspielen. Bassist Pawel Maciwoda hält sich gewohnt gepflegt im Hintergrund. 'Hannover!', ruft Deutschlands bekanntester Mützenträger. 'Die Frage ist nicht neu, aber ich stell sie Euch trotzdem! Are you ready to rock?' Nachdem die Frage zwei weitere Male gestellt und lautstark beantwortet wurde, kündigt sich bei '321', dem unzweifelhaften Höhepunkt des Albums 'Humanity, Hour 1', der große Auftritt von Madman James Kottak an, der dank Drumriser ein paar Meter über dem Publikum thront. Sein obligatorischer 'Kottak Attack' wird begleitet von einer bizarren wie albernen Videoshow, in der James und seine Ehefrau Athena einige Albumcovers der Bandgeschichte schauspielerisch nachstellen. Das Publikum feiert, als das 'Blackout'-Cover von Gottfried Helnwein dargestellt wird und das Riff des vielleicht besten Scorpions-Songs erklingt.

 

Rudolf Schenker rast mit der berühmten Maske samt 'Gabelaugen' über den Steg, der tief ins Publikum führt, und schickt gemeinsam mit Jabs ein perfektes Solo in die Halle. Jetzt haben auch die noch so reservierten Schlipsträger im merkwürdig vielseitigen Publikum kapiert, was los ist. Erstaunlich aber wahr: Man sieht sogar einige der am Sitz klebenden Gelegenheitsrocker auf der Tribüne aufstehen. Wie passend, dass da der Song 'Bad Boys Running Wild' folgt. Zu den 'Bad Boys' in der Halle zählen AWD-Chef Carsten Maschmeyer und Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Sie erleben eine kleine Sensation, als das Trio Infernale, bestehend aus Meine, Schenker und Jabs, tatsächlich noch mal die menschliche Pyramide aufführt. Herrlich!

Nach kurzer Abstinenz und lautstarken Sprechchören kehren die Scorpions natürlich für die Zugaben zurück. Und wieder heißt es: Eine Ballade kommt selten allein. Bei 'Still Loving You' und 'Wind Of Change' im Doppelpack gibt es kein Halten mehr. 12.000 Menschen pfeifen gemeinsam die Melodie der Einheit. Und wenn einem das Lied auch schon aus den Ohren rauskommt, live ist 'Wind Of Change' immer wieder ein Vergnügen. Man darf nur nicht drüber nachdenken, welche Perlen aus der Diskografie die Scorpions stattdessen hätten spielen können. Für die Mehrheit der Anwesenden liegt kein Gedanke ferner. Man feiert sich selbst und die Band, als hätte man nie etwas Anderes getan. Auf den großen Bildschirmen sieht man immer wieder Nahaufnahmen aus dem Publikum. Ein weiblicher Fan hat sich in großen Lettern 'Rudolf' ins Dekolletée geschrieben.

 

Nach zwei energiegeladenen Stunden in bestem Sound und bester Laune ist das Vergüngen vorbei. Und ein Vergnügen war es wirklich. Die Scorpions präsentierten sich zum Abschied noch mal in Bestform, der bevorstehende 'Ruhestand' wirkt verfrüht. Allerdings hätte man gerade angesichts des Abschieds ein paar Besonderheiten erwartet. Oder bin ich zu verwöhnt durch die Festivalauftritte von 2007 mit Uli Jon Roth und anderen Ex-Mitgliedern? Aber gerade bei diesem Gig in der Scorpions-Heimatstadt, der unter dem Motto 'Coming Home' lief, durfte man eine Überraschung erwarten. Wenigstens der gleichnamige Song wäre Pflicht gewesen. Doch mehr als ein paar warme Worte über Hannover unterschieden die Show nicht von Auftritten in anderen Städten. Andererseits ist es vielleicht auch konsequent, dass die Scorpions allen deutschen Fans dasselbe Programm bieten. Und insgeheim vermutet der Leinestädter sowieso, dass am Ende der auf drei Jahre angelegten Welttournee das allerletzte Konzert in Hannover stattfinden wird.

Bewertet man das gerade gebotene 'Standardkonzert' rein objektiv, stellt man fest, dass die erfolgreichste deutsche Band aller Zeiten tatsächlich auf dem Höhepunkt abtritt. Die Propheten sind im eigenen Land also doch etwas wert. Hut ab, Scorpions! Und auf Wiedersehen ... in Hannover.

(Fotos: Dethlefs)


 

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Philip
© 06/2010 whiskey-soda.de
 


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